Nabburg
09.11.2020 - 16:48 Uhr

Helferkreise weiterhin aktiv

Der Anstieg der Coronazahlen setzt vor allem Menschen aus sogenannten Risikogruppen unter Druck. Beim ersten Lockdown im Frühjahr haben sich deswegen Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen gebildet. Viele von ihnen sind noch immer aktiv.

Einkaufen unter Corona-Bedingungen: Wer sich hier fürchtet, kann sich im ganzen Landkreis an ehrenamtliche Helfer wenden, die sich seit dem ersten Lockdown im Frühjahr zu Gruppen zusammengefunden haben. Bild: td
Einkaufen unter Corona-Bedingungen: Wer sich hier fürchtet, kann sich im ganzen Landkreis an ehrenamtliche Helfer wenden, die sich seit dem ersten Lockdown im Frühjahr zu Gruppen zusammengefunden haben.

Die Liste im Internet ist lang. Wer sich auf den Seiten der Lernenden Region Schwandorf umsieht, findet eine Übersicht mit dem Titel "Einkaufshilfen im Landkreis Schwandorf". Sie ist nach Orten alphabetisch geordnet und beginnt mit der Nachbarschaftshilfe Altendorf und endet (noch nicht) mit der Freiwilligen Helfergruppe Marktgemeinde Winklarn. Denn dann kommen noch sogenannte Landkreis weite Ansprechpartner sowie eine Vielzahl von Einzelpersonen, die sich der guten Sache verschrieben haben. Oberpfalz-Medien hat mit einigen der Helfer gesprochen, wie sich die Lage für sie derzeit darstellt.

Da sein für andere: "Denkt vor allem an ältere Menschen, die keine Zeitung oder Internet haben", lautet der Aufruf der Helfer landauf, landab. Ein wichtiges Angebot ist der Einkauf für Menschen, die gesundheitlichen Risikogruppen zugezählt werden. Archivbild: weu
Da sein für andere: "Denkt vor allem an ältere Menschen, die keine Zeitung oder Internet haben", lautet der Aufruf der Helfer landauf, landab. Ein wichtiges Angebot ist der Einkauf für Menschen, die gesundheitlichen Risikogruppen zugezählt werden.

Erfahrung mit dem Helfen in Pandemiezeiten hat man unter anderem in Schwarzenfeld gesammelt. Dort hat Peter Neumeier kurz nach seiner Wahl zum Bürgermeister der Marktgemeinde im März dieses Jahres einen Kreis an Mitstreitern gewonnen, der sich damals aus Kolping, dem Frauenbund, der Musikkapelle und einem kleinen Netzwerk an Privatpersonen zusammensetzte.

Das grundlegende Problem sei gewesen, Helfer und Hilfsbedürftige aufeinander aufmerksam zu machen: „Denn Helfer findet man schnell, aber wer genau braucht denn Hilfe?“ So machte sich der Tüftler daran, mit einem Bekannten von der Telekom eine Hotline einzurichten. Die Schwarzenfelder Festnetznummer lautet (noch immer) 09435/30 77 0 44. Wer sie wählt, kommt während der Dienstzeiten des Rathauses in der dortigen Vermittlung an. "Unser Helferkreis hat nie aufgehört," erläutert Neumeier, "erst diese Tage hat jemand angerufen, den wir unterstützen konnten". Die im Frühjahr gebildeten Netzwerke würden also weiter funktionieren.

Schwarzenfeld03.04.2020

Ebenfalls aktiv ist die Nachbarschaftshilfe Nabburg, für die Heidi Eckl steht. "Auch im Landkreis Schwandorf ist die Corona-Ampel auf Rot gesprungen," sagt sie und damit sei für die Initiative wieder der Moment gekommen, zu fragen: "Braucht jemand in der Familie oder einer der Nachbarn Hilfe?" Die Nachbarschaftshilfe Nabburg sei gern wieder behilflich und über Heidi Eckl (Telefon 09433/1400) und Franz Duscher (Telefon 0174/1945888) zu erreichen.

Liste der Einkaufshilfen im Landkreis Schwandorf

Laut Eckl betreue der Helferkreis unter anderem eine ältere Dame, für die der Einkauf transportiert wird. "Andere rufen mich an und diktieren eine Einkaufsliste. Das Geld dafür liegt bei der Haustür und ich kaufe dafür ein." Es gibt auch noch einen kommunikativen Aspekt, der mindestens so wichtig ist wie das Einkaufen: das Gespräch am Telefon. Das sei vielen Älteren wichtig. "Sie haben oft wenig Kontakte und erzählen mir Geschichten."

Ähnliche Kreise gibt es in fast allen Gemeinden des Landkreises. In Pfreimd steckt die AWO dahinter, in Wernberg-Köblitz organisieren der Diakonieverein und der Kirwaverein die Hilfe, in Schönsee ist es die Nachbarschaftshilfe Schönseer Land. In wieder anderen Orten kümmern sich das Rote Kreuz, die jeweilige Feuerwehr, der Burschenverein oder die örtliche Blaskapelle darum, dass auch im Lockdown niemand Not leiden muss. In Oberviechtach wiederum heißt der Kreis Helferpunkt, in dem über 20 ehrenamtliche Helfer und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zusammengefasst sind. Und dort weiß Florian Bronold, dass es beim ersten Lockdown einige Anfragen gegeben habe, wenn auch nicht viele. Während des jetzigen "Lockdown light" sei allerdings noch kein Anruf von einem oder einer Hilfebedürftigen erfasst worden. "Bitte schaut auf eure Nachbarn oder auf Menschen, die Hilfe brauchen könnten. Denkt vor allem an die älteren Menschen, die keine Zeitung oder Internet haben", lautet der Aufruf der Helfergruppe.

 
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