31.10.2019 - 15:34 Uhr
Muckenthal bei WiesauOberpfalz

Viel Ärger mit den possierlichen Fischräubern

Die Sorgen der Fischbauern werden nicht weniger. Das weiß auch CSU-Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, der zu einem Runden Tisch nach Muckenthal eingeladen hatte. Ein Ärgernis für die Teichwirte ist etwa der Fischotter.

Mit MdL Alexander Flierl (Zweiter von links) und MdL Tobias Reiß (Sechster von links) diskutierten Fischbauern und Vertreter aus der Kommunalpolitik über die aktuellen Probleme in der Teichwirtschaft.
von Werner RoblProfil

Alexander Flierl, geboren in Oberviechtach, ist seit 2013 Mitglied im Bayerischen Landtag. Der Oberpfälzer beschäftigt sich in den Gremien mit Fragen der Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Unter anderem ist der Abgeordnete Ansprechpartner für Umweltbelange und Verbraucherschutz. Er sei ein Unterstützer der Teichwirte, betonte Alexander Flierl beim Fischereifachgespräch im Fischerstüberl der Muckenthaler Familie Bächer.

Neben regionalen Fischbauern aus dem Raum Wiesau waren auch die stellvertretenden Landräte Alfred Scheidler und Roland Grillmeier, MdL Tobias Reiß, CSA-Kreisvorsitzender Huberth Rosner und Bürgermeister Toni Dutz eingeladen, um mit Flierl die Probleme zu erörtern und die vorgebrachten Anregungen zu vertiefen. "Da gehört auch der Spannungsbogen Fischwirtschaft im Teichherz des Stiftlandes dazu", erklärte Reiß. Anstoß, sich vor Ort auszutauschen, waren die derzeit stattfindenden "Kommunalen Zukunftswochen" der Landkreis-CSU. Den Teichwirten brennt vieles auf den Nägeln. Die Otterpopulation oder die große Zahl der Fischreiher sorgen dafür, dass die Teichwirte seit langem nach einer Lösung rufen. Gefordert sei auch die Politik, mahnte stellvertretender Landrat Roland Grillmeier und verwies auf die Otter-Schäden. "Das Problem Kormoran hat gezeigt, dass man nicht lockerlassen darf."

Viele Teiche nicht mehr genutzt

Die von vielen als "possierliche Tierchen" bezeichneten Fischräuber breiten sich immer weiter aus. Gleichzeitig veranlassen die durch den Otter stark ansteigenden Schäden immer mehr Teichwirte in der Oberpfalz dazu, ihre Weiher leer stehen zu lassen oder zumindest nicht mehr für die Fischproduktion zu nutzen. Was die Naturschützer und -Freunde freut, ist für die Teichbauern, die von ihren Erträgen leben wollen, aber ein Ärgernis. Seit langem fordert man daher eine geregelte Otter-Entnahme. Vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium wurde die Oberpfälzer Regierung im Herbst vorigen Jahres beauftragt, in den Landkreisen Cham, Schwandorf und Tirschenreuth ein Pilotprojekt zur punktuellen Entnahme von Fischottern durchzuführen. Dadurch wurden aber die Sorgen nicht kleiner.

Flierl weiß um die Probleme. Als Vorsitzender der Oberpfälzer Teichgenossenschaft ist er ein qualifizierter Ansprechpartner. "Die Teichwirte verlangen, dass endlich Möglichkeiten geschaffen werden, um die Produktionserschwernisse zu reduzieren." Flierl forderte neben einer umfassenden Beratung auch entsprechende Präventiv- und Entschädigungsmaßnahmen. "Die Otterentnahme ist notwendig", machte er vor seinen Gesprächspartnern in aller Form deutlich. Eine Entnahme dürfe jedoch nur unter strikter Beachtung der einschlägigen Rechtsvorschriften in einem engen Rahmen stattfinden.

Minister sollen Farbe bekennen

"Die Gesprächspartner - Naturschützer, Teichbauern und Vertreter aus den Reihen der Politik - müssen auf Augenhöhe verhandeln", mahnte Flierl sich zusammenzusetzen. Für eine deutliche Anhebung der Förderungen und eine kritische Beleuchtung des Monitorings sprach sich der Muckenthaler Teichwirt Klaus Bächer aus. Die drohenden Ertragsverluste beklagte auch Wolfgang Stock aus Kornthan. "Wenn wir nicht liefern können, verlieren wir Kunden." Die Teichwirtschaft sei ein Gewinn für die Region, sie dürfe nicht so einfach verschwinden. Bürgermeister Toni Dutz ist die "lange Diskussion" leid. "Die zuständigen Minister müssen Farbe bekennen. Oder sind sie zu ängstlich?", schickte der Wiesauer Kommunalpolitiker hinterher.

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