15.02.2019 - 15:42 Uhr
NabburgOberpfalz

Die helfenden Engel in Südafrika

Die Hauptsorge der „Nardini Sisters“, wie sich die Schwestern aus Mallersdorf in Südafrika nennen, gilt den Menschen, die von Aids betroffen sind und den vielen Kindern. Dafür sind aber auch die Helfer auf Unterstützung angewiesen.

von Sepp FerstlProfil

"Die Liebe Christi drängt uns": Getreu dem Motto des Gründers der Mission in Südafrika, Paul Josef Nardini, sind die Ordensfrauen auch in anderen Notsituationen für die Menschen da. Behinderte, missbrauchte und verstoßene Kinder finden bei den Nonnen ein Zuhause. Kranke, Arme, Arbeitslose und Analphabeten bekommen die Hilfe, die sie benötigen. Darüber hinaus betreibt der Orden eine Schule und Kindergärten. Das Missionshospital wurde 1978 verstaatlicht. 1994 legten die ersten beiden Schwestern aus dem Volk der Zulu ihr ewiges Gelübde ab. Beim Pastoralbesuch im südlichsten Land des afrikanischen Kontinents konnte sich die 23-köpfige Gruppe aus der Nabburger Pfarrei Sankt Johannes mit Pfarrer Hannes Lorenz und Bürgermeister Armin Schärtl an der Spitze ein Bild von der vielschichtigen Arbeit der Franziskanerinnen in Nkandla, in der Provinz KwaZulu-Natal, machen. Groß war dabei die Wiedersehensfreude bei Schwester Ellen Lindner (Floß) und Schwester Eobarda Ries aus Legendorf (Schmidgaden). Für sie war der Besuch ein "Stück Heimat mit vertrauter Sprache".

Schwester Eobarda hat die Oberpfalz 1971 verlassen, um als Krankenschwester im Hospital der Missionsstation tagtäglich um das Leben vieler Menschen zu kämpfen. Die Ausbildung dazu erhielt sie in Mariannhill. Als das Krankenhaus dann vom Staat übernommen wurde, ließ sie sich zur Wortgottesdienstleiterin ausbilden und fuhr fast zehn Jahre lang Sonntag für Sonntag auf zwei Dörfer, um dort den Gottesdienst zu halten. Während der Woche besucht sie auch jetzt noch die Kranken und Sterbenden im Krankenhaus, vornehmlich tuberkulosekranke Männer, die kaum Besuch bekommen.

Besuch im Waisenhaus

Die Arbeit der Schwestern und ihre Liebe für die Ärmsten der Armen konnten die Oberpfälzer an zwei Tagen live miterleben. Neben dem Besuch des Waisenhauses erhielten die Gäste einen Einblick in die Sozialarbeit im "Sizanani Outreach Project", welches nach einem ganzheitlichen Konzept möglichst alle Bedürfnisse und Nöte der vielen Familien im Einzugsgebiet berücksichtigt. Aktuell sind dies knapp 1200 Familien und über 6000 Klienten. Es gab die Möglichkeit, Familien und Patenkinder vor Ort zu besuchen. Voller Stolz wiesen die Familien auf ihre - dank Sizanani - erreichten Errungenschaften: eine Herdplatte, ein Wassertank oder auch nur den Drahtzaun, der einen kleinen Gemüsegarten schützt.

Wie die Gäste erfuhren, kennen die "Caregiver" (Sozialarbeiter) die Geschichten der ihnen zugewiesenen Familien im Detail und besuchen sie regelmäßig. Sie bringen neben Essen auch Medikamente und kontrollieren die Hygiene. Darüber hinaus stellen sie sicher, dass die Kinder in die Schule gehen. Und wenn die bedürftigen Familien aus dem Gröbsten heraus sind, beraten sie bei der Renovierung der Lehmhütten, beim Sparen oder geben Hilfestellung bei der Arbeitssuche und bei Rentenanträgen. Auf dem Land gibt es kaum Arbeit: 90 Prozent der Menschen in der Region sind arbeitslos.

Neben der hohen Arbeitslosigkeit spielt HIV eine traurige Rolle. Es sind viele Menschen infiziert - mehr als 15 000 davon sind Kinder. Die Elterngeneration von 18 bis 44 Jahren ist beinahe ausgestorben. 80 Prozent der Bevölkerung in Nkandla sind unter 20 Jahre alt. Viele Waisen sind sich selbst überlassen und werden von ihren Großeltern oder den minderjährigen Geschwistern erzogen. Die Nonnen aus Mallersdorf schaffen mit ihrem Einsatz neuen Mut.

Aus Spenden finanziert

Das Projekt "Hilfe macht Mut" finanziert sich ausschließlich aus Spenden. 25 Euro versorgen eine Mutter mit drei Kindern einen ganzen Monat lang mit Lebensmitteln, und die Kleinen können zur Schule gehen. Gewährleistet ist dabei auch die Ausstattung mit einheitlichen Schuluniformen. Durch Spendengelder konnte 2017 ein neues Projekt gestartet werden: "Hähnchen zum Essen und Geldverdienen". Ziel ist es, die Last der Armut zu lindern und gleichzeitig zu lernen, auf den eigenen Füßen zu stehen. Dazu gehören Vertragsunterzeichnung, Schulungen über die Landwirtschaft, das richtige Füttern und der Umgang mit Geld.

"Das ist gelebte christliche Nächstenliebe" brachte eine Teilnehmerin die Arbeit der Schwestern auf den Punkt. Wer helfen will, kann das Sizanani-Programm über das Kloster Mallersdorf unterstützen (Liga Bank Regensburg, Kloster, Mallersdorf. Iban DE16 7509 0300 0001 1718 87; BIC GENODEF1M05, Verwendungszweck: Nkandla). Spendenquittungen gibt es unter der E-Mail-Adresse generalat[at]mallersdorfer-schwestern[dot]de. www.mallersdorfer-schwestern.de

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