12.10.2021 - 16:17 Uhr
NabburgOberpfalz

Das Ende der Gratis-Schnelltests: Weniger Angebote, mehr Unsicherheit

Seit Montag sind Antigen-Schnelltests nicht mehr für alle kostenfrei. Oberpfalz-Medien fragte bei Hilfsorganisationen und Apotheken nach, inwieweit sich damit die Situation bei den Corona-Testangeboten im Landkreis Schwandorf verändert.

Christiane Albang bereitet sich in der Schnelltest-Station Oberviechtach auf den nächsten Kunden vor.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Ein Abend im Kino oder Theater, ein Besuch beim Friseur oder ein Mittagessen im Restaurant. Wer nicht genesen oder geimpft ist, muss aufgrund der 3G-Regel einen negativen Test vorweisen. Wenn Bürger in den vergangenen Monaten einen Corona-Schnelltest (PoC-Antigentest) gemacht haben, hat meistens der Staat bezahlt. Damit ist es jetzt seit Montag, 11. Oktober vorbei. Das bedeutet, dass Ungeimpfte nicht nur ein organisatorisches und zeitliches Problem haben, sie müssen auch Geld in die Hand nehmen.

Das Zertifikat kostet im Landkreis Schwandorf zwischen 9,90 (Schnelltest-Station Oberviechtach) und 18 Euro (City-Apotheke Schwandorf). Nachdem es nur 24 Stunden lang gültig ist, wird anschließend ein neuer Test als Zugangsberechtigung zu Einrichtungen und Events fällig. Da können in einem Monat mehrere Hundert Euro zusammenkommen. Die neue Coronavirus-Testverordnung (TestV) der Bundesregierung hat die Kostenfreiheit im Rahmen der „Jedermann-Testungen“ klar geregelt. Gratis sind demnach die Schnelltests nur noch für diejenigen, die sich nicht impfen lassen können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt, wie für Kinder oder Schwangere. Doch so einfach ist der berechtigte Personenkreis nicht immer festzustellen.

Wer muss zahlen?

An der Eingangstüre der Schnelltest-Station Oberviechtach weist ein Aushang mit elf Punkten auf die geforderten Atteste und Nachweise für eine Kostenfreiheit hin. Bis 10. Dezember müssen demnach Stillende sowie bis 31. Dezember auch Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder die sich vor Antritt einer Reha oder Kur befinden, nichts bezahlen. Am Dienstagvormittag warten wie immer Leute vor der Türe auf ihr Ergebnis. Drinnen nimmt Christine Albang die Tests vor. „Wir reduzieren die Öffnungszeiten vorerst nicht, sondern warten ab, wie es sich entwickelt“, sagt sie, während sie die Stoppuhr neu einstellt. Am Montag sei die Nachfrage zwar weniger gewesen, aber der größte Ansturm habe in der Vergangenheit eh erst am Wochenende eingesetzt. Heute morgen kamen vor allem Kinder, welche nach einer Erkältung einen offiziellen Nachweis benötigen, damit sie in die Schule oder den Kindergarten dürfen.

Ein Überblick der Testangebote in der Nordoberpfalz

Die Schnelltest-Station, die der Pfreimder Apotheker Wolfgang Endres Anfang Mai in der ehemaligen Oberviechtacher Eisdiele eingerichtet hat, weist aktuell mit 41 Stunden an sieben Tagen in der Woche die längsten Öffnungszeiten im Landkreis auf. An 40 Stunden in der Woche ist das Schnelltest-Zentrum der Hilfsorganisationen (BRK/Johanniter) im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion sowie ebenfalls die City-Apotheke in Schwandorf für einen PoC-Antigentest erreichbar. Die weiteren Apotheken im Landkreis setzen eher auf eine Kernzeit. So wie Katrin Duschner, Inhaberin der Paracelsus-Apotheke in Nabburg (von Montag bis Samstag, 9 bis 10 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 15 Uhr). Elke Wolf von der St. Anna-Apotheke in Wernberg-Köblitz hat auf der Homepage die Zeitfenster hinterlegt. Und auch die gesetzlichen Vorgaben für einen kostenfreien Test. Ihre Kunden würden es schätzen, dass sie nur kurz zum Abstrich vorbeikommen müssen, da sie das Zertifikat auch per Mail zugestellt bekommen. 15 Euro müssen Selbstzahler in den beiden Apotheken für den Test hinlegen.

