Glaube gibt Kraft für den Widerstand

"Sophie Scholl und die Weiße Rose. Hat uns der christliche Widerstand gegen den Nationalsozialismus auch heute was zu sagen?" Diese Frage stand kürzlich imVereinsheim Münchenreuth im Mittelpunkt.

Bernhard Suttner bei seinem Vortrag.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Referent beim Vortragsabend des katholischen Frauenbundes, des Pfarrgemeinderates und der Erwachsenenbildung war Bernhard Suttner aus Windberg. Er schilderte den familiären Hintergrund der Scholls und erzählte von der anfänglichen Begeisterung der Geschwister Sophie und Hans für den Nationalsozialismus und vom Bruch mit diesem - wegen dessen Ideologie der Ausgrenzung bestimmter Menschen und der weltanschaulichen Primitivität. Als Studenten verfassten sie mit anderen unter dem Decknamen "Weiße Rose" Flugblätter, in denen sie den Nationalsozialismus einen Verrat an der deutschen Kultur anklagen, das deutsche Volk der Schläfrigkeit und der Feigheit beschuldigen.

Suttner bezeichnete die Weltanschauung der Menschen in der Weißen Rose als eine liberale im besten Sinne des Wortes: Die Freiheit des Denkens, die Liebe zum Leben, die Begeisterung für die Schönheit in Natur und Kultur und das Wissen um eine persönliche Verantwortung für alles was geschieht. "Die Kraft zum Widerstand fanden die Geschwister Scholl im Glauben an den personalen Gott, die Leitlinie ihres Handelns waren die Kardinaltugenden Mut, Maß, Gerechtigkeit und Klugheit", so Suttner der Pressemitteilung zufolge.

Übertragen auf die Gegenwart, so der Referent weiter, würde das Vermächtnis der Geschwister Scholl lauten: "Kein Schweigen, wenn jemand gegen die Würde des Menschen handelt und redet. Keine Duldung der Verharmlosung des Nationalsozialismus. Keine Ausgrenzung irgendwelcher Menschen. Pflicht zum freien Gedanken und zum freien Wort. Pflicht zur Verantwortung vor dem eigenen Gewissen und - für den der glaubt - auch die Verantwortung vor dem ewigen Gott."

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