Nabburg
16.07.2020 - 15:48 Uhr

Heiße Eisen bei Besuch im Nabburger Rathaus

Zu einer Gesprächsrunde treffen sich MdB Karl Holmeier und die Bürgermeister Frank Zeitler und Johann Wilhelm im Rathaus. Dabei kommen verschiedene Themen zur Sprache, die sowohl den Politikern als auch den Bürgern unter den Nägeln brennen.

Viel zu besprechen gab es beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier (Mitte) im Nabburger Rathaus. Der Hausherr, Bürgermeister Frank Zeitler (links) und Bürgermeister Johann Wilhelm (rechts)aus Guteneck brachten einige Brennpunkte zur Sprache. Bild: bnr
Viel zu besprechen gab es beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier (Mitte) im Nabburger Rathaus. Der Hausherr, Bürgermeister Frank Zeitler (links) und Bürgermeister Johann Wilhelm (rechts)aus Guteneck brachten einige Brennpunkte zur Sprache.

Die Sommerpause des Bundestages nützt MdB Karl Holmeier, um den neugewählten Bürgermeistern in seinem Stimmkreis einen Besuch abzustatten. Dieses Mal war Bürgermeister Frank Zeitler an der Reihe , der sich in seiner neuen Umgebung bereits häuslich eingerichtet hat. Zufällig war auch der Bürgermeister von Guteneck im Rathaus, so wurde aus der Zweier- eine Dreierrunde. Gleich als erstes Thema kam der Bahnausbau in Nordostbayern und hier speziell der Bereich Nabburg zur Sprache. Der Abgeordnete zeigte sich dabei vorsichtig optimistisch, dass das Projekt bis 2030 realisiert werden kann. Wichtige Weichen werden dazu im September im Bundestag gestellt. Für Karl Holmeier ist es besonders wichtig, dass die betroffenen Kommunen und Bürger bei der Planung und Umsetzung mitgenommen werden. "Die Kommunen sollen im Nachhinein nicht schlechter dastehen", stellte der Abgeordnete in den Vordergrund.

Für Bürgermeister Zeitler ist die Lärmvorsorge von entscheidender Bedeutung. "Eine fünf bis sechs Meter hohe Lärmschutzwand, aus der noch weitere zwei Meter die Strommasten herausschauen, kann nicht die Lösung sein", forderte der Bürgermeister eine andere Vorgehensweise. Zuversichtlich ist Bürgermeister Zeitler, dass das laufende Planfeststellungsverfahren schnell zu Ende gebracht werden kann. In diesem Zusammenhang bedauerte er es, dass in der Vergangenheit kein zweites, alternatives Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden ist, dadurch hätten sich mehrere Perspektiven ergeben. Laut Karl Holmeier soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die Zahl der schienengleichen Übergänge generell zu begrenzen. "Hier sind aber die Planer der Bundesbahn gefordert", so der Abgeordnete. Durch die Auflösung von schienengleichen Übergängen würden die Kommunen entlastet.

Völlig vor den Kopf gestoßen fühlen sich die Mandatsträger durch die Ankündigung des Freistaates Bayern, die Landwirtschaftsschule in Nabburg aufzulösen. "Diese Informationspolitik ist nicht nachvollziehbar", monierte Bürgermeister Zeitler. "Wenn man von nichts weiß, kann man sich auch nicht zusammensetzen und Gegenmaßnahmen erörtern", so der Bürgermeister. Von dem Aus der Landwirtschaftsschule in Nabburg waren MdB Karl Holmeier und Bürgermeister Johann Wilhelm gleichermaßen überrascht. Auf der Suche nach Alternativlösungen schwebt Bürgermeister Zeitler ein "E-Learning Campus" in Nabburg vor. In Verbindung mit dem Bayern- Lab würden sich hier ausgezeichnete Voraussetzungen bieten. In Sachen Schließung der Landwirtschaftsschule will sich Bürgermeister Frank Zeitler schriftlich an den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder wenden, um doch noch eine Lösung zugunsten von Nabburg herbeizuführen.

In der weiteren Konzentration der schulischen Ausbildung der Landwirte auf nur noch wenige Standorte sieht Bürgermeister Wilhelm den Untergang der bäuerlichen Landwirtschaft. "Nur noch wenige Großbetriebe werden in Zukunft bestehen können", ist der Agrarexperte überzeugt. Ein weiteres Thema war die angestrebte Behördenverlagerung des Freistaates in den Landesnorden. Sie stößt bei den Mandatsträgern auf Kritik, "ohne dabei neidisch zu sein", wie sie versicherten. "Die Mitte der Oberpfalz bleibt dabei auf der Strecke", ist deren Befürchtung.

Artikel zum Bahn-Ausbau

Die Suche nach erfreulichen Themen gestaltete sich in der Gesprächsrunde als sehr schwierig. Ein Lichtblick ist die fortschreitende Erschließung mit Glasfaser und das Schließen von Funklöchern. Doch auch hier werden noch Jahre vergehen, bis alle Haushalte mit Breitband versorgt sind. "Das Geld ist da, aber es geht zu langsam", bedauerte der Abgeordnete die Situation. Bei dem Informationsgespräch nahm natürlich die Corona-Krise und ihre Folgen einen breiten Raum ein. Karl Holmeier ging dabei auf das Zukunftspaket der Bundesregierung ein, mit dessen Hilfe die Stabilität erhalten, die Konjunktur gestärkt und die Zukunft gestaltet werden soll. Darin enthalten sind Hilfen für Unternehmen, Kommunen und Familien in gigantischer Höhe. Einig waren sich die drei Politiker in der Hoffnung, dass es keinen Rückschlag geben darf.

 
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