31.07.2020 - 15:49 Uhr
NabburgOberpfalz

Brudersdorfer Gruppe einstimmig für neuen Vorsitzenden

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe steht vor großen Herausforderungen. Er geht sie mit einem neuen Vorsitzenden an.

Der Nabburger Bürgermeister Frank Zeitler (Mitte) steht jetzt an der Spitze des Zweckverbands Brudersdorfer Gruppe. Der Stellvertreter ist sein Schmidgadener Amtskollege Josef Deichl (links). Die dritte Kommune, die dem Verband angehört, vertritt der Schnaittenbacher Bürgermeister Marcus Eichenmüller (rechts).
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Bei der konstituierenden Sitzung im Nabburger Rathaus stand am Donnerstagabend eine Wahl an. Es galt zu bestimmen, wer in Zukunft an der Spitze des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe steht, dem die Kommunen Schmidgaden, Nabburg und Schnaittenbach angehören. Der Schmidgadener Bürgermeister, der im Vorfeld auch Ambitionen zur Übernahme des Vorsitzes gezeigt hatte, schlug Frank Zeitler vor. Das Nabburger Stadtoberhaupt wurde daraufhin einstimmig gewählt. Der Zweckverband setzt damit die bisherige Gepflogenheit fort, dass der Vorsitzende aus Nabburg kommt. Auf Vorschlag Zeitlers wurde Deichl dann zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Er bekam sechs Stimmen, auf einem Stimmzettel stand nein, einer war leer und somit ungültig.

Zeitler dankte in seinen Antrittsworten dem bisherigen Vorsitzenden Armin Schärtl für die geleistete Arbeit. Er sei sich bewusst, ein schweres Amt zu übernehmen, das nach den Worten seines Vorgängers "nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig" sei, zumal es für die Bewohner im Verbandsgebiet um viel Geld gehe. In Vorgesprächen mit Bürgermeister Deichl habe er betont, dass es jetzt von großer Bedeutung ist, am gleichen Strang zu ziehen und in die gleiche Richtung zu denken. Der Verband besitze die historische Chance, das große Maßnahmenpaket mit staatlicher Förderung abzuschließen. Zeitler will sich mit der Geschäftsführung um Transparenz bemühen und sicherte innerhalb des Verbands Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu.

Artikel aus dem Vorfeld der konstituierenden Sitzung

Nabburg

Bis zur Wahl hatte die Sitzung der bisherige Vorsitzende und im März nicht mehr wiedergewählte Nabburger Bürgermeister Armin Schärtl geleitet. Er schied nach zwölf Jahren aus, in denen er die nach eigenen Worten "nicht immer einfache Verbandsführung" innehatte. Schärtl berichtete, dass in den vergangenen Monaten der weitere Fortgang der Leitungssanierungen besprochen und zur Beschlussreife gebracht wurde. Besonders wichtig sei es für den Zweckverband gewesen, dass der Freistaat Bayern in der Richtlinie zur Förderung von Projekten in der Wasserversorgung die Härtefallregelung verlängerte. Bis 2021 sei es immer noch möglich, 70 Prozent Zuschuss (bisher 80) zu bekommen. Er zog eine positive Bilanz: Der Zweckverband habe seine Hausaufgaben gemacht, frühere Versäumnisse aufgeholt und eine Förderung erreicht. Er stellte fest, dass bisher alle Klagen zugunsten des Zweckverbands ausgingen. Die Sanierungen müssten nun weitergehen. Im Verband dürfe keine Fundamental-Opposition betrieben werden, weil es für alle um die Sicherung der wichtigen Wasserversorgung gehe. Schärtl bat abschließend um Verzeihung, "falls ich jemand Unrecht getan habe."

Kommentar:

Neustart unter Erfolgsdruck

Es ist mucksmäuschenstill im hitzebewehrten, abgedunkelten Sitzungssaal des Nabburger Rathauses. Die Verbandsräte der Brudersdorfer Gruppe – über die Hälfte von ihnen sind neu – sitzen am Tisch, etliche Zuhörer verteilen sich außen herum. Die Stimmung scheint zu Beginn angespannt zu sein. Ruhe vor dem Sturm?
Die Vorgänge um die kostenintensive Sanierung eines kaputten Wasserleitungsnetzes haben inzwischen jahrelang für Stress gesorgt im Zweckverband. Und sie haben im März eine nicht unmaßgebliche Rolle bei den Kommunalwahlen in Nabburg und Schmidgaden gespielt. Wie geht es da weiter?
Der ausscheidende und der neue Vorsitzende sind im ersten Teil die Redner, die die Richtung vorgeben. Die Worte klingen versöhnlich und vertrauenserweckend. Das setzt sich dann auch fort. Der in der Vergangenheit oftmals in sich zerrissen wirkende Verband gibt ein homogenes Bild ab. Es geht rein um die Sache – und die lautet eindeutig: die notwendigen Maßnahmen realisieren, und zwar so, dass ein Maximum an Zuschüssen herauszuholen ist. Von Eile ist die Rede, zeitlich wird Druck gemacht, Transparenz angekündigt.
Ein gelungener Neustart? Man ist schnell geneigt zu sagen: ja, absolut. Der Verband, dem jetzt mehr Mitglieder aus der unmittelbar betroffenen Region angehören, scheint sich auf dem Weg in beruhigtes Fahrwasser zu befinden. Umso wichtiger ist es nun, ein erklärtes Ziel zu erreichen: Die Sanierung mit noch erhöhter Förderung steht unter Erfolgszwang. Wenn sie bis Ende 2021 gelingt, könnte viel Vertrauen zurückgewonnen sein.

Wilhelm Amann

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