03.02.2019 - 15:55 Uhr
NabburgOberpfalz

Gesprächsfaden weiterspinnen

"Im Dialog bleiben" heißt heuer das Motto der Landfrauen. Staatsministerin a. D. Emilia Müller bringt beim Landfrauentag in der Nordgauhalle das vielschichtige Thema auf den Nenner: "Beim Redn kumma d'Leit zamm!"

„Da Franzl & sei Spezi“ sorgen für beste bayerische Unterhaltung beim Landfrauentag. Und wenn die Promis freundlich, aber treffend ausgesungen werden, ist Freude garantiert.
von Irma Held Kontakt Profil

Kreisbäuerin Sabine Schindler bringt zu Beginn die nahezu volle Nordgauhalle in Schwung, indem sie die Gäste auffordert, das Gegenüber anzuschauen, anzulächeln. "Der erwünschte Effekt ist total eingetreten. Fast alle haben lachen müssen. Die Stimmung ist sofort eine gute", ist die Kreisbäuerin zufrieden. Dialog fordere auch einen ehrlichen Umgang. "Die allergrößte Kunst am Dialog ist das Zuhören", schreibt sie jeden ins Stammbuch und kommt an ein paar Worten zum Volksbegehren nicht vorbei. Sie will keinen Kampf führen, sondern getreu dem Jahresmotto im Dialog bleiben. "Es geht nicht Gegeneinander."

Furore gemacht

"Die Landfrauen aus Schwandorf haben Furore gemacht". Staatsministerin a. D. Emilia Müller spielt auf das Buch "Starke Frauen" zum Landfrauenjubiläum an, bevor sie die vielen Aspekte des Dialogs aufzeigt. Das Motto passe wie angegossen zu den Landfrauen. Sie müssten ständig Dialoge führen, mit der Familie, dem sozialen Umfeld ebenso wie mit Politik und Gesellschaft. Und die Landesvorsitzende des katholischen Frauenbundes weiß, wovon sie redet. Sie ist auf einem Hof bei Bruck aufgewachsen, ist Hauswirtschaftsmeisterin und war als Betriebshelferin tätig. Auf dem Bauernhof sei ihr das Rüstzeug fürs Leben mitgegeben worden.

Sie wisse auch zur Genüge, wie frustrierend es sein könne, einen Dialog zu führen. "Wie schnell man versucht aneinander vorbei zureden, anstatt die Meinung des anderen zu hören." Emilia Müller spricht über oft unrealistische Wahrnehmungen der Öffentlichkeit zum Thema Landwirtschaft und ist somit ebenfalls beim Volksbegehren. Den Slogan nennt sie "unglaublich und unschlagbar". Wie die Bäuerinnen und Bauern habe sie ebenso großes Interesse daran, die Artenvielfalt in Bayern zu schützen. Aber es würde ihrer Ansicht nach gut tun, "ein wenig Dampf aus dieser Debatte zu nehmen. Das Artensterben betrifft uns alle, aber gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns gar nichts." Im Dialog bleiben, helfe da weiter.

Das sei in der Familie nicht anders als in Netzwerken. Sie nennt Beispiele der Dialogförderung durch Landfrauen, sei es in Schulen, beim Urlaub auf dem Bauernhof oder der Erzeuger-Verbraucher-Kontakt. Zwischen Städten und ländlichem Raum dürfe der Gesprächsfluss nicht abreißen. Durch die Bauern bekämen regionale Produkte ein Gesicht. Im Zusammenhang mit regionaler Vermarktung mahnt sie die Eigenverantwortung der Konsumenten an. Diese sei heute mehr gefragt als jemals zuvor. Und zu guter Letzt sei der Landfrauentag eine wichtige Gelegenheit, im Gespräch zu bleiben, denn es gelte "Beim Redn kumma d' Leit zamm!"

Promis ausgesungen

Wie üblich wird beim Landfrauentag auch für einen guten Zweck gesammelt. Diesmal geht er an den Landfrauenverein, der einen Teil des Erlöses für einen sozialen Zweck spenden wird. Die Kreisbäuerin bittet die Anwesenden um Vorschläge. Der Landfrauenchor unter der Leitung von Matthias Zenger begleitet diesen Teil mit kurzen Worten von Landrat Thomas Ebeling, Bürgermeister Armin Schärtl, des Direktors des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Georg Mayer, der Bezirksbäuerin Rita Blümel sowie der Landtagsabgeordneten Alexander Flierl und Joachim Hanisch mit Gesang.

Die Redner sowie der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Josef Irlbacher, Geschäftsführer Josef Wittmann und Dekan Michael Hoch werden vom "Franzl und sein Spezi" ausgesungen. Die beiden Gstanzl- und Coupletsänger sind für die erkrankte Sängerin und Hochzeitsladerin Renate Maier eingesprungen.

Die allergrößte Kunst am Dialog ist das Zuhören.

Sabine Schindler, Kreisbäuerin

Die Eigenverantwortung der Konsumenten ist heute mehr als jemals zuvor gefragt.

Emilia Müller, Staatsministerin a. D.

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