11.11.2019 - 16:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Großer Aktionsradius in der digitalen Welt

Der "Digital Day" an der Berufsschule in Nabburg will Jugendliche zu den Gewinnern von morgen machen. Der Referent fordert ein Umdenken an den Schulen.

Digital Day an der Nabburger Berufsschule: Die Moderatoren Helmut Christa und Michael G. Möhnle (von links) unterhalten sich mit den Schülerinnen Katharina Fischer und Annika Hammerer (von rechts).
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Michael G. Möhnle war einst Pressesprecher im Europäischen Parlament und arbeitet heute als freier Journalist. Vor zwei Jahren sprach er bei der Abschlussveranstaltung "Zukunftspreis Bildung" in Schwandorf zum Thema "Ist die Jugend von heute fit für das Europa von morgen?" Beim "Digital Day" in der Außenstelle der Berufsschule wiederholte er die Frage und richtete dabei den Fokus auf die künftige Arbeitswelt der Jugendlichen.

Die Außenstelle des Berufsschulzentrums Oskar von Miller hatte sich mit Erfolg bei der Hanns-Seidel-Stiftung um die Ausrichtung beworben. Schulleiter Josef Most und seine Stellvertreterin Rosina Pimmer hatten 80 Schüler aus den Fachbereichen Metall, Kfz und Wirtschaft für die Teilnahme gewinnen können. Stiftungsvertreter Helmut Christa und Referent Michael G. Möhnle mahnten die Jugendlichen, sich bei der Berufswahl "zukunftsfähige Branchen" auszusuchen. Denn: "In der digitalisierten Berufswelt wird es auch Verlierer geben". Wer zu den Gewinnern gehören will, müsse sich "fit machen für die digitale Welt".

Ist die Schule von heute in der Lage, die Schüler auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten? "Auf jeden Fall", findet Studiendirektor Peter Winter. Der Fachbereichsleiter "Metall" bindet die digitalen Medien regelmäßig in den Unterricht ein und nutzt sie als Informationsquelle. Das Manko dabei: Die schlechte Internetanbindung an der Schule entspreche nicht den technischen Anforderungen.

Diese Defizite bemängeln auch die Schülerinnen Katharina Fischer und Annika Hammerer, die sich zu Industriekaufleuten ausbilden lassen. Sie wünschen sich nicht nur schnelles Internet, sondern auch strukturelle Veränderungen. Im Unterricht könnten sie zwar den Computer zur Informationsbeschaffung nutzen, bei der Leistungsfeststellung aber gelte das alte Prinzip: Auswendig Gelerntes werde in handschriftlicher Form abgefragt. Moderator G. Möhnle fordert hier ein Umdenken auch bei den Lehrkräften, die die Freiheit haben sollten, "einen Unterricht mit offenen Ergebnissen" zu gestalten.

In Workshops befassten sich die Schüler mit den Folgen der Digitalisierung und Automatisierung. Katharina Fischer und Annika Hammerer sind überzeugt, dass Arbeitsplätze verloren gehen werden. Gesetzgeber und Versicherungsgesellschaften seien gefordert, die Haftungsfragen beim automatisierten Autofahren neu zu regeln. Wird es künftig eine "Roboter-Steuer" geben, wenn die Maschine den Menschen ersetzt? Und werden sich vor allem die kleineren Unternehmen die Investitionen in die Automatisierung leisten können? All diese Fragen warfen die Schüler am Ende des Tages in ihren Präsentationen auf und formulierten ihre Wünsche und Erwartungen.

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