16.08.2019 - 15:49 Uhr
NabburgOberpfalz

Bayerischer Feiertag am Brünnl

Die Brünnlkirche ist das ganze Jahr über Ziel von Spaziergängern, Radfahrern und Verehrern der Muttergottes. Aber am 15. August kommen Gläubige besonders zahlreich zu diesem Nabburger Kleinod und feiern gemeinsam den Patroziniumstag.

Der Frauenbund Nabburg bündelt heimische Heilpflanzen zu handlichen Sträußen. Dicht drängten sich die Wallfahrer um den Verkaufsstand, um gesegnete Kräuterbüschel zu erwerben.
von Herbert RohrwildProfil
Die Brünnlkirche als ein Nabburger Kleinod auf dem „Haberstroh“ begeht am 15. August – am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel – ihr Patroziniumsfest. Stadtpfarrer Hannes Lorenz feiert mit einer großen Pilgerschar den naturverbunden Festgottesdienst auf der beschaulichen Waldlichtung. Die Jugendblaskapelle begleitet die Liturgie musikalisch mit Marienliedern als Volksgesang. Bild 2

Auf halber Strecke neben der Bahnlinie Regensburg- Hof zwischen Stulln und Nabburg führt ab einer breiten Einfahrt ein Weg entlang der ökologisch sanierten "Alten Naab" zur Brünnlkapelle am Fuße des "Haberstroh". Heilende Kraft gegen Augenleiden wird dem Quellwasser zugeschrieben. Aber die Trockenheit ließ die Quelle fast gänzlich versiegen. Auf 50 gehauenen Granitstufen führt der Pfad steil nach oben zur gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Brünnlkirche.

Auf dem Vorplatz gegenüber dem Portal mit der Inschrift "Ave Maria" zeigt ein wuchtiges Holzkreuz mit Korpus und Maria zu Füßen nach Osten. Die ruhige, beschauliche, von einem älteren Mischwald umsäumte Waldlichtung lädt zur naturverbundenen Feier des Gottesdienstes ein. Die Jugendblaskapelle unter der Leitung von Markus Ferstl intoniert zum Brünnlfest ein Lied mit Inhalten zur Aufnahme Mariens in den Himmel und begleitet die Liturgie musikalisch mit Volksgesang.

"Sie sind aus nah und fern gekommen, um die große Tradition zu feiern und aufrecht zu erhalten", wandte sich Stadtpfarrer Hannes Lorenz an die Gläubigen: "Dieser Tag ist ein Grund zur Freude - es ist ein klasse, katholischer, bayerischer Feiertag. Aber dieser kann auch falsch verstanden werden." Nicht Maria - bildlich schwebt sie zwischen Himmel und Erde - stehe im Mittelpunkt, sondern Christus. Er habe neues Leben gebracht und in Fülle verheißen. Gott wolle das Gute im Menschen und Große an ihm vollbringen. Der Mensch solle seine Hoffnung ganz auf Gott und seine Liebe setzen. Maria sei Ideal und Beispiel.

Mit "Segne du, Maria, segne mich, dein Kind" klang der Patroziniumsgottesdienst aus. Stadtpfarrer Hannes Lorenz bedankte sich für die Unterstützung bei der Jugendblaskapelle, der Freiwilligen Feuerwehr, dem BRK, dem Mesner und der Kolpingsfamilie. Traditionell lädt sie zum Frühschoppen und zum Verzehr von Bratwürstl ein.

Im Auftrag der Amberger Wallfahrer überreichte Dionys Ringlstetter an Schwester Eobarda aus Nkandla/ Südafrika eine Spende zur Mithilfe laufender Projekte im Beisein von zwei Mallersdorfer Mitschwestern. Im Anschluss segnete der Geistliche die Kräuterbüschel. Reichlich nutzten die Besucher die Gelegenheit zum Kauf, gefertigt von Mitgliedern des Frauenbundes. Laut Auskunft von Vorsitzender Christa Schlagenhaufer und Mitglied Helga Sebald enthalten sie mindestens 7, aber höchstens 77 heimische Heilkräuter.

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