28.05.2021 - 08:56 Uhr
MoosbachOberpfalz

Pater Ferdinand feiert Goldenes Priesterjubiläum

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In dieser Woche geht ein herzlicher Glückwunsch von Moosbach und Tröbes aus in die Demokratische Republik Kongo. Dort feiert Pater Ferdinand Bodensteiner sein Goldenes Priesterjubiläum.

Pater Ferdinand Bodensteiner kann am Samstag, 29. Mai, sein Goldenes Priesterjubiläum in der Demokratische Republik Kongo feiern. Die Heimatpfarrei Moosbach übermittelt dazu besten Glück- und Segenswünsche.
von Peter GarreissProfil

Zum Goldenen Priesterjubiläum von Pater Ferdinand aus Tröbes ist ein Rückblick auf sein bisheriges Leben mehr als angebracht. 1943 wurde der Wirtsbub Andreas Bodensteiner geboren, er wuchs in Tröbes auf. Raisl, wie er von seinen Landsleuten bis heute genannt wird, besuchte das Augustiner-Gymnasium in Weiden und lernte dort den Augustinerorden kennen. Im fränkischen Münnerstadt machte er das Abitur und trat daraufhin in das Noviziat der Augustiner in Fährbrück ein. Andreas Bodensteiner bekommt den Ordensnamen Ferdinand.

Nach dem Noviziat absolvierte er das Theologiestudium in Würzburg. Am 29. Mai 1971 empfing P. Ferdinand Bodensteiner die Priesterweihe. Zwei Wochen später, am 13. Juni 1971 halfen alle Tröbeser zusammen, um das Dorf zu schmücken und um mit ihrem „Wirts-Raisl“ in seinem Heimatdorf Tröbes eine unvergessliche Primiz zu feiern. Kurz nach seiner Priesterweihe bekam Pater Ferdinand einen Anruf von seinem Provinzial. Ein Pater war im Kongo ausgefallen und ein Nachfolger wurde gesucht. Nach einigem Überlegen und nach Rücksprache mit seiner Mutter war die Entscheidung, nach Afrika zu gehen, gefallen. Nun hieß es, Französisch zu lernen. Dafür ging er für zweieinhalb Monate ins schweizerische Freiburg.

Bis zu 90 Buschkapellen betreut

Am 21. Dezember 1971 reiste er schließlich in die Demokratische Republik Kongo ein und kam Ende des Jahres 1971 im Nordosten des Landes, in Amadi an. Dort wirkte er als „Buschpater“ und betreute bis zu 90 Buschkapellen. Hier lernte er die kongolesische Lebensweise kennen und die Sprache der Einheimischen, dazu die Schwierigkeiten und Probleme, mit denen man dort zu kämpfen hatte. Besonders erinnert er sich noch heute an die vielen Leprakranken. Durch akribische Arbeit, das Lehren von Disziplin und Hygienemaßnahmen und die Versorgung mit Medikamenten konnte er zusammen mit seinem Team nach einigen Jahren die Lepra ausrotten.

Konfrontiert mit den ganzen Schwierigkeiten entwickelte sich bei dem „Pater mit den vielen Talenten“ die Idee zur Gründung eines Zentrums für die einfachen Leute: 1980 entstand mitten im Urwald, in Ndendule, etwa 15 Kilometer entfernt von Amadi das „Ausbildungszentrum für die allgemeine Entwicklung“ (C.F.D.C. – Centre de formation pour le développement communautaire). Hier werden mehrere Familien aus einem Dorf für etwa drei Monate eingeladen, um in Ackerbau, Viehzucht, Hausbau, Konstruktion, Mechanik, Haushalt, Hygiene und Spiritualität ausgebildet zu werden. Mit ihrem Wissen gehen sie in ihr Dorf zurück und können dort das Erlernte anwenden und weitergeben.

Grüße aus dem Kongo

Moosbach

Herz für Kranke und Kinder

Daneben liegen dem Pater besonders die Kranken und die Kinder am Herzen. So entstanden in mehreren Dörfern Kindergärten und Schulen und in Ndendule eine Krankenstation für die Kranken. Leider ist die ärztliche Versorgung und vor allem die Versorgung mit Medikamenten auch heute noch ein großes Problem.

