Explosionsgefahr nach Unfall mit 150 Kilo Böller im Gepäck

Als die Waldsassener Polizei ein Auto kontrollieren will, flüchtet der Fahrer. Erst nach einem Unfall stellt sich der Grund für die Flucht heraus: Im Fahrzeug waren 150 Kilo illegale Böller. Ein Sprengstoffkommando muss anrücken.

Spektakulärer Einsatz in den Abendstunden bei Schottenhof (Waldsassen). Ein großes Aufgebot an Feuerwehren und Polizei war am Samstagabend im Einsatz.
von Josef RosnerProfil
150 Kilogramm Böller hatte dieses Fahrzeug aus Frankfurt/Main geladen.

Am Samstagvormittag gegen 11.45 Uhr ereignete sich ein wohl spektakulärer Unfall in Schottenhof (Waldsassen). Wie Oberpfalz-Medien nach ersten Erkenntnissen in Erfahrung bringen konnten, wollte die Grenzpolizei Waldsassen am Parkplatz der Waldsassener Stadthalle ein Fahrzeug zunächst routinemäßig kontrollieren. Der Fahrer flüchtete allerdings mit laut Polizeiangaben überhöhter Geschwindigkeit stadteinwärts. Auf Höhe des Krankenhauses bog das Fahrzeug plötzlich rechts ab und fuhr durch den Friedhof. Von dort aus ging die Fahrt weiter in Richtung Hundsbach. An der Kreuzung Schottenhof verlor der Fahrer schließlich die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Pkw überschlug sich mehrmals und kam in einem nahegelegenen Grundstück zum Stehen.

Die Polizeibeamten trauten ihren Augen nicht, war der Grund für die Flucht doch schnell klar. Das Fluchtfahrzeug hatte rund 150 Kilogramm Böller geladen, die die beiden Fahrzeuginsassen aus Frankfurt scheinbar in Tschechien gekauft hatten. Die Flüchtenden wurden mittelschwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Am Unfallort war Explosionsgefahr nicht auszuschließen: Aus Feucht wurde ein Sprengstoffkommando angefordert, um die Böller zu bergen. Die Unfallstelle wurde bis zum Eintreffen von Sprengstoffexperten größräumig gesperrt. Die Straßen in Richtung Schottenhof waren von allen Seiten komplett gesperrt. Die Feuerwehren Waldsassen und Münchenreuth war ebenfalls im Einsatz.

"Letztlich konnten runden 150 Kilogramm Böller aus dem Fahrzeug geborgen und sichergestellt werden", berichtet Polizeihauptkommissar Ernstberg. Die beiden Fahrezeuginsassen wurden bei dem Unfall mittelschwer verletzt und in ein Krankenhaus verbracht. Am Auto entstand Totalschaden in Höhe von 60.000 Euro. Die Polizei Tirschenreuth führt nun die Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Verstoßes nach dem Sprengstoffgesetz.

Die Straße von Waldsassen nach Münchenreuth war für mehrere Stunden gesperrt, die FFW Münchenreuth leitete den Verkehr um.
An der Stadthalle in Waldsassen sollte das Fluchtfahrzeug kontrolliert werden.
Spektakulärer Einsatz in den Abendstunden bei Schottenhof. Ein großes Aufgebot an Feuerwehren und Polizei war am Samstagabend im Einsatz.
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