04.11.2020 - 19:10 Uhr
NabburgOberpfalz

FEE plant Ansiedlung in Nabburg

Eines der führenden Wirtschaftsunternehmen aus dem Kreis Schwandorf baut in Nabburg einen neuen Standort auf: FEE, Spezialist für Industrieautomation, kauft zwei Grundstücke "Am langen Graben". Der Bürgermeister freut sich darüber.

Auf diesem Grundstück möchte sich die Firma FEE ansiedeln. Das Areal liegt an der Siemensstraße (links), in direkter Nachbarschaft zu Absolute Vegan Empire (AVE, hinten Mitte).
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

In der Stadtratssitzung, die am Dienstagabend in der Nordgauhalle stattfand, hatte Bürgermeister Frank Zeitler eine bedeutende und zugleich noch ganz taufrische Nachricht für den Wirtschaftsstandort Nabburg parat. Er gab bekannt, dass er am Vormittag mit dem geschäftsführenden Gesellschafter der Firma FEE mit Hauptsitz in Neunburg vom Wald, Hans Fleischmann, bei einem Notartermin in Nabburg war und einen Vertrag unterschrieb. FEE kaufte zwei zusammenhängende Grundstücke mit einer Gesamtgröße von 35 600 Quadratmetern im Gewerbegebiet "Am langen Graben" am Ortsrand von Diendorf. Sie liegen an der Siemensstraße in unmittelbarerer Nachbarschaft zur Niederlassung von Absolute Vegan Empire (AVE).

Weitergehende Informationen zur Ansiedlung habe sich das Unternehmen FEE vorbehalten. Eine Anfrage von Oberpfalz-Medien blieb von der Geschäftsleitung bis Redaktionsschluss am Mittwochabend unbeantwortet.

Schnell an die Vorbereitung

Die Erschließung durch die Stadt Nabburg soll laut Bürgermeister umgehend begonnen werden. Mit der inneren Erschließung will das Unternehmen im Jahr 2022 starten. Zeitler beschrieb FEE als regionales Vorzeigeunternehmen, das als Spezialist für Industrieautomation agiert, der weltweit Kunden - vorwiegend aus dem Automobilbereich - mit individuellen Lösungen für Automatisierungstechnik versorgt. FEE-Technologien kommen aber auch in der Wasserkrafttechnik, der Gebäudetechnik und der IT für spezielle Industriesoftware zum Einsatz.

Zeitler dankte der Unternehmerfamilie Fleischmann für das in Nabburg gesetzte Vertrauen. Eine Ansiedlung in dieser Größenordnung sei heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie stelle für Nabburg in allen Bereichen eine große Bereicherung dar. CSU-Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler dankte Bürgermeister Frank Zeitler am Ende der Sitzung für die erfolgreich geführten Verhandlungen. "Das ist ein guter Tag für Nabburg", betonte er.

Zunächst für Baywa gedacht

Für die beiden bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen hatte die Stadt Nabburg im Jahr 2016 eine Änderung der Bauleitplanung eingeleitet. Damals machte die Baywa für ihren Standort Nabburg eine Existenzgefährdung durch den Bau der Umgehungsstraße zur Beseitigung des Bahnübergangs geltend. Deshalb benötigte der Freistaat Bayern ein Ersatzbaugrundstück, das er der Baywa zur Umsiedlung anbieten konnte. Er kaufte die beiden Flächen, und die Stadt Nabburg sorgte für die Bebaubarkeit zu Gewerbezwecken. Die Baywa entschied sich dann aber anders, nahm das Angebot nicht an und ging weg aus Nabburg.

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Nabburg

Nun kaufte die Stadt das Gelände vom Staat zurück, um es sodann gleich an FEE weiterveräußern zu können. Zeitler dankte dem Staatlichen Bauamt, der Regierung der Oberpfalz und dem Bayerischen Bauministerium für die schnelle Abwicklung des Rückkaufs. In seinen Dank schloss er die Mitarbeiter im Rathaus ein, die ihm bei seiner Verhandlungsführung wertvolle Unterstützung leisteten. Aufgrund des unerwarteten Grundstücksgeschäftes musste die Stadt in Absprache mit dem Landratsamt auch ihre Haushaltsplanung für 2020 ändern (Bericht folgt).

Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht für den Wirtschaftsstandort Nabburg.

Bürgermeister Frank Zeitler

Bürgermeister Frank Zeitler

Hintergrund :

FEE in Fakten und Zahlen

  • Unternehmen: Gründung von FEE (Fleischmann Elektrotech Engineering) im Jahr 1982 mit Stammsitz in Neunburg vorm Wald. Geschäftsführer Gerlinde, Hans und Robert Fleischmann.
  • Mitarbeiter: Rund 1100, davon 75 in ausländischen Niederlassungen, darunter in der Türkei und in Mexiko.
  • Kunden: Weltweite Automobil- und Zulieferindustrie, mittelständische Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen und Kommunen.
  • Umsatzentwicklung: Von 4 Millionen im Jahr 1990 über 27 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 175 Millionen im Jahr 2019. (am)
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