31.10.2018 - 17:28 Uhr

Morbide Gaudi im Pfarrsaal

Mit dem „Gespenstermacher" landet die Mähringer Laienspielgruppe „St. Katharina“ einen echten Volltreffer. 250 Zuschauer kommen zu den ersten beiden Vorstellungen. Am Wochenende geht das Stück noch zwei Mal über die Bühne im Pfarrsaal.

Die Geist-Wirtin (links) alias Anita Raschke. Bild: Lukas Lanzendörfer/exb
Die Geist-Wirtin (links) alias Anita Raschke.

Zweieinhalb Stunden kurzweilige Theaterunterhaltung bietet die Laienspielgruppe "St. Katharina" mit ihrem Dreiakter "Gespenstemacher". Bei den bisherigen Vorstellungen belohnten etwa 250 Zuschauer die Schauspieler mit anhaltendem Applaus und lauten Bravo-Rufen.

Die acht Darsteller agieren dabei so überzeugend, dass (fast) alle Sinne des Zuschauers angesprochen werden. Nur der Geruchssinn bleibt außen vor. Wäre er mit im Boot, würde es nach Moder und feuchtem Moor riechen und die Grusel-Komödie noch echter wirken. Im Original spielt das Stück im Wirtshaus im tristen "Moortaler Moos". Die Lokalität haben die Mähringer Laienspieler kurzerhand in die "Bidl-Lou" (Bidl-Lohe) verlegt. Den Begriff gibt es tatsächlich und er beschreibt ein sumpfiges Areal beim Mähringer Badeweiher. Der Ort des Geschehens ist das Wirtshaus, in der die Moor-Wirtin (Anita Raschke) alleine haust, außer wenn sie Gäste hat.

Bezahlung nach Todesfällen

Wie so oft taucht auch heute die etwas schrullige Philomena (Elisabeth Mayer) auf. Sie setzt sich an ihren Stammplatz, redet, wie immer, nicht viel und isst zu Mittag. Die Tür geht auf und der junge, fesche Knecht Leo (Elias Kaiser) tritt ein. Er ist auf der Suche nach den beiden Totengräbern der Gemeinde, um ihnen mitzuteilen, dass beschlossen wurde, dass sie künftig nicht mehr pauschal, sondern nach Todesfällen bezahlt werden.

Im Ort werden die Totengräber Schippe (Christian Müller) und Schaufel (Martin Freundl) verächtlich Boindlkramer oder Leichenbuddler genannt. Ein weiterer Gast im Wirtshaus der Moor-Wirtin ist Vevi Veichtl (Melanie Kaiser), die ganz nebenbei durchblicken lässt, dass sie jetzt nicht mehr um ihren verstorbenen Mann trauert und deshalb auf dem Heiratsmarkt wieder verfügbar ist. Da kommt der Schouster-Jackl (Harald Kaiser) ins Spiel. Denn sowohl die Wirtin als auch die Evi haben ein Auge auf ihn geworfen. Als schließlich die Totengräber nach getaner Arbeit die Wirtsstube betreten, verdunkelt sich, begleitet von Blitz und Donner, das Licht im Raum. Das Gruseln kann beginnen. Mit "Finger weg von Bier, Schnaps und Speisen" begrüßt die Wirtin die beiden ungeliebten Gäste. "Sie hat aber nichts vom Wein gesagt", bemerkt Schippe und schon sind die beiden auf der Suche.

Sie finden eine Weinflasche, entkorken sie und gießen zwei Gläser ein. Kurz bevor sie trinken entdeckt Schaufel den abgebildeten Totenkopf auf dem Etikett mit der Aufschrift "Gift". Die Wirtin, die sich eines der Gläser genommen hat, nimmt die Warnung der Totengräber nicht ernst, trinkt und fällt wenige Sekunden später leblos zu Boden. Auch Vevi Veichtel widersteht der Versuchung nicht. Sie ereilt das gleiche Schicksal.

Im zweiten Akt tauchen die beiden Frauen wieder auf, blass im Gesicht und von niemandem wahrgenommen. Sie sind Gespenster. Ob und wie sie wieder in die gewohnte Welt zurückfinden, erfahren Interessierte im Pfarrheim am Samstag, 3. November, um 19 Uhr oder am Sonntag, 4. November, um 14 Uhr. Karten zum Preis von 6 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder bis 14 Jahre gibt es bei den Volks- und Raiffeisenbanken in Mähring und Tirschenreuth sowie an der Theaterkasse.

Die Totengräber Schippe und Schaufel bemerken gerade noch, dass sie einen tödlichen Cocktail in Händen halten. Bild: Lukas Lanzendörfer/exb
Die Totengräber Schippe und Schaufel bemerken gerade noch, dass sie einen tödlichen Cocktail in Händen halten.
 
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