14.01.2022 - 17:30 Uhr
NabburgOberpfalz

Es fehlt noch mehr als der Schnee

Der Skilift in Nabburg ist aufgerüstet, der Betrieb könnte starten – sofern es genügend schneit. Bis dahin müssen aber auch noch Verträge unterschrieben werden. Es geht dabei um nötigen Versicherungsschutz.

Verträge mit den ehrenamtlichen Helfern und dann eine ausreichende Schneelage: Diese beiden Komponenten fehlen noch, damit der Skilift (Mitte) im Nabburger Naherholungsgebiet laufen kann.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Skilift war im Herbst vergangenen Jahres ein Thema, als der Stadtrat eine Reihe von Sparbeschlüssen zur notwendigen Haushaltskonsolidierung fasste. Er verursacht nämlich im Durchschnitt ein Defizit von rund 15 000 Euro im Jahr. Angedacht war zunächst, den Betrieb vorerst bis einschließlich 2025 einzustellen. Dabei spielte es auch eine Rolle, dass städtische Bauhofmitarbeiter, die dringend beim Winterdienst der Kommune benötigt werden, nicht mehr zum Betrieb des Liftes eingesetzt werden können. Zur einstweiligen Stilllegung kam es dann aber doch nicht. Man kam nach längerer Diskussion überein, den fälligen TÜV machen zu lassen und zu versuchen, den Betrieb schon in der kommenden Wintersaison über einen damals noch nicht existierenden, ehrenamtlichen Helferkreis zu organisieren. Einige Stadtratsmitglieder hatten sich bereit erklärt, hieran auch mitzuwirken.

Was sich seither getan hat, fasste Bürgermeister Frank Zeitler am vergangenen Dienstagabend zu Beginn der Sitzung unter dem Tagesordnungspunkt "Bekanntgaben" zusammen. Die Stadt Nabburg hat demzufolge vor Weihnachten alle Vorbereitungen laut Stadtratsbeschluss getroffen, um den Skilift in Betrieb nehmen zu können. Der TÜV sei erledigt, und die Einweisung des ehrenamtlichen Personals habe am 29. Dezember durch den Bauhofleiter stattgefunden. Über die Medien habe man keinen Aufruf gestartet, um weitere ehrenamtliche Helfer zu finden, nachdem der an der Organisation mitwirkende Stadtrat Helmut Ertl gegenüber der Stadt erklärt hatte, dass man selbst bestimmen möchte, wer als Helfer geeignet ist. Da man auf ein von der Stadt angebotenes, passwortgeschütztes Personaleinteilungssystem verzichtet hat, obliege die Personaleinteilung den Verantwortlichen, zu denen neben Ertl auch die Stadträtin Heidi Eckl zähle.

Grundsätzlich müssten alle Helfer über 18 Jahre sein und einen Ehrenamtsvertrag mit der Stadt abschließen. Überdies seien einer oder mehrere Verantwortliche zu benennen. Nur so sei ein Versicherungsschutz gegeben. Das habe die Versicherung von der Stadtverwaltung so verlangt. Ertl und Eckl waren zum Zeitpunkt dieser Bekanntgabe noch nicht in der Sitzung in der Nordgauhalle.

Rund zwei Stunden später kam Stadtrat Helmut Ertl (ÜPW) von sich aus gegen Ende der Sitzung unter dem Punkt "Anfragen" auf das Thema Skilift zu sprechen. Er berichtete, dass inzwischen rund 20 Personen als Helfer verfügbar wären und man nur noch auf Schnee warte. Man sei bereit, die anfallenden Dienste eigenverantwortlich zu organisieren. Ein geforderter Vertrag müsse jedoch noch überarbeitet werden, dazu wolle er einen eigenen Entwurf machen und ihn dann im Rathaus vorlegen. Der Bürgermeister ging nicht mehr näher darauf ein. Er wies an dieser Stelle lediglich darauf hin, dass mit der Stadt nur Verträge geschlossen werden können, die verwaltungsrechtlichen Vorgaben entsprechen.

Wozu ein Ehrenamtsvertrag nötig ist, fragte Stadträtin Rita Holzgartner (SPD). Aus der Vereinsarbeit habe sie noch nie gehört, dass man so einen Vertrag für eine Versicherung benötigt. Bürgermeister Frank Zeitler wiederholte seine Aussage vom Beginn der Sitzung: Dieser Vertrag werde von der Versicherung ausdrücklich verlangt. Warum das der Fall ist, sah Verwaltungsleiter Thomas Prey im Status des Helferkreises begründet. Es handle sich hierbei um keinen Verein. In Vereinen wären Aktivitäten von Mitgliedern nämlich versicherungsrechtlich geschützt. Nach den Worten von Helmut Ertl beabsichtigt der Helferkreis keine Vereinsgründung, sondern versteht sich als Bürgerinitiative.

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