25.03.2020 - 09:15 Uhr
MoosbachOberpfalz

Die Spurensuche in Moosbach geht weiter

Der Heimatkundliche Arbeitskreis in Moosbach stellt neue Forschungsergebnisse vor. Über den neuen Band "Spurensuche 8" freut sich auch Bürgermeister Hermann Ach. Er bekommt als Erster ein Exemplar.

Geschichte Moosbach pur bietet der HAK mit dem neu erschienenen Band, der 128 Seiten umfassenden Broschüre, „Spurensuche 8“. Der Sprecher des HAK Peter Garreiss überreichte an Bürgermeister Hermann Ach (rechts) ein Exemplar.
von Peter GarreissProfil

Zu einem Spaziergang durch die Geschichte der Marktgemeinde Moosbach lädt der im März 2020 erschienene achte Band der Serie „Spurensuche“ des Heimatkundlichen Arbeitskreises Moosbach (HAK-Moosbach) ein. Nach der Gründung vor zehn Jahren gelangen dem HAK die Herausgabe von immerhin schon sieben Bänden der Broschüre „Spurensuche“. In der jährlich erscheinenden Broschüre des HAK werden die jeweils letzten Forschungsergebnisse zur Geschichte des Raumes Moosbach vorgestellt. Die neue 128-seitige Hochglanzbroschüre wurde nun vom Sprecher des HAK Peter Garreiss dem Moosbacher Bürgermeister Hermann Ach im den Räumen des HAK im Rathaus vorgestellt. Wegen der momentanen gesellschaftlichen Einschränkungen musste diesmal auf eine öffentliche Vorstellung verzichtet werden.

Max Frischholz geht in seinem Beitrag auf die Umstände ein, die zur Auflösung der Schule in Tröbes im Jahre 1969 führten. In einem zweiten Bericht beschreibt er die Gründung der Brauerei Bodensteiner, Tröbes im Jahre 1867 und ihr Ende 1944. Schließlich erforschte er den Ausbau der Wasserversorgung Tröbes in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und das legendäre Wasserfest am 3. Oktober 1953.

Karl Ochantel ging den verschollenen Moosbachern, die mit Napoleon dem Russland-Feldzug 1812 mitmachten, nach. Außerdem erforschte er die Teilnehmer aus dem Ort Rückersrieth am 1. Weltkrieg. In seinem dritten Beitrag, „Von der Diskussion zur Rauferei“, spricht er Gerichtsfälle wegen groben Unfug, Beleidigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen durch Maßkrüge, blutige Raufereien und viele andere Straftaten an. Peter Garreiss begann mit der Erforschung der Hammerherren zu Gröbenstädt, die über 500 Jahre den Menschen Arbeit und Brot gaben. Diesmal ist die Familie Franck an der Reihe. Außerdem berichtet er über das Brauwesen in Burgtreswitz, das schon im 16. Jahrhundert begann. Schließlich geht er auch auf das Leben des Moosbacher Kapuziner-Pater Berthold Brandl ein.

Josef Rauch erinnert mit dem Beitrag „Pozor Hranice!“ – Vorsicht Grenze! an die Geschichte der Familie Picka. Es waren Geschäftsleute und Sudetendeutsche im Böhmerwald, die nach dem 2. Weltkrieg durch Flucht ihre Heimat verlassen mussten. Als Tierhändler und Tierarzt bauten sich Vater und Sohn in Burgtreswitz eine Existenz auf. Helene Rolle gibt in der Broschüre Schimpfverse sowie die Oberpfälzer Mundart zum Besten. Sie erinnert an alte Bräuche wie Allerheiligen, Bittprozessionswege oder das Kommen der Amis nach Kriegsende. Johann Scheuerer erforschte das unermessliche Leid der Bevölkerung von Rückersrieth, als im Jahre 1921 von 100 Einwohnern 17 an einer geheimnisvollen Ansteckungskrankheit starben. Er beschreibt auch das Schicksal des Infanteristen Franz Prem aus Rückersrieth im 1. Weltkrieg. Anna Krämer berichtet wie sich Sieger und Besiegte nach Ende des 2. Weltkriegs in Moosbach begegneten und sie selbst als sechsjährige das Kriegsende erlebte.

Erika Straub schildert ihre Kriegsjahre in der Einöde Leinschlag bei Moosbach. Schließlich hat der Ortsheimatpfleger Peter Garreiss auch sein Bildarchiv geöffnet und im Bericht „Wie sie lebten – Erinnerungen an frühere Zeiten“ mit fast 40 Bildern beigetragen. Karl Ochantel hat ein Register erstellt, das nun das Suchen der bisherigen Beiträge in den Nr. 1 bis 7 wesentlich erleichtert. Über 100 Bilder aus alten Zeiten schmücken die „Spurensuche 8“. Die Broschüre wurde vom Redaktionsteam Peter Garreiss, Peter Franz, Helene Rolle, Max Frischholz, Karl Ochantel und Josef Rauch zusammengestellt. Für Layout und Druck sorgte die Firma Ringholz-Werbung aus Waidhaus.

Bürgermeister Hermann Ach dankte dem HAK für die enorme Arbeit. Er bezeichnete die „Spurensuche 8“ als weiteres gelungenes Nachschlagewerk für jeden Interessierten an der Heimatgeschichte. Die Broschüre reihe sich bestens in ihre Vorgänger Nr. 1 bis 7 ein. Immer wieder werden neue Geschichten bekannt. Der Band 8 des HAK ist derzeit in der Poststelle Moosbach zum Preis von 6 Euro erhältlich. Dort können auch die bisherigen Bände Nr. 1 bis 7 für je sechs Euro erworben werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.