04.02.2019 - 17:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Aufregung ums Kriegerdenkmal

Der Umgang mit dem Kriegerdenkmal und die Standortfrage: Beides wird bei der Nabburger Soldaten- und Kriegerkameradschaft heiß diskutiert. In der Jahreshauptversammlung hat es schwere Vorwürfe gegeben.

Verdiente und langjährige Mitglieder erhielten in der Jahreshauptversammlung die entsprechenden Auszeichnungen.
von Richard AltmannProfil

Vorsitzender Fritz Sauerer thematisierte bei der Jahreshauptversammlung im vollen Gasthaus Sauerer das Thema "Kriegerdenkmal". Nach der Behandlung des Antrags der SuKK im Stadtrat zwecks Verlegung der drei Kreuze in den Spitalhof wurde ein Gespräch mit Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden in Aussicht gestellt. Sauerer betonte, dass sich die Abordnung der SuKK am 10. Januar im Rathaus ein konstruktives Gespräch erwartet habe, stattdessen habe man aufseiten der Stadt Nabburg auf alte und bestehende Einrichtungen beharrt. Die Anregung, die drei Kreuze im Zuge der Freiflächengestaltung bei der Marienkirche zu platzieren - wie schon einmal beantragt - sei strikt abgelehnt worden. Es sei noch der unbrauchbare Vorschlag gekommen, die Kreuze im kleinen Rondell unterhalb des Mähntors aufzustellen. Dort reiche aber der Platz nicht.

Mit Folie zugehängt

Sei dieser Umstand schon enttäuschend gewesen, so habe die SuKK bereits vorher erleben müssen, mit welch "übler Gesinnung" manche Stadtratsmitglieder mit dem Thema "Gedenkstätte für Kriegsopfer" umgehen würden. Angesprochen wurde von Sauerer die "Schändung des Kriegerdenkmals" in der Nikolauskirche während des Advents- und Nikolausmarktes: Kurzerhand seien die Schrifttafeln mit Folie zugehängt und als Sichtschutzwände für die Krippenausstellung missbraucht worden. Das Denkmal selbst sei vollkommen verdeckt gewesen. Ganz sicher wäre in der Nikolauskirche ein anderer Platz für die Krippenausstellung zu finden gewesen, meinte er.

"Wir sind über diese deutliche Missachtung einer Gedenkstätte enttäuscht und verärgert und betrachten dieses Vorgehen als Herabwürdigung eines Denkmals für Kriegsopfer", kritisierte Sauerer. "Uns gegenüber ist das wie ein Tritt vors Schienbein. Wir bestehen nach wie vor auf die Platzierung einer öffentlichen, von aller sichtbaren Gedenkstätte, die nicht wie in der Nikolauskirche ständig in der Finsternis ohne Besucher dahindümpelt." Noch ein Wort zur Kriegsgräbersammlung: Sie habe 2013 das letzte Mal stattgefunden. 2017 sei ohne Erfolg nach einem Sammler gesucht worden.

Bürgermeister Armin Schärtl dankte der Kameradschaft für deren geleistete Arbeit. Er betonte, dass die Gedenkstunde zum Volkstrauertag weiter in der Nikolaus-Kirche angehalten werde. Im letzten Jahr habe es eine Änderung gegeben: Die Reden wurden nicht vor dem Gotteshaus gehalten, sondern innen. Die Veranstaltung sei in der Bevölkerung auf positive Resonanz gestoßen. In den letzten Jahren sei auch eine Diskussion darüber entstanden, wer Eigentümer des Gefallenenbuches sei. Das ist laut Bürgermeister eindeutig die Stadt Nabburg. Er habe Protokolle und Rechnungen zur Erstellung Mitte der siebziger Jahre heraussuchen lassen. Daraus gehe eindeutig hervor, dass die Finanzierung die Stadt übernommen und die SuKK 1500 D-Mark Zuschuss gegeben habe.

Jemanden für die Kriegsgräbersammlung zu finden, sei ohne Erfolg gewesen. Die Sammlung sei aber eindeutig die Aufgabe der Kameradschaft, so stehe es auch in der Satzung des Vereins. Schärtl mahnte an, doch den Vereinszweck zu erfüllen, es könne sonst ein Entzug der Gemeinnützigkeit folgen. Auf den runden Tisch eingehend sagte er, dass die SuKK Protokoll geführt habe. Wenn es vorliege, würden die Ergebnisse im Stadtrat diskutiert und darüber abgestimmt.

Reges Vereinsleben

Sauerer gab auch einen Bericht über das Vereinsleben. Die SuKK zählt 147 Mitglieder, davon haben sechs noch den Krieg erlebt. Hinzu kommen zwei Aktive, 102 Reservisten und 37 Fördermitglieder, davon 21 Frauen und drei Böllerschützen. Der Verein beteiligte sich am Volkstrauertag in der Nikolauskirche. Gesellig ging es bei den Preisschafkopfturnieren der Kameradschaften in Auerbachtal, Altendorf und Kemnath zu. Schlachtschüsselessen, Zoigl und Ausflüge bereicherten das Programm. Der Preisschafkopf an Ostern und Weihnachten war wieder gut besucht. Fritz Sauerer bedankte sich bei der Nabburger Geschäftswelt für die Preise und bei den Mitgliedern für die vielfältige Art der Unterstützung.

Die SuKK ist schon seit Jahren sportlich unterwegs: Das Kegeln organisiert Alexandra Schatz. Sie freute sich, dass sich 19 Teams am von der SuKK ausgerichtetem Turnier beteiligt haben. Das Kameradschaftskegeln mit den Patenvereinen Auerbachtal und Altendorf ist in guter Erinnerung. BSB-Kreisvorsitzender Richard Oesterer lud zur BSB-Kreisversammlung am 10. März nach Dürnsricht ein. Dort werde er sich nicht mehr für das Amt zur Verfügung stellen. Sein Nachfolger soll Peter Schottenhammel aus Weihern werden. Oesterer berichtete weiter, dass die Mitgliedsbeiträge momentan stabil sind, aber in den nächsten Jahren Erhöhungen zu erwarten sind. Markus Glatzel, Kreisorganisationsleiter des Reservistenverbandes der Bundeswehr, stellte die Organisation vor.

Ehrungen:

In der Jahreshauptversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt: 10 Jahre: Georgine Gradl, Hermann Schopper; 25 Jahre: Wolfgang Kiener, Reinhold Nachtmann, Helmut Roßmann, Michael Dausch, Michael Giesl; 40 Jahre: Erwin Luber, Bernhard Poletti, Rudolf Lehner; 50 Jahre: Konrad Duschner, Georg Schopper; 75 Jahre: Bruno Ahrndt, Ernst Beck, Willy Lindner, Josef Hart, Leonhard Schottenheim, Jakob Winkelmann.

Das Verdienstkreuz 1. Klasse in Gold erhielt Fritz Sauerer, das Verdienstkreuz 2. Klasse in Silber Herbert Götz. Das Ehrenkreuz in Bronze wurde Martin Neidl verliehen, der Frauenorden in Silber an Monika Sauerer und Alexandra Schatz.

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