11.09.2020 - 11:22 Uhr
MoosbachOberpfalz

Schlachtplan für das Schlachthaus

Zurück in die Zukunft: Die Schlachtgemeinschaft will wieder mehr am Ort anbieten und dem Trend zur regionalen Vermarktung folgen. Ein Schlüssel dazu ist das Schlachthaus. Die Gemeinde soll beim Ausbau helfen.

Große Pläne hat die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft mit dem Schlachthaus. Sie plant eine Erweiterung, die Zulassung zum Zerlegen von Fleisch und die Bio-Zertifizierung sowie eine Verbesserung der Direktvermarktung.
von Peter GarreissProfil

Die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Moosbach plant die Erweiterung des Schlachthauses. Sie bat die Gemeinde, ihr ein dafür erforderliches Gemeindegrundstückes im Rahmen eines Pachtvertrages zu überlassen. Schon das bisherige Schlachthaus steht auf Gemeindegrund. Ein weiteres Anliegen: die Übernahme einer Bankbürgschaft durch den Markt Moosbach in Höhe von etwa 150.000 Euro, um die Investitionskosten aufzubringen. Nun lag der Fall den Gemeinderäten vor.

Für Bürgermeister Armin Bulenda spielt die Schlachtgemeinschaft eine besondere Rolle im Hinblick auf die regionale Vermarktung. Die Vorhaben nannte er in der Sitzung zukunftsorientiert. Die Vorsitzende der Schlachtgemeinschaft, Erika Sauer, sprach in ihrem Antrag neben der erforderlichen Erweiterung auch die weiteren Vorhaben, die Zulassung zum Zerlegen von Fleisch und die Biozertifizierung an. Den Landwirten werde dadurch die Direktvermarktung ermöglicht. Marktrat Fritz Steinhilber empfahl, das Vorhaben schon wegen der Zugehörigkeit zur Ökomodellregion zu unterstützen. Mit einer Gegenstimme genehmigte das Gremium das Vorhaben der Schlachtgemeinschaft. Der genaue Bürgschaftsbetrag wird noch festgelegt.

Solaranlagen im Blick

Um einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung von Freiflächenphotovoltaikanlagen im Gebiet der Marktgemeinde bat Bürgermeister Bulenda die Gemeinderäte. Immer wieder gehen im Rathaus Anfragen ein, solche Anlagen bauen zu dürfen. Auch Grundstückseigentümer oder Anlieger stellen Fragen nach der Einstellung der Gemeinde zu Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Derzeit warten drei Antragsteller um die Genehmigung. Über 20 Hektar Grundflächen in den Fluren um Grub bzw. Fluröd wären davon betroffen. „Wollen wir Anlage für Anlage entscheiden - oder einen Grundsatzbeschluss fassen.“ Das sei die Frage.

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Moosbach

Marktrat Hans Meier schlug vor, sich jedes Projekt einzeln anzusehen. In Wasserschutzgebieten könnten wir das wohlwollender sehen. Erhard Scheuerer meinte, dass man nicht einfach Ja oder Nein sagen könne. Die Betrachtung müsse von Fall zu Fall geschehen. Es müsse von der jeweiligen Situation abhängen: wer Eigentümer sei und wo das Grundstück liege, etwa in einem Wasserschutzgebiet. Ob es eine Brache oder ehemalige Industriefläche sei. Auch die Frage des Mitspracherechtes im Falle einer Entscheidung durch die übergeordnete Behörde gegen den Willen der Gemeinde sei wichtig.

Einzelfall zählt

Auch Hermann Ach meinte, dass jede Anlage seine Eigenart habe. Er schlug vor, die bisherige Handlungsweise des Gemeinderates 2008 bis 2014 weiterzuführen. Dabei hielt er es für wichtig, ob eine Firma Strom für ihren Betrieb erzeuge, „oder wir eine auswärtige Firma eine Photovoltaikanlage irgendwo hinbauen lassen, und keiner etwas davon habe“. In der Gemeinde gebe es Landschaftsschutzgebiete- und Biotopflächen, die sich dafür nicht eigneten. "Wir dürfen uns da nichts verbauen." Auch den Entzug landwirtschaftlicher Flächen nannte Ach problematisch. Deshalb sollten Dachflächen zuerst genutzt werden. Ach sprach sich gegen einen Grundsatzbeschluss aus. Einstimmig entschieden sich die Gemeinderäte dafür, keinen Grundsatzbeschluss zu fassen und weiterhin auf Einzelfallentscheidungen zu setzen.

Neue Wasserleitungen

Genehmigt wurden Querungen durch Wasserleitungen im Tröbesbach, dem Mühlbach und dem Loisbach. Sie werden durch den geplanten Ausbau der Wasserversorgung, vor allem im Raum Tröbes und Ödhof/Isgier, erforderlich. Nichts einzuwenden hatten die Gemeinderäte gegen eine Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis für die vier Weiher der „Arche Noah“ bei Burgschleif und gegen die Bauleitplanung der Stadt Oberviechtach mit dem Bebauungsplan „Wohngebiet am südlichen Stadteingang“.

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