30.01.2019 - 20:10 Uhr
NabburgOberpfalz

Zur Geburtstagsfeier nach Südafrika

Als Seelsorger und Theologe hat sich Bischof Fritz Lobinger weltweit großes Ansehen erworben. Zur Feier des 90. Geburtstags in Mariannhill nahe Durban war eine 23-köpfige Delegation aus Nabburg an die Südspitze Afrikas gereist.

Eine 23-köpfige Delegation aus Nabburg reiste mit Pfarrer Hannes Lorenz und Bürgermeister Armin Schärtl an die Südspitze Afrikas. Das Bild zeigt die Reisegruppe nach dem Dankgottesdienst zusammen mit dem Jubilar Bischof Dr. Fritz Lobinger (Bildmitte) und Schwester Eobarda Ries (rechts daneben).
von Sepp FerstlProfil

Was durch Bischof Fritz Lobinger und sein Lumko-Institut in Johannesburg seit 1975 entwickelt wurde und den Weg von Afrika in die ganze Welt fand, ist die Methode des Bibelteilens in sieben Schritten. Für Afrika und seine Diözese Aliwal-North hat er einen Weg gefunden, wie Laien als Wortgottesdienstleiter ausgebildet und eingesetzt werden können. Schwester Eobarda Ries hat zum Beispiel viele Jahre Wortgottesdienste sonntags in den entlegensten Dörfern des Zululandes gefeiert.

Zu Recht verholfen

Beim Jubiläumsgottesdienst in Mariannhill am Geburtstag stellte Pfarrer Hannes Lorenz - ausgehend von den Lesungstexten - fest, dass auf Bischof Lobinger zutreffe, was der Prophet Jesaja vom Gottesknecht schreibt: "Erfüllt von der Kraft des Geistes trat er immer für die Schwachen und Armen ein und ganz besonders für die Rechte der Schwarzen im Apartheidsystem Südafrikas. So half auch er mit, den Entrechteten zum Recht zu verhelfen. Wie einst der Apostel Paulus den Grund legte für den Glauben in seinen Gemeinden, legte Bischof Lobinger durch seine Arbeit den Grund, dass der Glaube in Südafrika wachsen konnte". Dies sei insbesondere dem Engagement für das Lumko-Institut zu verdanken, das zur Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils gegründet wurde.

So sei es Bischof Lobinger immer ein Anliegen gewesen, dass Christen die Heilige Schrift lesen und dass die Laien ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend in den Pfarrgemeinden Verantwortung übernehmen. Ganz im Gegenteil zur Missionsarbeit vor dem Konzil, sei Kirche für den Bischof nie etwas, das "von oben" kam, gewesen, sondern immer "das Miteinander der Gläubigen, die Kirche sind und leben." Auf diese Weise dürften alle Nabburger stolz sein auf "ihren" Bischof, dessen Glaube in Nabburg seine Wurzeln habe und der den Ruf Christi vernahm: "Geht in alle Welt und verkündet allen Menschen das Evangelium!" Jeder sei dazu aufgefordert, den Horizont des eigenen Kirchturms zu übersteigen, um Zeugnis zu geben und anderen den Glauben nahe zu bringen.

Beim Empfang verriet Pfarrer Lorenz, dass er dem Bischof zum ersten Mal im Priesterseminar in Regensburg 1989 begegnet sei. Dort suchte er mit den Vorständen einen Bischofstalar zur Teilnahme an der großen Reliquienprozession, weil er "dieses Lametta zuhause selten braucht" und deshalb vergessen hatte, ihn mitzunehmen. Später traf Hannes Lorenz als frischgebackener Pfarrer von Nabburg den Bischof wieder: Als das Telefon läutete und dieser sich vorstellte: "Hier ist Lobinger. Ich bin gerade wieder in der Heimat und will den neuen Pfarrer von Nabburg kennenlernen." Das Mittagessen fand dann tags darauf im Ausweichpfarrhof in der Oberviechtacher Straße statt. Gerne denkt Lorenz an die Feier des silbernen Bischofsjubiläums 2013 und an den letzten Besuch Lobingers in der Heimat 2014 zurück. Aber vor allem begegnet dem Pfarrer immer wieder die Hochschätzung des Bischofs in seiner Heimat.

Buch mit Glückwünschen

Als Geschenke überreichte Lorenz ein Bild von den Sehenswürdigkeiten Nabburgs und eine Wolldecke mit Widmung zum Geburtstag, "damit Fritz Lobinger sich immer wieder in seine alte Heimat und in gute Erinnerungen kuscheln kann", ein Handtuch mit der Silhouette der Altstadt und der Pfarrkirche, damit er den Kontakt mit Nabburg täglich mit Händen greifen könne, und schließlich ein Buch mit Glückwünschen sehr vieler Pfarrangehöriger, die nicht mitfahren konnten, sowie der ganzen Reisegesellschaft.

Bürgermeister Armin Schärtl würdigte die unermüdliche Schaffenskraft des Jubilars. Für ihn sei er ein nachahmenswertes Beispiel an Mut und Überzeugung im Glauben. Dem schloss sich auch Pfarrgemeinderatssprecherin Tanja Raab an. Im Haus "Mater Dolorosa" für Pensionisten in Mariannhill wünschte sie Lobinger weitere gute Jahre. Sein Lebenswerk habe weltweite Anerkennung gefunden. Beide Sprecher hatten Geschenke zur Geburtstagsfeier mitgebracht.

Diese wurde in Zusammenarbeit mit der deutschen Gemeinde von Durban organisiert und von Schwester Agnes aus Mariannhill geleitet. Das festliche Geburtstagsessen war ein gemeinsames Geschenk der Pfarrei und der Stadt Nabburg.

Beim Ausblasen der vielen Geburtstagskerzen wird Bischof Lobinger von Stadtpfarrer Hannes Lorenz (links) und Bürgermeister Armin Schärtl (rechts) nach Kräften unterstützt.
Zu den Geschenken der Pfarrgemeinde zählt unter anderem auch ein Handtuch mit der Ansicht von Nabburg, der Heimatstadt Lobingers, welches Pfarrer Hannes Lorenz mit launigen Worten an das Geburtstagskind „Bischof Fritz“ überreicht.
Ehrenbürger der Stadt:

Nach seiner Emeritierung war Fritz Lobinger ein geschätzter Referent, Gesprächspartner und Kursleiter in mehreren Ländern. Zum letzten Mal war er im Jahr 2014 in der Heimatstadt. Er feierte die Priesterjubiläen von Gottfried Rottner und Josef Lobinger sowie die Primiz von Thomas Hösl mit. Im Jahr darauf wollte die Pfarrei Nabburg mit ihm sein diamantenes Priesterjubiläum festlich begehen; damals musste er aber kurzfristig wegen eines Unfalls in Südafrika absagen. 2017 wurde dem „Nabburger Bischof Fritz“ die Ehrenbürgerwürde der Stadt Nabburg verliehen. Dazu reisten damals Bürgermeister Armin Schärtl und Stadtpfarrer Lorenz mit der Urkunde im Gepäck eigens nach Südafrika.

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