22.09.2021 - 11:51 Uhr
NabburgOberpfalz

"Geburt der Linie" in einer Ausstellung im Schmidt-Haus Nabburg

Für Bürgermeister Frank Zeitler (rechts) war es eine Freude, zusammen mit stellvertretendem Landrat Richard Tischler (Mitte hinten) und Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser (links) die von Wolfgang Neiser (Dritter von links) konzipierte Ausstellung „Die Geburt der Linie“ zu eröffnen.
von Autor AUBProfil

Linear gesehen ist die "Die Geburt der Linie" unter den bisherigen Ausstellungen im Museum im Schmidt-Haus die ungewöhnlichste. Sie zeichnet "wesentliche" Eckpunkte des sonst eher unbewussten, kreativen Gestaltungsprozesses nach. "Die Geburt der Linie" mitzuerleben, war nicht nur für Bürgermeister Frank Zeitler ein besonderes Erlebnis als erste Ausstellungseröffnung seiner Amtszeit. Auch Landrat-Stellvertreter Richard Tischler betonte die von keinem Online-Angebot übertreffbare Authentizität eines solchen "Live"-Events. Beide begrüßten in kurzen Statements anlässlich der Vernissage die Revitalisierung der regionalen Kunst- und Kulturszene, für die das "Museum im Schmidt-Haus" stets ein prädestinierter Ort sei. Hörbar wurde dies auch in der musikalischen Begleitung von Carolina Schmidl und Andreas Schmidt.

Mit der Ausstellung "Die Geburt der Linie" setzt Konzeptor Wolfgang Neiser dort jedoch einen ganz neuen, überraschenden Akzent, wie Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser in ihrer Einführung erläuterte. Bei diesem Projekt bringt der ehemalige Geistliche umfangreiche Erfahrungen seiner eigenen "Lebenslinie" aus dieser Tätigkeit, dem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie, wissenschaftlicher Mitarbeit am Historischen Museum Regensburg, aber auch als zertifizierter Coach und aktuell stellvertretender Leiter der Kunstsammlungen des Bistums mit ein, um der "Linie" auf die Spur zu kommen. Dabei ist es "gar nicht so leicht, die Gedanken auszuschalten, um zum schöpferischen Ursprung menschlichen Ausdrucks zurückzufinden", zitiert ihn die Laudatorin.

Auch das Publikum sollte mit offenen Augen und wachen Sinnen der Fährte folgen, die Neiser dem Betrachter "vorgezeichnet hat". Zwar präsentiert er (im Café) wie gewohnt auch ausgewählte Werke als Resultate eines Entstehungsprozesses, vorwiegend jener Künstler, die ihn bei seiner Recherchearbeit inspirierten, sinnbildlich jedoch für die "existenzielle Basis" dessen, läuft "seine" klare Linie über die pure Wand als dreidimensionales "Skip-Book" der Kunst- und Naturwissenschaft: "Ich zeichne gerne Kommunikationsvorgänge skizzenhaft auf, teile Inhalte in gegliederte Schemata auf, notiere mir linear Gedächtnisstützen, um mir Gegebenheiten schnell einzuprägen".

Punkt für Punkt, aufgereiht in einer Linie, skizziert Neiser dem Betrachter seine Gedanken und Empfindungen, fordert die Besucher dazu auf, scheinbar unkontrollierte "Kritzelbilder" detailliert zu analysieren und sich zurückzuversetzen in ihre eigene Phase unbedarfter, minimalistischer, kindlicher Ausdrucksform. So führt die lineare Retrospektive am Ende zum Anfang, aber auch der Erkenntnis, dass eine Linie "ursprünglich", manchmal nur eine Linie, oft aber auch viel mehr als eine Linie ist, wenn wir ihr oder uns ihren Lauf lassen. Gern dürfen die Besucher diesen Gedanken in einer Mitmachaktion fortführen - der Anfang wurde bereits gemacht, Fortsetzung erwünscht.

Dauer der Ausstellung "Die Geburt der Linie": bis 14. November 2021; Öffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 17 Uhr (und nach Vereinbarung) unter Einhaltung der 3G-Regeln. Am Sonntag, 26. September, um 15 Uhr führt Wolfgang Neiser persönlich durch die Ausstellung. Kosten: Museumseintritt plus zwei Euro pro Teilnehmer; Anmeldung dazu unter Telefon 09433/20 46 39.

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