Akzeptanz gegeben

Bei den Test-Stationen der Hilfsorganisationen kostet ein Schnelltest für nicht anspruchsberechtigte Personen aktuell 10 Euro. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, ist laut Pressesprecher Manuel Lischka, „ausschließlich eine Barzahlung direkt an der Teststelle möglich“. „Die Selbstzahler akzeptieren es ohne Diskussion“, betont Katrin Duschner, „denn sie sind durch die Medien gut informiert“. Und sie ergänzt: „Ich möchte in Zukunft auch einen PCR-Test anbieten können, bin aber noch auf der Suche nach einem Labor.“ Sie rechnet damit, dass die 3Gplus-Regel künftig noch mehr Beachtung finden wird. PCR-Tests bietet das Schnelltest-Zentrum Schwandorf nur für Berechtigte (kostenlos) an; während beispielsweise die St. Barbara-Apotheke in Pfreimd 99 Euro für Selbstzahler verlangt.

Die Impfung gegen Covid-19 bleibt dagegen kostenlos. Das Impfzentrum in Nabburg im ehemaligen Krankenhaus bietet ab dieser Woche spezielle Öffnungszeiten für Frühaufsteher (mittwochs ab 7 Uhr) sowie die „After-Work-Impfaktion (donnerstags bis 20 Uhr) an.

Corona-Teststation Oberviechtach in ehemaliger Eisdiele

Oberviechtach

Corona-Schnelltest-Angebote im Landkreis Schwandorf nach dem 11. Oktober

Schwandorf
Das negative Ergebnis eines von einer Fachkraft vorgenommenen Schnelltests ist 24 Stunden lang gültig.
Hintergrund:

Schnelltest-Angebote im Landkreis Schwandorf

  • An den Teststellen der Hilfsorganisationen im Landkreis Schwandorf entstehen aktuell Kosten von 10 Euro (nur Barzahlung). Terminbuchung im Internet unter: www.etermin.net/coronatest.
  • Das Schnelltest-Zentrum im Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf hat aktuell wie folgt geöffnet: Montag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr; Samstag von 8.30 bis 12 Uhr; Sonntag geschlossen.
  • Die flächendeckenden Schnelltest-Stationen der Hilfsorganisationen (BRK/Johanniter) sind nur noch in Schwarzenfeld, Wernberg-Köblitz, Schönsee, Burglengenfeld und Nittenau für jeweils einige Stunden pro Woche offen. Öffnungszeiten: www.etermin.net/coronatest. Eingestellt wurden die Testangebote in Wackersdorf, Oberviechtach, Nabburg und Neunburg.
  • Schnelltest-Station Oberviechtach in der ehemaligen Eisdiele (betrieben von Apotheker Wolfgang Endres) arbeitet ohne Anmeldung. Geöffnet: Montag bis Freitag von 7 bis 10 Uhr und von 14 bis 18 Uhr; Samstag von 8 bis 12 Uhr; Sonntag von 9 bis 11 Uhr.
  • Apotheken mit Schnelltest-Angebot: Bruck (St. Ägidius-Apotheke und Markt-Apotheke); Nabburg (Paracelsus Apotheke); Nittenau (Marien-Apotheke); Neunburg vorm Wald (Neue Apotheke); Pfreimd (St. Barbara-Apotheke); Schwandorf (City-Apotheke); Teublitz (Spitzweg-Apotheke); Wernberg-Köblitz (St. Anna-Apotheke). Die Preise variieren.
  • In den Arztpraxen werden die Schnelltests wie bisher angeboten.
  • Kostenpflichtig oder kostenfrei: Aufgrund der neuen Coronavirus-Testverordnung (TestV) der Bundesregierung muss die Anspruchsberechtigung vor dem Schnelltest geprüft werden. Dies kann mittels einem Formblatt auf der Homepage des Landkreises erfolgen, welches die persönlichen Angaben automatisch mit den Regularien abgleicht. (ptr)

„Die Selbstzahler akzeptieren es ohne Diskussion.“

Katrin Duschner, Inhaberin der Paracelsus-Apotheke in Nabburg

„Es ist ausschließlich eine Barzahlung direkt an der Teststelle möglich.“

Landratsamt-Pressesprecher Manuel Lischka zum Testangebot der Hilfsorganisationen

 

 

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