22.06.2020 - 17:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Brudersdorfer Gruppe: Rückschlag im Bemühen um mehr Einvernehmen

Der neue Nabburger Bürgermeister Frank Zeitler möchte die Wogen im Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe glätten. Nach seinem Amtsantritt sah er diese Bestrebungen bisher auf einem guten Weg. Das könnte sich nun ändern.

Versteht das Verhalten seines Schmidgadener Amtskollegen nicht: Nabburgs Bürgermeister Frank Zeitler.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Auf Unverständnis stoßen bei Frank Zeitler Äußerungen seines Schmidgadener Amtskollegen. Josef Deichl hatte in der letzten Gemeinderatssitzung kundgetan, dass der neue Nabburger Bürgermeister die Auflösung des Zweckverbandes Brudersdorfer Gruppe im Wahlkampf als Ziel seiner Politik erklärt habe. Dazu stellte Zeitler am Montag in einer Stellungnahme, die der Oberpfalz-Medien-Redaktion zuging, fest: "Es gab am 4. Juni ein Treffen aller neugewählten Verbandsräte der Brudersdorfer Gruppe. Hier wurde über die künftige Ausrichtung des Zweckverbandes gesprochen. Eindeutig, klar und interpretationsfrei war die Aussage aller Anwesenden. Eine Auflösung des Zweckverbandes möchte niemand. Voraussetzung für die künftige Zusammenarbeit ist jedoch gegenseitiges Vertrauen!"

Alle Verbandsräte wollen laut Zeitler die laufende Sanierungsmaßnahme schnell abschließen, sämtliche Möglichkeiten für staatliche Förderung ausschöpfen und transparent in Abläufe eingebunden werden. Nach Abschluss der gesamten Sanierung sei es dann Ziel, den Zweckverband Brudersdorfer Gruppe mittelfristig in einen neu entstehenden, großen Wasserzweckverband, bestehend aus Nabburg, Pfreimd und Pretzabrucker Gruppe, zu integrieren. "Persönlich hatte ich den Eindruck, dass es greifbar schien, alte Gräben des Misstrauens zu schließen", meinte Zeitler. Warum Bürgermeisterkollege Deichl jetzt in einer Gemeinderatssitzung über Auflösung spricht, verstehe er nicht. Zeitler erklärte: "Eine Auflösung wurde von mir im Wahlkampf als eine Option unter vielen genannt. Auch die Integration in den sich formierenden großen Zweckverband Nabburg/Pfreimd wurde von mir angesprochen. In einer so verfahrenen Situation, in welcher sich der Zweckverband derzeit befindet, muss man in alle Richtungen blicken und auch mal laut nachdenken dürfen. Dass jetzt aus dem Zweckverbandsgebiet Schmidgaden Stimmung gemacht wird, finde ich nicht gut und enttäuscht mich persönlich etwas."

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Schmidgaden

Soll Druck ausgeübt werden?

Bürgermeister Zeitler verdeutlichte: "Bereits kurz nach meinem Wahlsieg begannen erste gemeinsame Gespräche. Die neuen Nabburger Vertreter im Zweckverband, Dritter Bürgermeister Johann Kleber und Stadträtin Ernestine Gietl wurden immer eng eingebunden. Ich wollte damit auch das vorherrschende Misstrauen gegenüber Herrn Deichl und der noch amtierenden Verbandsspitze verbessern. Mein Eindruck war, dass wir auf einem guten Weg waren. Informationen, Daten und Fragen wurden sachlich ausgetauscht. Ich betone nochmals, dass man auch beim Thema der künftigen Ausrichtung des Zweckverbandes an einem Strang gezogen hat." Warum Deichl diesen positiven Prozess nun unterbricht, verstehe er nicht. Vermutlich, so das Nabburger Stadtoberhaupt, möchte er die Regelung über die zukünftige Zweckverbandsspitze nun in der Öffentlichkeit austragen, um so Druck auf die "Nicht-Nabburger" Verbandsräte auszuüben. Bürgermeister Deichl wolle ein Rotationsprinzip an der Verbandsspitze. Das heißt: Der Vorsitz im Zweckverband solle jährlich zwischen Nabburg und Schmidgaden wechseln. Dies wird aber von Seiten der Nabburger Mitglieder abgelehnt. "Die Geschäftsführung liegt in Schmidgaden, der Vorsitz sollte daher in Nabburg sein", meinen sie.

Noch kein Wahltermin

Ein für Montag, 22. Juni, angesetztes Treffen zwischen Bürgermeister Deichl, Zweckverband-Geschäftsführer Werner sowie den Nabburger Vertretern im Zweckverband, bei welchem es auch um das Thema Vorsitz gehen sollte, wurde von Bürgermeister Frank Zeitler vorerst abgesagt.

In einem Gespräch mit der Redaktion betonte Zeitler, dass er bei einer Wahlversammlung zugesagt habe, um den Vorsitz des Zweckverbands zu kandidieren. Daran halte er fest. Auch sein Schmidgadener Amtskollege Deichl habe inzwischen angekündigt zu kandieren. Der neuen Verbandsversammlung gehören wieder die drei Bürgermeister der Mitgliedskommunen Nabburg, Schmidgaden und Schnaittenbach sowie drei Gemeinderäte aus Schmidgaden und zwei Stadträte aus Nabburg an. Den Vorsitz führt bis zur konstituierenden Sitzung noch der Nabburger Ex-Bürgermeister Armin Schärtl. Einen Termin für diese Sitzung gibt es bisher nicht.

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