Bei seinem Anruf am vergangenen Pfingstmontag per Satellitentelefon berichtete er davon, dass die Krankenstation derzeit übervoll ist mit Malaria-Patienten, die sich die notwendigen Medikamente nicht leisten können. Eine Malaria-Behandlung kostet 30 Dollar, unerschwinglich für jemanden, der kaum ein Einkommen hat. „Gott sei Dank“ sind sie bis zum jetzigen Zeitpunkt von Corona verschont geblieben. Leider musste Pater Ferdinand auch davon berichten, dass die gefürchtete Rebellengruppe LRA („Lord’s Resistance Army“) in der Gegend wieder ihr Unwesen treibt. Sie überfallen Dörfer, stehlen Lebensmittel, entführen Kinder, um sie zu Soldaten zu machen, vergewaltigen und verschleppen Frauen.

Doch auch Erfreuliches hatte der Geistliche zu berichten, ist doch die Zementlieferung, die er im vergangenen Jahr bestellt hatte, nun endlich in Ndendule eingetroffen. Mit dem Zement kann am dringend notwendigen Internat für das „Ausbildungszentrum für die allgemeine Entwicklung“ weitergebaut werden. Außerdem erzählte er davon, dass in der Nähe der Krankenstation eine Quelle entdeckt wurde mit klarem, sauberem Trinkwasser, so dass die Menschen bis aus Amadi zur Quelle „pilgern“, um sauberes Wasser abzufüllen. Hier soll mit dem gelieferten Zement ein Brunnen gebaut werden.

Auf Heimatpfarrei ist Verlass

„Wann kommt ihr denn wieder?“ – fragt Pater Ferdinand hoffnungsvoll. Zu gerne würde er seinen Besuchern all das vor Ort zeigen, wovon er am Telefon nur kurz berichten kann. Der Missionar erzählte, als er am Pfingstsonntag im Bett lag und gerade das Licht ausmachen wollte, dachte er sich: "Da hat sich doch gerade meine Hose bewegt". Er stand auf, nahm die Hose und schüttelte sie aus, da fiel eine 1,50 Meter lange Giftschlange heraus. Den Kampf mit der Schlange gewann er mit der Machete."

Alle zwei bis drei Jahre kommt Pater Ferdinand während seines Heimaturlaubes nach Tröbes und in seine Heimatpfarrei Moosbach und berichtet von seinem Leben im Kongo. Von Anfang an konnte er auf seine Pfarrei Moosbach und vor allem auf sein Heimatdorf Tröbes zählen. Die Spendenfreudigkeit seiner Landsleute hat bis heute nicht nachgelassen und überwältigt ihn immer wieder auf's Neue. „Merci mingi“ und „Vergelt`s Gott“ wiederholt er immer wieder.

So segensreich das Wirken von Pater Ferdinand im Kongo ist, so tief ist auch seine Verbundenheit zur Oberpfälzer Heimat. So ruft der Moosbacher Pfarrer Udo Klösel im Pfarrbrief die Gemeindemitglieder auf, anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums an Pater Ferdinand zu denken und für ihn zu beten. Eine schöne Geste der Verbundenheit wäre es, so Pfarrer Klösel, Pater Ferdinands Projekte durch eine Spende über die „Missionsbrücke Moosbach-Ndendule“ zu unterstützen.

Pater Ferdinand Bodensteiner kann am Samstag, 29. Mai sein Goldenes Priesterjubiläum in der Demokratische Republik Kongo feiern. Die Heimatpfarrei Moosbach übermittelt dazu besten Glück- und Segenswünsche.
Pater Ferdinand Bodensteiner kann am Samstag, 29. Mai, sein Goldenes Priesterjubiläum in der Demokratische Republik Kongo feiern. Die Heimatpfarrei Moosbach übermittelt dazu besten Glück- und Segenswünsche.
Pater Ferdinand bei seinem letzten Heimaturlaub 2019 vor seiner Heimatkirche St. Johannes in Tröbes.
Hintergrund:

„Missionsbrücke Moosbach-Ndendule“

  • Seit 2007 unterstützt die “Missionsbrücke Moosbach – Ndendule” die segensreiche Arbeit von Pater Ferdinand im Kongo. Im Januar 2018 wurde zu diesem Zweck offiziell ein Verein gegründet.
  • Mit einer Mail an info[at]missionsbruecke[dot]de kann man sich über eine Mitgliedschaft informieren.
  • Die Kontonummer für Spenden an die Missionsbrücke: Raiffeisenbank Moosbach IBAN: DE21 7536 3189 0003 2195 50 BIC: GENODEF1NEW.
  • Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.missionsbruecke.de

 

 

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