22.02.2019 - 15:02 Uhr
NabburgOberpfalz

Freilandmuseum auf dem Holzweg

Das Freilandmuseum Neusath-Perschen widmet diese Saison dem Naturmaterial Holz. Es blickt zurück ins "hölzerne Zeitalter" und zeigt dessen vielfältige Bedeutung in der Gegenwart. Auf dem Holzweg ist es mit diesem Thema beileibe nicht.

„Das richtige Holz“ für Haus, Geräte oder Möbel ist heuer das zentrale Thema im Freilandmuseum. Die Rauberweihermühle zeigt dabei auch, dass sie, nicht von allen bemerkt, ihre hölzernen Seiten hat.
von Irma Held Kontakt Profil

Irrwege sind eher in der saisonbegleitenden Ausstellung "Utopie Landwirtschaft" zu finden. Das Museum bleibt mit dem Jahresmotto "Das richtige Holz" in der Realität des Einst und Jetzt. Wie wichtig Holz ist, beweisen schon die vielen Redensarten, die es in diesem Zusammenhang gibt, zum Beispiel auf dem Kerbholz haben, auf dem Holzweg sein, aus gutem Holz geschnitzt sein oder viel Holz vor der Hütte haben. Letzters charakterisiert umgangsprachlich Frauen mit einer beachtlichen Oberweite. Ursprünglich bezieht sich das sprachliche Bild aber auf die Holzvorräte, die an der Außenwand von Bauernhäusern aufgestapelt waren. Und wer in deisem Sinne - nicht im übertragenen - viele holz vor der Hütte hatte, hatte es im Winter warm und warmes Essen. Denn Wohnräume und Speisen bleiben kalt, wenn es an diesem wichtigen Brennstoff mangelte.

Doch nicht nur das: Vor 200 Jahren waren der Wald und das in ihm gewonnene Holz aus dem Leben der Menschen im ländlichen Raum nicht wegzudenken. Man lebte in einem „hölzernen Zeitalter". Häuser, Geräte, Werkzeuge und viele weitere Alltagsgegenstände waren aus Holz gefertigt. Ohne Wald und ohne Holz hatten die Menschen kein Dach über dem Kopf. In jedem Haus des Musuems sind zeugnisse zu finden wie wichtig Holz früher war, deshalb "ist man immer nachhaltig mit diesem Material umgegangen", heißt es in einer Mitteilung zur Saisoneröffnung am 9. März.

Doch Nachhaltigkeit ist auch ein Thema unserer Tage. Holz spielt wieder eine entscheidende Rolle für nachhaltiges Bauen, erneuerbare Energie und Klimaschutz und als Heizmaterial, sei es im Kachel- oder Kaminofen, als Pellet oder Hackschnitzel.

Das Musuem lenkt aus deisem Grund das Augenmerk auch die Waldnutzung früher und heute. Auf dem Gelände sind verschiedene historische Waldformen zu sehen. Und nicht zuletzt stand und steht der Wald für Erholung und Entspannung. Der Museumswald bietet sich den Besuchern auch als Rückzugsort an. Die neue Saison wird am samstag, 9. März, um 10 Uhr von Bezirkstagspräsident Franz Löffler in Anwesenheit von geladenen Gästen eröffnet.

Ausstellungen:

Historisches und Utopisches

Die "Waldnutzung früher und heute" wird ab Saisonbeginn bis zum -ende am 3. November in einer neuen Dauerausstellung in dem Anwesen Paulerverl gezeigt. Zu sehen ist ab 9. März im Ausstellungsgebäude vor dem Haupteingang eine Schau, die unter dem Titel "Utopie Landwirtschaft" Erfolgs- und Irrwege in den zurückliegenden 200 Jahren aufzeigt. Wer hätte 1800 gedacht, dass Maschinen das mühsame Mähen der Getreidefelder und die sensible Arbeit des Melkens übernehmen. Mähdrescher und Melkmaschine bzw - roboter sind inzwischen Alltag. Doch vorgestellt werden auch gewagte technische Erfindungen, die bisweilen kaum über das Entwurfsstadium hinaus kamen. Die Ausstellung wurde von sechs Museen, darunter auch das hiesige Freilandmuseum erarbeitet. Der Künstler Thomas Neumaier ergänzt die Ausstellung, die bis 7. Juli besucht werden kann, mit skurrilen Erfindungen.

Der Hubschrauber-Bulldog kommt nach Neusath.

Holz ist patinafähig.

Birgit Angerer, Leiterin des Freilandmuseums Neusath-Perschen

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