Draußen hat es 30 Grad, im gekühlten Büroraum laufen die Telefone heiß: Bei den Heizungsbauern in der Region boomt das Geschäft in diesen Sommertagen wie noch nie. "Alles was den Gas- und Ölverbrauch reduzieren oder ersetzten kann, ist gefragt", berichtet Christof Dietl vom gleichnamigen Heizungsbau-Unternehmen in Nabburg. Dabei geht es um die ganze Palette des technisch Möglichen - zum einen um hybride Heizsysteme, also Kombinationen aus Wärmepumpe, Solarenergie, Holz und die auf das nötigste reduzierte Unterstützung eines Brennwertkessels mit Öl oder Gas. Dann aber auch um Heizkesselanlagen mit Pellet- oder Scheitholzkessel und Schichtspeicher.
Enorme staatliche Förderung
In den vergangenen Wochen ist die Nachfrage noch einmal deutlich gestiegen. "Anfangs war der Wunsch, klimafreundlich zu heizen, sicherlich ein Ansatzpunkt", berichtet Gietl. Jetzt kommt die Angst vor Rohstoffknappheit und explodierenden Preisen wegen des Kriegs in der Ukraine dazu. Schon vor dem Kriegsgeschehen war das Interesse an CO2-neutralen oder zumindest -reduzierten Heizsystemen groß. Haupttreiber bis dahin waren laut Gietl vor allem attraktive Förderangebote des Staates. "Wir sind schon seit Jahrzehnten im Bereich energieeffiziente Heizsysteme tätig und können feststellen, dass es eine so großzügige staatliche Unterstützung bislang noch nicht gab", sagt der Firmenchef.
Doch erst einmal müssen Kunden warten. Es gibt mittlerweile bei fast allen Heizsystemen Wartezeiten, die von einigen Wochen bis zu vielen Monaten reichen können. Schnellschüsse bringen wenig. Vor allem, weil jedes Vorhaben individuell durchgerechnet, mit Fördermöglichkeiten abgeglichen und geplant werden muss. "Unter 20 Wochen geht nichts", berichtet Renate Troppmann vom Sanitär- und Heizungsfachbetrieb Rossmann in Oberviechtach. Sie ist ständig am Prüfen und Nachfragen, ob für ihre Kunden nicht doch noch schnellere Lösungen gefunden werden können. "Aber oft fehlen bei den Herstellern kleine Komponenten, die die Auslieferung verzögern." Zur Wartezeit gesellt sich das Problem der rasant steigenden Preise. Troppmann erzählt von einem Fall, bei dem ein Kunde im März einen Pufferspeicher bestellt hat, der jetzt endlich eingetroffen ist. Plötzlich verlangt der Lieferant den Juni-Preis. "Dazwischen lagen zwei Preisrunden mit Steigerungen von jeweils sieben bis acht Prozent."
Nahverkehr als Bremse
Heizungsspezialist Albert Bierler aus Schwarzach erzählt noch von einem anderen Problem, das das Branchen-Thermometer in die Höhe treibt: dem Personalmangel. "Ich kann immer Leute brauchen", sagt der Unternehmer. "Aber es ist schwierig bis unmöglich, Personal zu finden." Dabei geht es gar nicht mehr so oft um Bezahlung oder die Work-Life-Balance, hier finden sich meistens Lösungen. Andere, lange unbeachtete Probleme machen den Betrieben das Leben schwer. "Ich habe gerade einen Lehrbuben aus Oberviechtach", erzählt Bierler. "Der kommt im Sommer mit dem Moped nach Schwarzach. Aber im Winter geht das oft nicht." Dann würde der Auszubildende gerne den öffentlichen Nahverkehr nutzen, doch der sei völlig unzureichend. "Das ist mit ein Hauptgrund, warum wir nur schwer Nachwuchs finden."



















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