08.09.2019 - 09:58 Uhr
NabburgOberpfalz

Geschichte in der Gegenwart

Die Remise feiert zehnjährigen Geburtstag. Dazu gibt es Ausstellungen, Musik, ein Buffet sowie ein gelungenes Theaterstück.

Patrick Weise und Christina Götz (v.l.) inszenierten gemeinsam mit Stefan Flierl das Stück "Durch die Wüsten – Maria in Ägypten".
von Redaktion ONETZProfil

"Es ist mal wieder schön, ein volles Haus zu erleben", so Franz Grundler. Er rief die Remise ins Leben und engagiert sich seit Beginn an mit Herz und Seele für das Kunst- und Kulturprojekt in der Nabburger Altstadt. Mittlerweile ist eine große Schar an Gästen Fehlanzeige - umso mehr freut er sich, dass am Samstag Familie, Freunde, Förderer und Besucher vor der Kleinbühne zusammenkamen, um das zehnjährige Bestehen der Remise zu feiern.

"Feines Kunstprojekt"

Heiner Weigert stimmte mit harmonischem und sanftem Klarinettenspiel in den Abend ein, der auch weiterhin musikalisch untermalt wurde. Auch Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl war anwesend und sprach ein paar Worte über die großartige Arbeit von Franz Grundler. Er nennt die Remise ein "kleines, aber feines Kunstprojekt" und findet es bemerkenswert, dass Jan Hus im Programm stark verankert ist - und das stimmt: Auch an jenem Abend konnten die Gäste drei Ausstellungen bewundern: Die "hussitica", welche von der Nabburger bis zur globalen Hussitengeschichte reicht sowie die Dauerausstellung über das "Spatland". Diese soll übrigens erweitert werden.

Kimmerl erinnert sich in seiner Ansprache an die Geschichte der Menschheit zurück, in der "alle 100 Jahre etwas Umwälzendes passierte". Und auch heute wieder stünden wir an einem Wendepunkt. Kultur könne dabei helfen, seinen eigenen Standpunkt zu finden. "Sie ist das Salz in der Suppe des Lebens", so Kimmerl. Mit seinen Worten wünscht er Grundler auch weiterhin viel Erfolg.

50 Veranstaltungen

Mit Hilfe einer Präsentation denkt Franz Grundler an die Jahre der Remise zurück. Begonnen 2008, als inmitten von Dreck und Chaos mit viel Arbeit ein einheitlicher Raum geschaffen wurde bis hin zu den zahlreichen Ausstellungen, Aufführungen, Konzerten oder Lesungen, die letztendlich dort stattfanden.

Auch ganz besondere und emotionale Momente wurden auf den Fotos der Präsentation gezeigt. Das ein oder andere brachte Grundler sogar zum Lachen. Seine Freude und die Liebe zu diesem Projekt waren ihm deutlich anzusehen. Er erinnert sich an ungefähr 50 Veranstaltungen in der Remise. Dabei seien in diesen zehn Jahren etwa so viele Besucher gekommen wie Nabburg Einwohner hat. Grundlers Dank galt insbesondere allen Freunden, Beteiligten und Helfern, die ihm in all den Jahren zur Seite standen.

Nach einer Pause mit Wein, Bier und Buffet - darunter auch syrische Spezialitäten - freuten sich die Gäste auf das Highlight des Abends. Franz Grundler schrieb für den Geburtstag der Remise noch einmal ein Theaterstück: "Durch die Wüsten - Maria in Ägypten". Das Stück verweist auf die frühchristliche Legende der Maria aus Alexandria, welche kein allzu heiliges Leben führte, schließlich aber in die Wüste zog, wo sie sich als Eremitin wandelte.

Grundler entdeckte in jener Legende zahlreiche Parallelen zur Gegenwart und versetzte die Geschichte somit in die Moderne. Das Theater - gespielt von Christine Götz, Stefan Flierl und Patrick Weise sowie untermalt von Lissi Brehms Flötenklängen - regte durchaus zum Nachdenken an, obgleich es nur 38 Minuten dauerte. Schmunzelnd versicherte Grundler, dass dies sein letzten Stück sei.

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