Ganze 63 Haushalts-Überschreitungen hatte der Stadtrat Nabburg in der jüngsten Sitzung zu genehmigen. Dabei summiert sich die Summe auf über 1,5 Millionen Euro. Josef Fischer (ABU) monierte: „Das ist für mich nicht mehr normal, das sind Verstöße gegen das Haushaltsrecht.“ Der Altbürgermeister sprach sogar von einem Schlendrian in der Verwaltung. Das wollte Bürgermeister Kurt Koppmann, der den derzeit erkrankten Armin Schärtl vertritt, nicht so stehen lassen: „Dass in der Verwaltung ein Schlendrian herrscht, dem widerspreche ich vehement.“ Allerdings wolle er die Bedenken, die zur Sprache kamen, an die Verwaltungsmitarbeiter weiterleiten.
Hans-Georg Dobler (CSU) erklärte etwa, dass es ihm sauer aufstoße, wenn Planungskosten plötzlich um den Faktor sieben steigen. Josef Weber (SPD) hingegen merkte an, dass alleine der Erwerb der Grundstücke für das Baugebiet „Hirtenleite III“ mit 536 962 Euro zu Buche schlage. Eine Investition, die im Haushalt gar nicht vorgesehen war.
Die größten Überschreitungen, die im Stadtrat zu genehmigen gab, waren folgende: Betriebskostenförderung der Kindergärten St. Marien und St. Angelus (Überschreitung von 42 532 Euro), Erstellung und Überarbeitung von Bebauungsplänen (67 759 Euro), Abschreibung auf Anschaffungswerte, Kanalnetz (86 538 Euro), Architektenleitungen für die Generalsanierung der Mittelschule Nabburg (56 817 Euro), Straßenbau im Industriegebiet „Sauerzapfstraße“ (45 429 Euro; Maßnahme sollte ursprünglich erst im Jahr 2019 über die Bühne gehen), Baunebenkosten für denselben Straßenbau (31 530), neue Stützmauer an der Mittelschulstraße (32 500 Euro) und ein neues Urnengrabfeld in Waldfriedhof (69 110 Euro).
Die Überschreitungen genehmigte das Gremium mit einer Gegenstimme (Altbürgermeister Josef Fischer). Als es um die Lieferung von fünf Lichtstelen für die Beleuchtung des Zwingerweges ging, erklärte Hans-Georg-Dobler, dass die CSU-Fraktion wegen der angespannten finanziellen Situation gegen die Anschaffung stimmen werde. Letztlich bekommt die Firma Bergmeister aus Frauenneuharting für die 4,10 Meter großen Stelen dank eines Abstimmungsergebnisses von 12:7 den Auftrag.
Hans-Georg Dobler hakte schließlich erneut wegen der Rahmenplantrasse (Bahnübergang) nach, über die in der zuückliegenden nichtöffentlichen Stadtratssitzung debattiert wurde. Altbürgermeister Josef Fischer habe Fragen gestellt, die auch für die Öffentlichkeit von Interesse seien:
Wie geht es mit dem Kreisverkehr beim China Restaurant weiter?
Die Notwendigkeit einer Ampelanlage bei der Ein- und Ausfahrt in die Unterführung beim jetzigen Kotteck-Gebäude?
Die Möglichkeit eines Kreisverkehrs bei der Ein- und Ausfahrt in die Unterführung beim jetzigen Kotteck Gebäude?
Besteht die Notwendigkeit einer Fußgängerunterführung beim jetzigen Bahnübergang?
Dass Bürgermeister Koppmann diese Fragen im öffentlichen Teil nicht beantworten wollte, sah Dobler als einen Verstoß gegen die Geschäftsordnung an. Auf Nachfrage erklärte der CSU-Stadtrat: „Es geht dabei weder um Personal-, noch um Grundstücksangelegenheiten.“













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