Nabburg
13.01.2019 - 18:30 Uhr

Bauerntag zeigt, wer gesunde Ernährung garantiert

Lebensmittel gibt es so gut wie immer und überall zu kaufen. Doch der Bezug zwischen Produzenten und Konsumenten geht immer mehr verloren. Was die Landwirte dagegen unternehmen möchten, zeigt die Hauptreferentin beim Sebastiani-Bauerntag.

Der bayernweit agierende Verein „Unsere Bayerischen Bauern“, dessen Geschäfte Eva-Maria Haas (Bild) führt, sucht den ständigen Dialog mit den Konsumenten. Bild: Hirsch
Der bayernweit agierende Verein „Unsere Bayerischen Bauern“, dessen Geschäfte Eva-Maria Haas (Bild) führt, sucht den ständigen Dialog mit den Konsumenten.

Der Bauernverband hat die Geschäftsführerin des vor zweieinhalb Jahren gegründeten Vereins "Unsere Bayerischen Bauern", Eva-Maria Haas, eingeladen. Die aus Eschenbach stammende Marketing- und Kommunikations-Expertin, die lange Zeit im Fast-Food-Imperium bei McDonald's tätig war, soll es schaffen, die Wertschätzung für den Berufsstand der Bauern zu heben. "In der Landwirtschaft ist es wie beim Fußball: Es gibt 80 Millionen Bundestrainer, die meinen, dass sie es besser wissen", beklagt sie es, dass sich die Gesellschaft zunehmend von der Landwirtschaft entfremdet. Es werde zwar auf Qualität und Preis beim Einkauf geachtet, viel zu wenig jedoch auf Regionalität. Das Bewusstsein, dass Menschen Tag für Tag auf dem Acker oder im Stall stehen, um gesunde Lebensmittel zu erzeugen, bleibe dabei auf der Strecke. Der neue, aus landwirtschaftlichen Organisationen heraus finanzierte Verein startete deshalb eine Kampagne, um das Image zu heben und die Bedürfnisse der Landwirtschaft wieder stärker in den Fokus zu rücken.

"Jeder siebte Arbeitsplatz in Bayern steht in Verbindung zur Landwirtschaft", laute nur eine von vielen Tatsachen, die den Einkäufern so nicht bewusst ist. Mit ihnen wolle der Verein, zum Beispiel über seine Homepage, in den ständigen Dialog treten, dabei die reelle Landwirtschaft darstellen, keine Romantisierung betreiben. Als Zielgruppe betrachtet Haas die Verbraucher ab Ende 20 bis Anfang 50 Jahre. Denn sie seien gerade diejenigen, denen der Bezug zur Landwirtschaft abhanden kommt - die sich kaum noch Gedanken darüber machen, warum Lebensmittel immer und überall verfügbar sind. "Wir versuchen, vom Konsumenten aus zu denken und auf dessen Bedürfnisse einzugehen", betont die Rednerin. Der Verein, der einer Befragung zufolge längst noch nicht allen Besuchern der Kundgebung bekannt war, möchte offen mit allen Problemfeldern umgehen. Er will Antworten geben auf Fragen, wie zum Beispiel: Gehört eine Kuh nicht eigentlich auf die Weide und nicht in einen Stall? Mit personalisierten Beiträgen erfasst er alle Produktionszweige vom Kartoffel- über den Rapsanbau bis zur Hähnchenmast. "Unsere glaubwürdigsten Botschafter sind die Landwirte selber", begründet es Eva-Maria Haas, warum der Verein Vertreter aus allen Berufszweigen im Internet in Kurzfilmen zu Wort kommen lässt.

Nach einer Dreiviertelstunde gibt es Blumen für die Rednerin. BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher bedankt sich für alle Initiativen, die der Gesellschaft die Augen für die Landwirtschaft öffnen. Eva-Maria Haas dankt er zudem dafür, dass sie technische Probleme während der Kundgebung - trotz phasenweiser Verzweiflung - gut gemeistert und gelöst hat. Für rund eine halbe Stunde war es nämlich nicht möglich, ihre vorbereitete Präsentation auf die Großleinwand auf der Jugendwerk-Bühne zu projizieren. Dabei, so Haas, hatte doch beim Probelauf kurz vor Veranstaltungsbeginn noch alles wunderbar funktioniert.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.