30.07.2020 - 14:20 Uhr
NabburgOberpfalz

Haushalt wie ein Blick in die Glaskugel

In Zeiten von Corona gleicht die Aufstellung eines Haushaltsplanes für das Freizeit- und Erholungszentrums Perschen einem Lotteriespiel. Zuviele Unwägbarkeiten machen eine fundierte Planung unmöglich.

Gerade einmal 250 Badegäste dürfen sich auf dem großzügigen Gelände gleichzeitig aufhalten. Da bleibt viel Platz im Wasser.
von Richard BraunProfil

Der Landkreis Schwandorf und die beiden Städte Nabburg und Pfreimd bilden die Mitglieder des Zweckverbandes Freizeit- und Erholungszentrum Perschen. Unter Vorsitz von Bürgermeister Frank Zeitler standen die zwölf Verbandsräte vor der schier unlösbaren Aufgabe, für das Freibad in Perschen einen Haushaltsplan für das Jahr 2020 zu verabschieden. Mit der Aufstellung wurde der Kämmerer Thomas Bodensteiner betraut, der ein umfangreiches Zahlenwerk als Arbeitsgrundlage erarbeitete. Trotz sehr geringer Auslastung , die den Hygienevorschriften geschuldet ist, bleiben die Betriebskosten in Höhe der vergangenen Jahre erhalten. Dies hat zur Folge, dass die Deckungslücke sich deutlich vergrößert hat. Für das Jahr 2020 errechnete der Kämmerer einen Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 1 002 400 Euro. Im Vorjahr lag er bei 999 900 Euro. Der größte Anteil davon entfällt auf die Personalkosten in Höhe von 332 900 Euro. Trotz geringerer Auslastung soll an der Personaldecke nichts geändert werden. Ein deutlicher Einbruch ist bei den Einnahmen durch die Badegäste zu verzeichnen. Wurden 2019 noch 74 274 Besucher gezählt, die 153 097 Euro in die Kasse spülten, wird in diesem Jahr mit Einnahmen von 30 000 Euro kalkuliert. Aus allen übrigen Quellen kann der Zweckverband Gesamteinnahmen in Höhe von 472 900 Euro generieren. Daraus ergibt sich eine Betriebskostenumlage von 530 000 Euro. In vergangenen Jahr lag diese noch bei 378 000 Euro. Diesen Fehlbetrag ergänzen die Verbandsmitglieder nach einem festgelegten Umlageschlüssel. Demnach entfallen auf den Landkreis 40 Prozent (212 000 Euro), auf die Stadt Nabburg 35 Prozent (185 500 Euro) und auf die Stadt Pfreimd 25 Prozent (132 500 Euro). Im Vermögenshaushalt ist ein Betrag von 100 100 Euro eingeplant. Der Haushaltsplan für das Jahr 2020 wurde von den Verbandsräten einstimmig verabschiedet. Ebenso einstimmig fiel das Votum für den Stellenplan aus, der keine Veränderungen in der Personalstärke vorsieht. Beim Finanz- und Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2023 wurden noch keine Festlegungen getroffen.

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Nabburg

Kämmerer Thomas Bodensteiner gab jedoch zu bedenken, dass nach der 30jährigen Betriebszeit des Freibades eine umfangreiche Sanierung anstehen wird. Etwas neidisch blickten die Verbandsräte in den Saisonbericht für das Jahr 2019. In diesem Jahr konnte 74 274 Besucher gezählt werden. Noch besser war es im Jahr 2018 mit 85 780 Besuchern. An guten Tagen tummelten sich bis zu 3000 Besucher im den Becken oder auf den Liegewiesen. Heuer dürfen maximal 250 Besucher gleichzeitig anwesend sein. Nach drei Stunden müssen sie das Bad wieder verlassen und dann kommen die nächsten dran. Nach drei Zeitintervallen können täglich maximal 750 Badegäste das Freibad besuchen. Nach neuesten Prognosen wird sich daran in diesem Jahr auch nichts mehr ändern.

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