04.09.2020 - 10:19 Uhr
MoosbachOberpfalz

Schmankerl aus dem Hexengarten

Gäste aus den Landkreisen Neustadt/WN und Schwandorf nutzten in einem kleinen Hexengarten in Gaisheim die Gelegenheit, um ihr Wissen über die heimischen Kräuter zu erweitern. Unter anderem lernten sie ein "einheimisches Superfood" kennen.

Diplom-Biologin Claudia Schmid (Fünfte von links) informierte die Besucher über die heimischen Kräuter und Heilpflanzen im Hexengarten sowie auf Feld und Flur. Mit dabei der Naturpark-Ranger und Landschaftsökologe Heiko Hofmann vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald aus Neustadt/WN (Zweiter von links).
von Peter GarreissProfil

Auf Vermittlung des Touristikbüros im Rathaus Moosbach standen ihnen dazu der Naturpark-Ranger Heiko Hofmann vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald in Neustadt/WN sowie die Diplom-Biologin Claudia Schmid, Gaisheim zur Seite.

Der Landschaftsökologe Hofmann stellte sich vor. Zunächst wurde der kleine Hexengarten besichtigt. Hier bewunderten die Gäste den Hopfen, der gerade von erntereifen Dolden übersät ist. Claudia Schmid stellte ihn als wertvolles Schlafmittel vor. Im unweit davon entfernten großen Hexengarten wurde zunächst auf die Brennnessel eingegangen, die dreimal im Jahr geerntet werden kann. Den Samen der Brennnessel nannten die beiden Referenten als „einheimisches Superfood“ mit zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen.

Die Besucher bewunderten die verschiedenen Beete im Hexengarten. Die Blumenuhr nach Carl von Linne, das Räucherbeet mit wichtigen Räucherpflanzen, den Sonnenhang mit sonnenhungrigen Kräutern, das Heilpflanzen-Horoskop und das Schatten- und Halbschattenbeet. Hier hat gerade die Bartblume ihre Hauptzeit. Sie wurde als wichtige Bienenpflanze vorgestellt, die sich auch als Räucherpflanze gut eigne.

Ernte per Hand

Anschließend ging es zu Fuß zu den Wiesen, die zum Hexengarten gehören. Mehrere etwa vier Quadratmeter große Beete sind hier mit Ringelblumen, Pfefferminze, Apfelminze, Weiße Melisse, Zitronenmelisse, Thymian und vielen anderen Kräutern bepflanzt. „Alles wird hier bis zur Ernte per Hand gemacht und verarbeitet“, erklärte Claudia Schmid. Auch um die Beete herum sind viele Kräuter wie Spitzwegerich, Schafgarben, Johanniskraut, Beifuß, Königskerze, Nachtkerzen, Schmalblättriges Weidenröschen zu finden, die ebenfalls geerntet werden. Weiter ging die Führung zu einer großen Wiese, die idyllisch zwischen Bach und Wald liegt. Gleich am Eingang zur Wiese waren verschiedene Schachtelhalm-Arten zu finden. Da nur der Ackerschachtelhalm als Heilpflanze verwendet wird und die anderen Arten giftig sind, konnte die Referentin gleich den Unterschied erklären.

Als besonderes Schmankerl zeigte Claudia Schmid die Blutwurz, die an dieser Stelle in größeren Mengen wächst. Da von der Blutwurz nur die Wurzel Verwendung findet, wurde sie ausgegraben und den Gästen gezeigt, wie sich die Wurzel beim Aufschneiden langsam rot verfärbt. Geerntet werde die Wurzel aber erst im Herbst nach der Blüte, erklärte Schmid. Dann färbe sich die Wurzel auch viel schneller und kräftiger und könne als Likör angesetzt werden.

Abschied von einer Idee in Moosbach

Moosbach

Im rohen Zustand giftig

Zuletzt zeigte die Diplom-Biologin noch zwei Sträucher, die sie als sehr heilend bezeichnete. Es handelte sich um die Eberesche (Vogelbeere) und den Holunder. Beide Pflanzen sind im rohen Zustand giftig, können aber abgekocht als Saft oder Gelee verzehrt werden. Dann sind sie sehr vitaminreich und wirksam.

Zurück in den Hexengarten wartete ein kleines Kräuterbuffet auf die Gäste. Beim Probieren waren die Teilnehmer von den Frischkäsebällchen, gerollt in Kräutern und Blüten, Kräuterquark und Kräuterbutter angenehm überrascht. Sie konnten auch Kräuter- und als süße Nachspeise Heidelbeermuffins naschen. Alle Kräuter und Früchte kamen aus dem Hexengarten. Dazu ließen sie sich den frischen selbstgemachten Himbeer-Sirup und hausgemachten Ingwerglühwein schmeckten. Mit vielen Tipps und Rezepten konnten die Gäste dann zufrieden die Heimfahrt antreten.

Diplom-Biologin Claudia Schmid (Vierte von links) informierte die Besucher über die heimischen Kräuter und Heilpflanzen im Hexengarten sowie auf Feld und Flur. Mit dabei der Naturpark-Ranger und Landschaftsökologe Heiko Hofmann vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald aus Neustadt/WN (Vierter von rechts).
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