19.03.2020 - 10:26 Uhr
NabburgOberpfalz

Blühen in der Stille - der Nabburger Krankenpflegeverein

Mitglieder des Krankenpflegevereins haben Vorrang bei der Betreuung durch die Caritas-Sozial-Station Nabburg - aus Solidarität für die jahrelange Unterstützung. An der Vorstandsspitze ergibt sich ein Wechsel.

Der Krankenpflegeverein wird die nächsten vier Jahre geführt von Vorsitzender Ernestine Gietl (Dritte von Rechts), 2, Vorsitzenden Pfarrer Hannes Lorenz (rechts), Kassenführung Elfried Jauernig (links) und Schriftführerin Regina Bindl (Zweite von links). Den scheidenen Vorsitzenden Friedrich Namylo (Zweiter von rechts) und der Referentin des Abends, Elisabeth Namylo (Bildmitte), danke Pfarrer Lorenz mit einem Präsent.
von Sepp FerstlProfil

Der Krankenpflegeverein, dessen Patronin die Heilige Elisabeth ist, hat den Nächsten immer im Blick und versucht, Elisabeths Leitbild in seiner Arbeit gerecht zu werden. 1989, nach der Abberufung der letzten Ordensschwester in der ambulanten Krankenpflege der Pfarrei - Schwester Antonia - wurde der "Elisabethenverein" neu gegründet. Jetzt arbeitet der Verein mit seinen 276 Mitgliedern eng mit der Caritas-Sozialstation Nabburg zusammen. "Das Wichtigste ist das Dasein," resümierte Elisabeth Namyslo bei ihrem Referat über das begleitende "Abschied nehmen".

Zu Beginn der Versammlung berichtete die Referentin über ihre Erfahrungen in der Begleitung Sterbender unter dem Leitmotiv "Abschied nehmen und letzte Hilfe". Sie gab wertvolle Hinweise für den Umgang mit dieser für alle Beteiligten, insbesondere die Angehörigen, die in emotional sehr belastende Situation geraten. Anhand von Beispielen schilderte Namyslo die einfühlsame Rolle des Begleiters beim Sterben. "Oberste Maxime muss dabei immer das körperliche Wohl des Sterbenden sein", betonte sie. Wer von der Problematik der Sterbebegleitung betroffen wird, kann sich an die Cartias-Sozial-Station Nabburg wenden. Sie stellt den Kontakt zum Palliativdienst her.

In seinem Grußwort blickte Pfarrer Hannes Lorenz zunächst zurück: Seit genau 75 Jahren besteht der Krankenpflegeverein Nabburg, der damals als "Elisabethenverein" gegründet wurde. Früher galt der jährliche Beitrag der Mitglieder der Finanzierung einer Krankenschwester, die von Haus zu Haus mit dem Fahrrad unterwegs war, um die "wenigen" alten und pflegebedürftigen Menschen damals zu versorgen. "Heute wissen wir, wie wertvoll dieser Anfang war und was daraus geworden ist," versicherte der Pfarrer.

Seit mehr als 35 Jahren wird der Pflegedienst seitens der Caritas-Sozialstation Nabburg übernommen. Sie widmet sich rund 70 Patienten im Pfarrei-Gebiet und 340 Patienten im gesamten Altlandkreis und Dekanat Nabburg.

Was mit dem Dienst einer Ordens- und Krankenschwester begann, wird nun geleistet von mehr als 50 Pflegerinnen und Pflegern, sowie Hauswirtschafterinnen und Betreuerinnen, die täglich mit 15 Autos unterwegs sind. Besonders hervorzuheben sei, dass die Caritas-Sozialstation Nabburg als eine der wenigen Stationen keinen "Aufnahmestopp" habe, sondern "bei Anfrage umgehend zur Stelle sein kann und will - egal wie weit das Haus entfernt ist, in dem unsere Hilfe gebraucht wird". Dies könne die Caritas-Sozialstation nur leisten, weil die vielen Mitglieder der einzelnen Krankenpflegevereine sie mit ihrem Jahresbeitrag von 20 30 Euro jährlich unterstützen.

Dafür wiederum genießen die Mitglieder der Krankenpflegevereine einen gewissen Vorteil, wenn es Wartelisten bei hauswirtschaftlichen Leistungen gibt oder die personellen Kapazitäten bei Pflegeleistungen ausgereizt wären ("Pflegenotstand"). "Dann werden die Mitglieder der Krankenpflegevereine nicht hängen gelassen, sondern man wird auf jeden Fall für die Mitglieder da sein", hieß es bei der Zusammenkunft. Darüber hinaus genießen die Mitglieder bei Pflege durch die Caritas-Sozialstation zusätzliche, freiwillige und unentgeltliche Leistungen (bis zu 100 Euro monatlich) und kostenlose Fußpflegen. Etwa 60 Prozent aller Mitgliedsbeiträge werden jährlich für diesen Zweck verwendet. Damit würden die Gesunden einen solidarischen Dienst an den Kranken und Pflegebedürftigen leisten.

Die turnusmäßig anstehenden Neuwahlen brachten einen geplanten Wechsel in der Führungsspitze des Krankenpflegevereins. Einstimmig wurde Ernestine Gietl zur Vorsitzenden gewählt. Der Posten des Stellvertreters wird satzungsgemäß durch Stadtpfarrer Hannes Lorenz eingenommen. Schriftführerin Regnia Bindl und Kassenführerin Elfriede Jauernig wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Die Kasse prüfen in den kommenden vier Jahren Wulf-Dieter Hörmann und Dionys Ringlstetter.

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