Michareither Fosnatbladl: "Genussschweine statt Genussscheine" das Motto beim Schlüsselclub

Im vierten Teil der "Michareither Fosnatbladl"-Serie geht es ums Geld. Der Ausfall der Faschingssession trifft auch die Schlüsselcluberer hart. Genussrechte an Schweinen stellen nun die Liquidität bis zum Aschermittwoch sicher.

Der Andrang bei der ersten Versteigerung von Genussschweinen war groß. Schnell waren alle Schweine vergriffen.
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Die vierte Geschichte aus dem Michareither Fosnatbladl erzählt davon, dass sich der Schlüsselclub mangels staatlicher Überbrückungshilfen für notleidende Narren für eine Alternative entschieden hat. Genussrechte an Schweinen stellen nun die Liquidität bis zum Aschermittwoch sicher, wobei die Narren vom Mitterhof inspiriert wurden.

Familie Frank hatte durch die Ausgabe von Genussrechten erfolgreich Gelder eingeworben, um so eine Unterstützung für die Sanierung des früheren Klostergutes zu bekommen. Die Genussrechte-Veranstaltung kurz vor Weihnachten sei ein voller Erfolg gewesen. Die Genussrechte über eine Gesamtsumme von 100.000 Euro seien innerhalb kürzester Zeit vergriffen gewesen. Als Gegenleistung erhält man eine Verzinsung in Ware. Vier Prozent sind das am Mitterhof.

Mit einer Beteiligung an Genussschweinen strebte der Schlüsselclub an, die Finanzierungslücke durch den Ausfall an Faschingsaktivitäten zu kompensieren. Schnell war die Idee geboren, hier Beteiligungen an vereinseigenen Schweinen auszugeben. „Genussschweine statt Genussscheine“ ist das Motto.

Der Antrag bei der ersten Versteigerung von Genussschweinen war groß. Als Zinsen wurden Naturalien versprochen. Hier war die Rede von 35 Prozent. Dabei lag aber ein Kommunikationsfehler vor, denn mit 35 Prozent war der Fettanteil gemeint. „So eine Sauerei“, merkte dabei ein verdutzter Elferrat an. Als Versteigerer wurde Reinhard Grillmeier eingesetzt und stellte zu Beginn aber erstmal die Frage „Wer bin ich?“ und rief so zum Beruferaten auf. Da nach 11 Antworten immer noch unklar war, welchen Beruf er ausübe, ging er zur Versteigerung mit „Welches Schweinderl hättens denn gerne?“ über.

Schnell waren alle Schweine vergriffen. Robert Bartl zeigt sich zufrieden mit dem Erwerb einer Genusssau: „Mir war a Schweiners scha immer lieber als Straußeneier.“ Martin Hecht freute sich über sein Genussschwein, auch wenn er lieber eine Konnersreuther Goas als Genussobjekt mitgenommen hätte. Walter Heindl zeigte sich mit seinem Schweinerwerb glücklich: „Ich nehme auch lieber Schweinefleisch als Lamafleisch. Des bleibt immer zwischen den Zähnen hängen.“

Faschingsursau als Niete

Eine Faschingsursau ergatterte Norbert Ernstberger. Er freute sich über eine richtige Festsau. Dabei ließ Versteigerer Grillmeier aber erst nach der Übergabe durchblicken, dass der Erwerber dieses Schweines dann als Prinz Karneval in den Sautrog muss, wenn am Faschingsdienstag um 24 Uhr traditionell der Fasching beendet wird. Das sei eine echte „Helau-Sau“, meinte Grillmeier.

Saublöd lief es auch für Christian Betzl. Im blieb nur ein kleines Glücksschwein aus Schokolade. Ich hätte lieber Schweinfleisch gehabt, dann hätte ich daraus Geräuchtes gemacht. „Das hält doch keine Sau aus“, merkte Grillmeier an und ermunterte Betzl sein Schokoschwein nicht zu räuchern.

Grillmeier bedankte sich am Ende für die gute Zusammenarbeit bei den Schweinen und verlass das Kleingedruckte: „Weil Genussrechte mit einem qualifizierten Abgang verbunden sind, ist ein Totalausfall möglich. Die Zeichner tragen also ein gewisses Risiko mit. Zu Deutsch: Die Sau kann auch abhauen. Damit ist klar – Genussrechte sind auch Spaßrechte. Dou is doch wirklich alles z`spath – zum Glick san mir in Micharath.“

Der dritte Teil der Fosnatbladl-Serie

Münchenreuth bei Waldsassen
Hintergrund:

"Fosnatbladl"-Geschichten

  • In Zusammenarbeit mit Oberpfalz-Medien veröffentlicht der Schlüsselclub Münchenreuth eine Serie von 11 Berichten über Faschingsthemen und Narreteien.
  • Alles darf in diesen Berichten, so wie in diesem Beitrag auch, aber nicht bierernst genommen werden.

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