03.07.2019 - 14:36 Uhr
MoosbachOberpfalz

"Wiso" recherchiert: Nur leere Versprechungen in Burgtreswitz

Recherchen führen das ZDF-Magazin Wiso nach Burgtreswitz. Dort war in der Kirche ein Gerät im Einsatz, das feuchte Mauern trocknen soll. Alles Schwindel, wie sich nun herausstellt. Der Markt Moosbach bleibt auf den Kosten sitzen.

Bürgermeister Herrmann Ach im Wiso-Interview.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

In einem Beitrag, der am Montag ausgestrahlt wurde, macht Wiso auf die Machenschaften der österreichischen Firma aufmerksam. Moosbachs Bürgermeister Herrmann Ach erläutert im Interview, warum die Kommune auf die umstrittene Technik gesetzt hat.

Bereits 2012 hat der Markt Moosbach beschlossen, die Kugel der Firma Aquapol anzuschaffen, die die Feuchtigkeit in der Kirche Burgtreswitz reduzieren soll. Rund 5700 Euro kostete das Gerät, das einer Küchenlampe sehr ähnlich sieht. Dieses basiert auf Magneto Kinesiologie und soll mit Schwingungen auf die Wassermoleküle im Gemäuer einwirken.

Die Firma versprach damals eine Geld-zurück-Garantie und beeindruckte mit zahlreichen Studien, die die Wirksamkeit des Verfahrens belegen sollten. Bürgermeister Ach und der Marktrat waren sich einig, mit dem Kauf kein Risiko einzugehen - auch wenn die Methode etwas unorthodox erschien. Als nach drei Jahren die Kirchenmauern immer noch feucht waren, pochte die Gemeinde auf die Garantie und wollte ihr Geld zurück. Die Firma lehnte dies jedoch ab. Begründung: Um Erfolg zu haben, müsse man auch begleitende Maßnahmen wie Lüften, Putz abschlagen oder Sanieren ergreifen. Moosbach klagte vor Gericht und bekam Recht. Dennoch bleibt der Markt auf den Kosten sitzen: Die österreichische Firma hat Insolvenz angemeldet.

Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin Wiso berichtete in der Vergangenheit immer wieder über die Firma Aquapol. Wiso bat einen Bauphysiker sich, die Technik genauer anzusehen. Das Fazit fiel ernüchternd aus: Es gibt keine wissenschaftliche Erklärung, warum das Gerät funktionieren soll. Es besteht lediglich aus einem Gehäuse mit ein paar Drähten drin. Der Experte bezeichnete die angebliche Wirkungsweise als "Unsinn".

Dem Markt Moosbach hilft das nichts mehr. Die Kugel ist mittlerweile abmontiert. Nun muss sich die Kommune nach anderen Möglichkeit umschauen, die Feuchtigkeit in der Kirche loszuwerden.

Was aussieht wie eine billige Küchenlampe vom Möbeldiscounter, sollte per Schwingungen die Feuchtigkeit in der Burgtreswitzer Kirche aus den Wänden ziehen.

Zur Vorgeschichte

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Kommentare

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Franz Lorenz

Es werden Wunder vollbracht aber in der Krebsforschung ist die "Antenne" noch nicht anerkannt:

1) Es hilft gegen aufsteigende Feuchtigkeit in Mauern. Das ganz besonders wenn vorgeschriebene baubegleitende Massnahmen durchgeführt werden, wie lüften oder den Putz abschlagen.

2) Im Rinderstall heilt es auch die Rinder:
... Bei Tierversuchen "insbesondere bei den sog. Strahlenflüchtern (z. B. Rinder)" konnte ein eindeutiges Verschwinden der Krankheiten festgestellt werden, die in der geopathologenen Belastung ihren Ursprung hatten",

3) Die Wunderkugel heilt auch Krebs und schützt davor:
12. "Können "Erdstrahlen" wirklich krank machen? ... Wenn man nun als Mediziner die Realität der "so genannten" Erdstrahlen erkennt, so ergibt sich die Konsequenz, dass das Wohlbefinden und auch das Leid der Menschen häufig standortbedingt ist. Tumore entwickeln sich nicht immer an den Schwachstellen des Organismus, sondern auch an jenen Stellen, wo die Erdstrahlung besonders konzentriert ist, das heißt: standortabhängig angreift ... Trotz genügend Erfahrung werden die standortbedingten Einflüsse nicht als wesentlicher Faktor in der Krebsforschung anerkannt.
Unterlassungsverfahren wegen der Verbreitung nicht nachgewiesener Hirngespinste:
LG München I, Urteil vom 23.10.2008 - 4 HK O 21180/07, https://openjur.de/u/471894.html

"Die Störzonen, in denen Erdstrahlen entstehen, befinden sich nicht in der Erde, sondern im Kopf." www.geophys.uni-stuttgart.de/erdstrahlen/Wismar4.htm

Der Erbauer der beiden runden Epoxidharzplatten hat in seinem Patent AT 517234 A4 2016-12-15 eine Bauanleitung veröffentlicht. Für private oder Forschungszwecke darf sich jeder die "Erfindung" nachbauen.
Die beiden Platten mit der Kupferkringelleiterbahn drauf kann man sich für etwa 20 EUR selbst ätzen lassen. Man kann aber auch einfach zwei Drähte zu entsprechenden Spiralen formen.
Dann spart man Geld, denn das kostet keine 2 EUR.

Wer sich das basteln der beiden Spiralen sparen möchte, der kann auch einfach ein Amulett verwenden:
Alexander Bräuer FA für gewerblichen Rechtsschutz: … Es sei nur eine Aluminiumdose, die mit 3 Plastikstiften, Scheiben und einem Kupfernagel versehen ist. …Ebenso gut könnte man dafür ein Amulett verwenden.
https://www.ratgeberrecht.eu/wettbewerbsrecht-aktuell/irrefuehrende-werbung-fuer-gebaeudetrockenlegung.html

Vielleicht treten dann auch physikalische Erfolge ein.

Wirtschaftszeit.eu 21.01.2019: „Michelle Mohorn ist sich bewusst, dass es derzeit keine schulphysikalisch anerkannten Bestätigungen für die Wirkung des Systems gibt.“
(Die Mauertrocknung oder die elektrische Messung nach der Installation wären zB. eine schulphysikalische Bestätigung. Beides ist jedoch nicht nachweisbar.)

Die Blödelantenne arbeitete früher übrigens mit Magnetokinese. Derzeit arbeitet sie mit gravomagnetischer Energie.

Aquapol Science-Fiction im Keller, Beobachter:
„Die gravomagnetische Energie wurde noch nie in einem wissenschaftlichen Versuch nachgewiesen», schreibt der Physiker Kolja Prothmann vom Max-Planck-Institut: «Die einzige mir bekannte Referenz bezieht sich auf die Science-Fiction-Serie ‹Mondbasis Alpha 1› aus dem Jahr 1977.“

20.02.2020