07.10.2019 - 18:50 Uhr
NabburgOberpfalz

Erntedank schärft den Blick

Mit einer eindrucksvollen Feier begeht die Katholische Pfarrgemeinde Nabburg das diesjährige Erntedankfest. Im Mittelpunkt steht der Dank an Gott für die Gaben der Natur und die Arbeit der Menschen, die sie zubereiten.

Zahlreiche Gläubige jeden Alters, unter ihnen Vertreter der weltlichen und der kirchlichen Gremien sowie die Fahnenabordnungen der kirchlichen und vieler weltlicher Vereine, hatten sich auf dem Unteren Markt versammelt und erwarteten das Eintreffen des Pferdegespannes mit dem reichgeschmückten Erntewagen. Mit einem kurzen Standkonzert eröffnete die Jugendblaskapelle die Feier.
von Sepp FerstlProfil

Mit dem Einholen des reich geschmückten Erntewagens, darauf die stattliche Erntekrone, starteten in Nabburg wie in vielen Pfarreien des Altlandkreises die Feierlichkeiten. Begleitet von Ministranten und Geistlichkeit zog das Landvolk Brudersdorf-Diendorf unter flotter Marschmusik der Jugendblaskapelle zum Unteren Markt. Mit einem umfassenden Vergelt´s Gott dankte Pfarrer Hannes Lorenz dafür, dass Erntedank für alle ein so selbstverständlicher kirchlicher Termin sei. Die Segnung des prachtvoll dekorierten Wagens und der mit viel Hingabe geflochtenen Krone schloss mit einem Danklied der Kindergarten-Kinder von St. Angelus und St. Marien.

In den Kirchenzug zum Johannesdom reihten sich die Gartenbauvereine Nabburg und Neusath mit Blumen und Erntekörben ein. Traditionell im Zug vertreten auch die Fahnenabordnungen der kirchlichen und vieler weltlicher Vereine, sowie die Räte: Bürgermeister mit Stadtrat, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, Die Kindergärten waren mit kleinem Erntewagen und "Bandlbaum" vertreten, die Kommunionkinder setzten mit Erntekörbchen farbenfrohen Akzente, die Firmlinge waren mit einer kleinen Trage und dem großem Brot für den Erntealtar dabei.

Unter Orgelklängen wurde die gewichtige Erntekrone zum Hochaltar im bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus getragen. Der Kirchenchor unter Leitung von Jonathan Brell und die Jugendblaskapelle unter Stabführung von Markus Ferstl umrahmten den Festgottesdienst, den Pfarrer Lorenz in Konzelebration mit Pfarrvikar Klaus Lettner feierte.

Mit dem Beispiel seiner Brille, die er immer mal wieder putzen müsse, um scharf sehen zu können, verglich Stadtpfarrer Hannes Lorenz das Erntedankfest. Es helfe den Menschen, die in einer Zeit des Wohlstands und der Sorglosigkeit leben dürften - zumindest was das Angebot an Nahrung anbelangt - wieder zu erkennen, dass nichts von dem, was wir alltäglich für unser Leben genießen dürfen, selbstverständlich sei. Mit den Worten des Propheten Joel aus dem Alten Testament, dürften auch die Menschen heute einstimmen in den großen Lobpreis auf Gott, "der uns täglich zu essen schenkt und satt werden lässt".

Aber was uns alltäglich scheint, sei oft nichts wert. Da stehen Menschen vor den größten Buffets und wüssten nichts auszuwählen; da brauchen andere Erdbeeren mitten im Winter um glücklich zu sein. Immer alles Notwendige in ausreichendem Maß zur Verfügung zu haben, berge manchmal die Gefahr in sich, "habgierig zu werden" und die Dankbarkeit zu verlieren. Erntedank feiern schärfe den Blick für den Dank an Gott für die Gaben der Natur und für die Arbeit der Menschen, die sie uns zubereiten.

Bevor die Kirchengemeinde nach dem Lied "Großer Gott wir loben Dich" mit Unterstützung von Orgel und Blaskapelle aus dem Gotteshaus auszog erfreuten die kleinen Sänger beider Kindergärten mit einem weiteren Danklied, bei dem alle in den Refrain einstimmten und kräftig mitklatschten. An den Ausgängen verkaufte die Landjugend Mini-Brote zur Unterstützung sozialer Projekte und der Frauenbund lud in das Jugendwerk zur Leberkäse- und Würstlbrotzeit ein. Beim Frühschoppen der zahlreichen Gäste spielte die Jugendblaskapelle beschwingt zur Unterhaltung auf.

Mit ihren Erntekörbchen am Fuße des Altares setzten die Kommunionkinderder zusätzliche farbenfrohe Akzente In der herbstlich geschmückten Kirche. In seiner Predigt betonte Stadtpfarrer Hannes Lorenz, dass Erntedank feiern den Blick dafür schärfe, nie den Dank zu vergessen für all die Gaben der Natur und die Wertschätzung für die Arbeit der Menschen, die sie uns zubereiten.

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