17.10.2018 - 11:18 Uhr
NabburgOberpfalz

Beeindruckendes Klangerlebnis

Zwei Chöre verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Sie beeindrucken mit großartiger Klangfülle in der Stadtpfarrkirche.

Die vereinigten Chöre aus Nabburg und Schwandorf unter der Leitung von Jonathan Brell boten eine beeindruckende Klangqualität.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Die berühmte A-Cappella-Messe "Cantus Missae" des bayerischen Hofkomponisten Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901) stand im Mittelpunkt eines besonderen Konzertereignisses. Der "Projektchor St. Johannes Nabburg" des Nabburger Kirchenmusikers Jonathan Brell und der "Oratorienchor Schwandorf" unter der Leitung von Wolfgang Kraus vereinigten sich zu einem Gesamtchor mit beachtlichem Klangvolumen. Zunächst stellten sich im anspruchsvollen Programm die beiden Chöre einzeln vor. Der Nabburger Projektchor begann feierlich mit der Motette "Vexilla regis" von Anton Bruckner (1824 - 1896) für vierstimmigen Chor a cappella, die die für Bruckner typische kühnen Akkordfolgen aufweist.

Als Kontrast dazu folgte die zeitgenössische Motette "Northern Lights" (2008) des Norwegischen Komponisten Ola Gjeilo (geb. 1978) für vier- bis sechsstimmigen Chor a capella über dem Text "Pulchra es, amica mia" aus dem Hohenlied der Liebe. Gemeinsam sangen nun die beiden Chöre die vier- bis achtstimmige Vertonung des Hymnus "Ave maris stella" des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843 - 1907). Danach präsentierte sich der Oratorienchor Schwandorf mit der Motette "Alma Redemptoris Mater" des berühmten Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 - 1594) für vierstimmigen Chor a capella mit dem Marien verehrenden Text aus dem 12. Jahrhundert.

Noch älter ist das Gebet "Ave Maria" aus dem achten Jahrhundert für das der Chor die Komposition Sergej Rachmaninows (1873 - 1943) ausgewählt hat, für vierstimmigen Chor a capella.

Als Konzerthöhepunkt vereinigten sich nun die Chöre unter der Leitung Jonathan Brells zur Darbietung der achtstimmigen, doppelchörigen A-Cappella-Messe "Cantus Missae" des Komponisten J. G. Rheinberger, die oft als die schönste reine Vokalmesse des 19. Jahrhunderts bezeichnet wird. In der Messe wird die ganze Bandbreite der doppelchörigen Kompositionstechnik sichtbar, vom alternierenden Vortrag der Chöre bis zur achtstimmigen Polyphonie.

Dem Chor gelang es, die sechs unterschiedlichen Sätze von hohem Schwierigkeitsgrad mit großer Ausdrucksbreite in der chorischen Dynamik, vom leisesten Pianissimo bis zum lautesten Fortissimo, in allen Stimmlagen strahlend wiederzugeben. Dabei gefielen besonders auch die Ausgewogenheit der weiblichen und männlichen Stimmen und die Intonationsicherheit des Chores.

In der gut gefüllten Stadtpfarrkirche verabschiedete sich der Chor unter großem Beifall mit dem "Abendlied" Joseph Haydns als Zugabe für die begeisterten Zuhörer.

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