Nabburg
22.07.2018 - 11:19 Uhr

Ausschuss gefällt nicht alles

Bürgermeister und Bauausschussmitglieder freuen sich über viele Anträge. Das gilt aber nicht uneingeschränkt. Zwei Mal sagen sie in ihrer jüngsten Sitzung auch nein.

Die Rettungswache an der Perschener Straße wird es nicht mehr lange geben. Noch heuer soll sie ins ehemalige Krankenhaus verlegt werden. Bild: ihl
Die Rettungswache an der Perschener Straße wird es nicht mehr lange geben. Noch heuer soll sie ins ehemalige Krankenhaus verlegt werden.

Da ist zunächst eine Bauvoranfrage aus Namsenbach. Kaum liegen die Pläne auf dem Tisch im Sitzungssaal, heißt es: "Hier wird unsere Wasserleitung bebaut." Johannes Schießl von der Bauverwaltung spricht von einer großen Leitung, die auch dinglich gesichert sei. Kurt Koppmann fragt: "War das beim Leitungsbau noch nicht klar?" Für die Verlegung der Leitung müsse eine fünfstellige Summe in die Hand genommen werden, deshalb rate die Verwaltung, trägt Schießl vor, das Vorhaben abzulehnen. Dies ist nicht der einzige Grund. Laut Bürgermeister Armin Schärtl liegt das geplante Einfamilienhaus mit Garage/Carport in der Biotopfläche Tallagen. Fachstellen am Landratsamt müssten deshalb erst entscheiden, ob der Plan überhaupt genehmigungsfähig sei. Deshalb wird die Bauvoranfrage ohne gemeindliches Einvernehmen ans Landratsamt weitergeleitet.

Sichtlich schwer tut sich der Ausschuss mit dem Antrag der Immovi GmbH aus Wildeppenried. Sie will ein Grundstück am Rotbühlring, schräg gegenüber vom Leichenhaus, mit acht Wohneinheiten bebauen. Einerseits: "Familien und ältere Mitbürger möchten gern ortskernnah wohnen", sagt Schärtl. "Und wir brauchen verdichtete Bebauung." Andererseits: "Zehn Stellplätze für acht Wohnungen wären rein rechtlich zulässig, sind aber zu wenig", gibt der Bürgermeister zu bedenken. Außerdem fehlen laut Schießl Nachbarunterschriften, werden Baugrenzen überschritten und um sich Zufahrten zu sparen, seien alle Stellplätze entlang des Gehsteiges von der Straße aus anzufahren. "Ein Parken an der Straße ist dort nicht mehr möglich."

Zudem verkehren dort viele Schulbusse. Koppmann bringt zur Sprache, dass die sechs Parkplätze für Friedhofsbesucher dann von Dauerparkern genutzt würden. Ein Nein wegen der Verkehrsprobleme sei schwierig, aber "wenn wir zustimmen, signalisieren wir, dass wir mit der Parksituation zufrieden sind", schlussfolgert Schärtl. "Wir können damit aber nicht zufrieden sein", wirft Josef Pürner ein. Der Vorschlag von Schießl, aus dem Unter- ein Parkgeschoss zu machen, wäre ein gangbarer Weg. Der Ausschuss beschließt einstimmig, den Antrag abzulehnen, ans Landratsamt weiterzuleiten und gleichzeitig einen Vertreter der Immovi-Gesellschaft zu einem Gespräch zu bitten.

Das Rote Kreuz "versuche das ehemalige Krankenhaus wieder komplett einer Nutzung zuzuführen". Mit diesen Worten leitet der Bürgermeister einen Bauantrag ein, der einhellig begrüßt wird. Die Großküche samt Nebenräumen und Teile des ehemaligen OP-Bereichs werden in eine Rettungswache umgebaut. Darüberhinaus entsteht eine Garage für Rettungsfahrzeuge am dortigen Gesundheits- und Betreuungszentrum. Nach Schärtls Informationen soll die Rettungswache noch heuer von der Perschener Straße ins ehemalige Krankenhaus umziehen. Ganz im Sinne der Stadt ist der Bau von zwei Lagerhallen der IUG Anlagen GmbH und Co. KG an der Otto-Hahn-Straße.

Uneingeschränkte Zustimmung erhält der Neubau eines Einfamilienhaus mit unterkellerter Garage "Am Kastanienbaum 8", der Anbau an eine Garage an der Perschener Straße und auch die Bauvoranfrage zum Um- und Anbau eines Milchviehlaufstalles samt Melkstand in Diendorf. Wegen der Verlängerung des Futtertisches wird eine neue Zu- und Abfahrt zur Schwarzacher Straße nötig. Für die Kosten der Bordsteinabsenkung wird eine Vereinbarung geschlossen. Den Immissionsschutz prüft das Landratsamt. Im Freistellungsverfahren wurde die Errichtung eines Wintergartens in Diendorf ans Landratsamt weitergeleitet.

Auf dem Büroweg ging die Vergrößerung der Ausstellungshalle des Autohauses Bähnk an das Landratsamt. Es handle sich um eine kleine Tektur, ließ Schärtl das Gremium wissen. Im Zustimmungsverfahren wurde bereits der Neubau einer Gerätehalle für die Straßenmeisterei gebilligt.




Das Gebäude rechts am Rotbühlring soll einem Neubau mit acht Wohneinheiten weichen, was der Bauausschuss grundsätzlich gut findet. Die Zufahrt zu den Stellplätzen ausschließlich von der Straße aus, die Parksituation sowie fehlende Nachbarunterschriften kommen allerdings nicht gut an. Bild: ihl
Das Gebäude rechts am Rotbühlring soll einem Neubau mit acht Wohneinheiten weichen, was der Bauausschuss grundsätzlich gut findet. Die Zufahrt zu den Stellplätzen ausschließlich von der Straße aus, die Parksituation sowie fehlende Nachbarunterschriften kommen allerdings nicht gut an.
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