Sabine Grötsch aus Parkstein wollte eigentlich nur das "Sonntagsg'wand" ihrer Oma für den Fundus des Oberpfälzer Freilandmuseums abgeben. Doch dann war sie so angetan, dass sie "blieb".
Vor zwölf Jahren machte Sabine Grötsch eine Ausbildung zur Gästeführerin und zeigt seitdem den Besuchern die Anlage in Neusath-Perschen. Am Pfingstmontag war sie für die Sägemühle "Pfaffengschwand" eingeteilt. Anlass war der 29. Deutsche Mühlentag, an dem sich auch das Freilandmuseum Oberpfalz beteiligte. Zahlreiche Familien mit Kindern und Ausflügler nutzten bei schönem Wetter die Gelegenheit zu einem Spaziergang durch das Gelände. In der Sägemühle tauchten sie ein in eine Zeit, in der die Lohnarbeiter die Baumstämme noch mit einer Seilwinde in das Gebäude zogen und mit Hilfe der Wasserkraft zu Brettern zersägten.
Diese erneuerbare Energie nutzte auch der Müller. Seit der damaligen Zeit hat sich die Redewendung gehalten: "Da gräbt einer dem anderen das Wasser ab". Die Mühlen wurden mit Wasserkraft betrieben. "Da kam mancher Müller auf dumme Gedanken, um der Konkurrenz zu schaden", erzählt Gästeführer Bernhard Babl den Besuchern. Auch so mancher Bauer fühlte sich hintergangen, "wenn er für sein Getreide zu wenig Mehl bekam".
Mit der Rauberweihermühle, die einst in Rauberweiherhaus bei Wackersdorf stand, verbindet sich auch die Sage von der "weißen Frau". Sie soll erschlagen und im Boden der Mühle verscharrt worden sein. In manchen Nächten steigt sie aus dem Grab und geistert mit einer Kerze in der Hand durch das Haus.
Mit der Verlagerung des Gebäudes von Rauberweiherhaus nach Neusath hat der Bezirk Oberpfalz ein bedeutendes Zeugnis der Baugeschichte gerettet. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Dorfmühle handelt es sich hierbei um ein ehemaliges Landsassengut, zu dem neben der Mühleneinrichtung auch die Wohnungen der Herrschaft, des herrschaftlichen Jägers und eines Müllers gehörten. Für die Bevölkerung der Umgebung spielte die Mühle eine wichtige Rolle bei der Nahrungsmittelherstellung. Im Kinderlied heißt es: "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach". Und: "Flink laufen die Räder und drehen den Stein, und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein". Aber auch das ist überliefert: "Das Mühlenrad hat geklappert, und auch der Stein hat sich gedreht, aber Mehl kam unten nicht heraus".













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