Michareither Fosnatbladl: Wilder Weiberfasching – diesmal digital

Der achte Teil der Serie mit Geschichten aus dem Michareither Fosnatbladl ist ein aktueller Beitrag über den Weiberfasching in Münchenreuth. Den gab's dieses Jahr digital.

Der Weiberfasching im Kappldorf ging diesmal digital über die Bühne.
von Externer BeitragProfil

Auf eine ungeahnte Resonanz stieß der diesjährige Weiberfasching im Kappldorf. Am Unsinnigen Donnerstag organisierten die Damen des Kappldorfs einen digitalen Treff. Zugang zur der Online-Veranstaltung gab es ab 20 Uhr nur für Damen über 16 Jahren und nach ausführlicher Prüfung durch „fachkundiges Personal“. Helmut Dostler übernahm als bewährte Kraft wieder diese Aufgabe. Er überwachte die virtuelle Eingangstür. Für Computerhacker war es unmöglich, diese streng gesicherte Online-Veranstaltung zu knacken. Jeder Gast musste sich unverwechselbar und eindeutig als Frau kenntlich machen. „Das war sonst einfacher. Auf meinem kleinen Bildschirm hab‘ ich das nicht immer so genau gesehen“, sagte Dostler.

Zudem mussten die Gäste den Ausweis in die Kamera halten und eine eidesstattliche Erklärung auf weiberfasching-muenchenreuth.de hochladen. Mit der Unterschrift versicherten die Weiber, sich ordentlich aufzuführen. „Zuwiderhandlungen führen zu einer Veröffentlichung des Bildmaterials auf Onetz.de“, hieß es weiter in dem zu unterschreibenden Text. Mit einem fröhlichen „Du kommst da nicht rein“ wies Dostler männliche Gäste vor der virtuellen Eingangstür zurück. Ein Mädchen verwies Dostler wieder zurück ins Kinderzimmer. Sie hatte ihren Ausweis vergessen.

Auftritt des Dormichl-Dancers

Um 20 Uhr eröffnete Faschings-Fred mit „Es fährt ein Faschingszug ins nirgendwo“, „Wann wird’s mal wieder richtig Fasching“ und „Männerlos durch die Nacht“ die erste Schlagerrunde. Seine Feten-Hits, die er live in die Küchen, Wohnzimmer und Schlafzimmer der Gäste einspielte, wurden durch seine Tanzeinlagen schnell zum Stimmungsbringer. Die Damen schlürften dazu die ersten selbstgemachten Cocktails (wobei manche es mit den Schnapsanteilen nicht so genau nahmen).

Die Stimmung zum Überkochen brachte dann der Tanzauftritt des Dormichl-Dancers. Unter dem Hausnamen Dormichl ist ein Münchenreuther Junggeselle bekannt, der diese Woche schon als Versteigerer von Genussschweinen und als einer der vielen Grillmeiers in einem Fosnatbladl-Interview zu sehen war. Diesmal hat sich die Redaktion aber aufgrund des Jugendschutzes gegen eine Ablichtung entschieden. Als Faschings-Fred „Zieh dich aus, kleine Maus“ einspielte, zog Türsteher Helmut Dostler lieber den Stecker der Kamera. Der Dormichl-Dancer kündigte daraufhin ein nochmaliges Erscheinen an, verabschiedete sich aber erstmal in die Arbeit. „Ich habe heute noch Nachtschicht.“

Määähbis als Plattform genutzt

Die Damen ließen sich ein Feuerwerk an Highlights einfallen und brachten die Faschingsplattform Määähbis mehrfach an die Grenzen der Kapazität. Määähbis ist eine Weiterentwicklung der Bildungsplattform Mebis des bayrischen Kultusministeriums. Die Määähbis-Server stehen in einem Konnersreuther Keller. Daher auch die namensgebende Verbindung zur Goas und Määäh. Während der Veranstaltung stürzten die Teilnehmerinnen jedoch reihenweise ab. „Das ist wie beim Homeschooling und Mebis“, beschwerte sich eine Mutter.

Mit zunehmendem Alkoholspiegel nahm auch die Sicherheit an der Tastatur ab. Beim Wiedereinloggen vertippten sich einige Damen. Einige der Mütter haben dabei aus Gewohnheit immer wieder versehentlich Mebis aufgerufen, so dass das Ministerium kurzfristig Mebis schloss und eine automatische Umleitung auf die Weiberfaschings-Plattform geschaltet wurde.

Ausschaltservice statt Heimfahrservice

Als Highlight wurde von den Damen die garantierte Übernachtungsmöglichkeit am Ort der Feier gesehen. Keine der Damen musste nach der ausgelassenen Feier in die Kälte. Josef Hecht bot wieder an, sich um das „Heimbringen“ zu kümmern. Musste er letztes Jahr noch die Damen heimfahren, so waren diesmal andere Unterstützungsleistungen gefragt. Er bot an, dass er vorbeikommt und jeden Computer persönlich ausschaltet. „Nicht dass eine noch bis zum nächsten Tag die Kamera laufen lässt“, meinte Hecht fürsorglich. „Wer weiß, was wir da sonst gesehen hätten bei der feuchtfröhlichen Stimmung.“

Der siebte Teil der Serie mit Fosnatbladl-Geschichten

Münchenreuth bei Waldsassen
Hintergrund:

Fosnatbladl-Geschichten

  • In Zusammenarbeit mit Oberpfalz-Medien veröffentlicht der Schlüsselclub Münchenreuth eine Serie von 11 Berichten über Faschingsthemen und Narreteien.
  • Alles darf in diesen Berichten, so wie in diesem Beitrag auch, aber nicht bierernst genommen werden.

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