Deutschland und die Welt
25.03.2019 - 19:04 Uhr

Mueller-Bericht: Trump sollte sich nicht zu früh freuen

US-Präsident Donald Trump jubelt. Er sieht sich durch den Bericht von Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre "total entlastet". Das stimmt aber nicht, es ist eher ein "Freispruch aus Mangel an Beweisen", meint Julian Trager.

Kommentar von Julian Trager
Wer meckert noch? Donald Trump sieht sich durch den Mueller-Bericht "total entlastet". Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Wer meckert noch? Donald Trump sieht sich durch den Mueller-Bericht "total entlastet".

Es ist ein Befreiungsschlag für Donald Trump, der umso kleiner wird, je genauer man hinschaut. Auch wenn der US-Präsident und seine Anhänger gerade jubeln - die "totale Entlastung" (O-Ton Trump) sieht anders aus. Der Bericht von Robert Mueller ist für den Präsidenten eher ein "Freispruch aus Mangel an Beweisen".

Was der Bericht sagt: Es gibt keine zweifelsfreien Belege, dass Trump in die Russland-Affäre verwickelt ist, dass er die US-Justiz behindert hat, - dass er ein Verbecher ist. Problem: Das Gegenteil könnte auch der Fall sein. Mueller und sein Team konnten Trump weder be- noch entlasten. Was der Bericht außerdem sagt: Die US-Präsidentschaftswahl 2016 wurde von Russland vorsätzlich manipuliert - zugunsten des damaligen Kandidaten Donald Trump, mit der Kenntnis seiner engsten Mitarbeiter. Trumps Wahlkampfchef, sein außenpolitischer Berater, sein Anwalt - sie alle waren tief in die Manipulationen verstrickt, zum Teil sind sie bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Welcher Saubermann umgibt sich mit solch dubiosen Gestalten?

Trotz allem: Eine direkte Verwicklung ist dem US-Präsidenten bisher nicht nachzuweisen. Und ohne Beweise darf niemand angeklagt oder gar verurteilt werden, selbst Donald Trump nicht. Aber "total entlastet" ist er deswegen nicht.

 
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