Nabburg
14.12.2018 - 10:59 Uhr

"Cousinentöne" zum Advent

Ganz privat sind sie Cousinen. Ganz harmonisch treten sie als Vokalensemble auf. Und ganz überwältigt lauschen ihnen die Zuhörer beim Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche.

Acht Cousinen, ein Projekt: Die „Cousinentöne“ ergaben ein viel beachtetes Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche. Bild: aub
Acht Cousinen, ein Projekt: Die „Cousinentöne“ ergaben ein viel beachtetes Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche.

"Ohne Lieder wäre der Advent nur halb so schön", betonte Pfarrer Hannes Lorenz in seiner Begrüßung. "Sie können viele Türen öffnen!" Für Hunderte von Konzertbesuchern im Kirchenschiff von St. Johannes hatte sich dieses Versprechen bereits erfüllt. Und nach dem gemeinsam gesungenen "Macht hoch die Tür" tat sich ihnen dann auch die Musikwelt der "Cousinentöne" auf.

Die acht Sängerinnen, unterstützt von Kirchenmusiker Jonathan Brell, luden ihre Zuhörer zu drei Klangsphären ein - optisch untermalt durch Farbakzente im Chorraum und verbunden mit Texten, gelesen von Sabine Hayn.

Eine akustische Blume

In Rottönen erstrahlten "Erwartung und Ankunft". "Aus der Stille wächst ein Wort" von Benedikt Drockur lautete die erste Botschaft, Victor C. Johnson's "Deo dicamus gratias" markierte den Schluss dieses ersten Teils. Zwischen beiden Werken, teils mit Querflöte (Heidi Neidl) oder Piano begleitet, stachen die glasklaren Stimmen der acht Sängerinnen besonders beim "Nun komm der Heiden Heiland" von Martin Luther hervor um danach anzukündigen: "Es kommt ein Schiff geladen" (Helmut Walcha).

Sie war so einzigartig, dass einst nur eine gleichermaßen kostbare Farbe ihres Mantels würdig war: Vor einem in leuchtendes Blau getauchten Hintergrund huldigten die Cousinentöne der Muttergottes im "Magnificat" von David Kaufmann. Eine stimmliche Herausforderung, die sich noch steigerte, als "Maria durch ein Dornwald ging" und beim folgenden lateinischen "Ave Maria" schließlich in einem gefühlvollen Solo von Helga Pröls gipfelte.

Sich dem Talent des Chores wohl bewusst, hatte Jonathan Brell als Abrundung noch die traditionelle Weise "Es ist ein Ros' entsprungen" auserkoren und gleich selbst neu arrangiert. Kein Zweifel, hier erblühte eine akustische Blume mitten im kalten Winter.

Den dritten Part umspielten violette Nuancen - vor dem Altar ein Wechselspiel zwischen "Dunkelheit und Licht". Angesichts der Finsternis folgten die Sängerinnen den "Spuren aus Licht" zunächst in die Heimat von Gustaf Nordqvist (1886-1949). Er komponierte 1921 das wohl bekannteste schwedische Weihnachtslied "Jul, Jul strålande Jul" - in der Originalfassung vorgetragen. Wer mochte da nicht die Nordlichter vor Augen haben, in ähnlichen atmosphärischen Höhen zuhause wie musikalisch Daniel Elders Wiegenlied "Lullaby".

Begeisterung im Publikum

Nach dem Werk "Die Nacht ist vorgedrungen", wiederum bearbeitet von Jonathan Brell, zündete der Chor zum Finale mit dem sehr anspruchsvollen "Sure on this shining night" von Morten Lauridsen nochmals ein klangliches Feuerwerk, dessen letzte Lichter erst nach zwei Zugaben vor einem überaus begeisterten Publikum erloschen.

 
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