13.11.2020 - 10:34 Uhr
MoosbachOberpfalz

Riesensolaranlage im Moosbacher Ortsteil Grub geplant

In Grub bei Moosbach soll ein Solarpark gebaut werden, der eine Kapazität zur Versorgung von 1800 Haushalten pro Jahr aufbietet. In der Sitzung des Gemeinderats ist dieses Vorhaben das Thema Nummer eins für die Markträte.

Nördlich des Kurparkes Moosbach soll ein riesiger Solarpark entstehen. Das Bild zeigt die Straße nach Grub, links die Zufahrt zum Kurpark und auf der rechten Seite das Solarpark-Grundstück.
von Peter GarreissProfil

Diplomwirtschafts-Ingenieur Bernd Fuchs von der Firma Greenovative GmbH in Nürnberg stellte das rund drei Millionen Euro teure Vorhaben vor. Als Standort nannte er ein rund sechs Hektar großes landwirtschaftliches Grundstück, circa 600 Meter östlich von Moosbach, an der Straße vom Gemeindeteil Grub in Richtung Staatsstraße Eslarn oberhalb des Kurparkes Moosbach. Von der Staatsstraße Eslarn kommend liegt das Grundstück unmittelbar bei der Abfahrt zum Kurpark (links) auf der rechten Seite. Das Grundstück hat eine südliche Ausrichtung.

Die Photovoltaikanlage soll eine Nennleistung von circa 5990 Kilowatt-Peak (kWp) bringen. Das sei mehr Strom, als die Marktgemeinde Moosbach im Jahr verbrauche. 3860 Tonnen Kohlendioxid im Jahr sollen dadurch laut Fuchs eingespart werden. Allein die Modulfläche werde 5,3 Hektar betragen. Der Solarpark auf diesem Grundstück sei nur sehr schwer einsehbar. Notfalls werde er zusätzlich eingegrünt. Dies werde die Untere Naturparkbehörde beim Landratsamt Neustadt/WN festlegen.

Auf Wasserschutzgebiet

Fuchs wies darauf hin, dass es sich bei dem Grundstück um eine benachteiligte Fläche in einem benachteiligten Gebiet handle. Außerdem liege es in einem Wasserschutzgebiet für den Tiefbrunnen in 200 Metern Entfernung. Der Betrieb des Solarparks bedeute somit keine landwirtschaftliche Nutzung und Düngung und Reduzierung der Nitratwerte. Dies wirke sich positiv auf den Wasserhaushalt aus. Der Vertreter der Betreiberfirma Bernd Fuchs bat die Gemeinde um die dazu erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes und den Erlass eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

Durch die Anlage würden sich Wertschöpfungen für die Gemeinde Moosbach sowie ein großer Nutzen für die Pflanzen und Insekten ergeben. Besonders wies Fuchs auf die Bürgerbeteiligung hin. Die Bürger können sich mit 15 Prozent der Investitionssumme, das ist rund 400.000 Euro, an dem Projekt beteiligen. Die Beteiligung kann zwischen 1000 bis 25.000 Euro liegen. Fuchs garantierte dafür einen Zinssatz von drei Prozent auf die Dauer von maximal zehn Jahren. Er sicherte der Gemeinde zu, dass ihr durch die Planung keinerlei Kosten entstehen würde. Die Gemeinde habe in jeder Situation die Planungshoheit und die Zügel in der Hand.

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Fragen der Gemeinderäte

Natürlich hatten die Gemeinderäte angesichts der bedeutsamen Maßnahme, die unter Umständen zu Bezugsfällen führen könnte, zahlreiche Fragen. Josef Hierold junior wollte wissen, warum sie das Projekt ausgerechnet auf dieses Grundstück beziehe. Fuchs erklärte, dass es schlecht einsehbar sei. Wenn man die Anlage in Moosbach baue, dann sei es an diesem Standort ideal.

Die Frage von Bernhard Rom, ob für das Dorf Grub die Sicht beeinträchtigt werde, verneinte der Firmenvertreter. Hermann Ach befürchtete, dass durch das Vorhaben das große Grundstück nach 30 bis 40 Jahren der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werde. „Wo wird in diesem Bereich die Grenze vor weiteren Bezugsfällen gezogen?“ Ach sprach sich deshalb deutlich gegen das Vorhaben aus.

Für Erhard Scheuerer werden es langsam zu viel Photovoltaikanlagen in der Gemeinde. Weil aber Kohlendioxid reduziert werde, könne man nicht dagegen sein. Karl Liebl junior dagegen lobte die geplante Bürgerbeteiligung. Mit 13 zu 2 Stimmen sprach sich das Gremium für eine Realisierung und damit Änderung des Flächennutzungsplanes und Erlass eines Bebauungsplanes aus.

Das rund 6 Hektar große Grundstück bietet sich für die Solarnutzung an. Im Hintergrund die Ortschaft Grub.
Sechs Hektar groß ist das Grundstück. Es soll mit 5,3 Hektar Modulfläche bebaut werden.
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