23.11.2020 - 17:21 Uhr
NabburgOberpfalz

Impfzentrum kommt nach Nabburg: Rund 250 Corona-Impfungen pro Tag

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Die Entscheidung ist gefallen: Nabburg hat den Zuschlag als bester Standort für das stationäre Corona-Impfzentrum im Landkreis Schwandorf bekommen. Im ehemaligen Kreiskrankenhaus laufen die Vorbereitungen. Wie sollen die Impfungen ablaufen?

Noch dienen die Räume der Notaufnahme des früheren Kreiskrankenhauses in Nabburg als Lager für medizinische Produkte. Doch schon ab 15. Dezember soll hier das stationäre Impfzentrum des Landkreises seinen Betrieb aufnehmen. Ein Bild vor Ort machten sich (von links) Joachim Seeliger (BRK), Christian Meyer und Manuel Lischka (am Landratsamt zuständig für den Aufbau des Impfzentrums).
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Die Experten des Schwandorfer Landratsamtes haben sich festgelegt: Nabburg wird mit seinem BRK-Gesundheits- und Betreuungszentrum (GBZ) Sitz für das einzige stationäre Corona-Impfzentrum im Landkreis. Auch die mobile Impfeinheit wird von Nabburg aus starten und den Impfstoff in Pflege- und Senioreneinrichtungen bringen. Beim Termin vor Ort mit Oberpfalz-Medien erläuterten Christian Meyer, Sachgebietsleiter Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung, Manuel Lischka, stellvertretender Landratsamt-Pressesprecher und Joachim Seeliger, stellvertretender BRK-Geschäftsführer, die Vorzüge des Standorts.

Als möglicher Ort für das Impfzentrum wurden zuvor auch die Asklepios-Kliniken in Lindenlohe und Oberviechtach diskutiert. Doch Nabburg überzeugte mit einem schlüssigen Gesamtpaket. "Wir haben hier eine zentrale Lage mit guter Anbindung an die Autobahn und den ÖPNV. Zudem ist die Parkplatzsituation top", erklärt Meyer. Lischka ergänzt: "Als ehemaliges Krankenhaus hat das Gesundheitszentrum ein ideales Raumkonzept."

250 Impf-Patienten täglich

Das wird auch nötig sein. Denn in den Räumen der ehemaligen Notaufnahme des früheren Kreiskrankenhauses sollen ab 15. Dezember täglich bis zu 250 Patienten gegen das Coronavirus geimpft werden. Diese Zahl ist eine Mindest-Empfehlung im Impfkonzept der Staatsregierung. Damit diese Vorgabe auch in Nabburg erfüllt werden kann, sind noch einige Vorbereitungen nötig. "Wer das Impfzentrum betreibt, wissen wir noch nicht. Es wird dazu in den nächsten Tagen eine Ausschreibung mit einer sehr kurzen Frist von einer Woche geben", informiert Meyer. Der Betreiber kümmert sich dann um Personal und Ablauf.

Fest steht laut Lischka, dass es eine Einbahnstraßen-Regelung geben wird, um die Infektionsgefahr für Patienten und Mitarbeiter gering zu halten. "Die Patienten können sich nicht begegnen", sagt Lischka. Impfwillige müssen sich zuvor online oder telefonisch anmelden. "Spontane Besuche sind sicher nicht möglich, es muss ja geordnet sein", sagt Lischka. Zutritt erhalten die Impfpatienten über den Eingang der früheren Notaufnahme in der Krankenhausstraße. Dort werden auch Parkplätze ausgewiesen. Im Empfangsraum erwartet die Bürger dann eine Eingangsuntersuchung. Es wird Fieber gemessen und ein Fragebogen ausgefüllt. Im Gang schließt sich ein großräumiger Wartebereich an. "Hier werden maximal drei bis vier Personen aufeinandertreffen. Danach geht es direkt weiter in das Behandlungszimmer." Verlassen wird das Impfzentrum schließlich über den Haupteingang des GBZ – Markierungen am Boden sollen den Weg weisen.

Impfstoff hält nur fünf Tage

Die Planungen des Landratsamtes sehen laut Meyer vier Mitarbeiter im stationären Impfteam vor: Ein Arzt, unterstützt von einer Medizinisch-Technischen Angestellten und zwei Verwaltungskräften. Das mobile Impfteam ist genauso aufgestellt, hat aber nur eine Verwaltungskraft. In dem rund 500 Quadratmeter großen Gebäudeteil stehen zudem noch mehrere freie Räume zur Verfügung, um die Kapazitäten bei Bedarf zu erhöhen.

Doch ob das Impfzentrum tatsächlich am 15. Dezember in Betrieb gehen kann, ist offen. Zwar müssen die Zimmer noch umgeräumt und fertig eingerichtet werden. Auch die EDV-Ausstattung – vom Landratsamt gestellt – muss noch installiert werden. Doch Meyer ist sicher, die Vorbereitungen rechtzeitig abzuschließen: "Der Stichtag 15. Dezember ist sportlich. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind sehr gut vorbereitet. Wenn es soweit ist, stehen wir auf Abruf bereit." Interessanter ist aber die Frage, ob der Impfstoff rechtzeitig produziert und geliefert werden kann.

Das ist keineswegs sicher. Der Stoff wird von acht geheimen Verteilzentren bayernweit ausgeliefert und komm tiefgekühlt mit Minus 70 Grad Celsius an. "Bei uns wird er dann bei 2 bis 8 Grad im Kühlschrank gelagert, bis er gespritzt wird. Bei der Temperatur hält er 5 Tage", sagt Landratsamts-Sprecher Lischka. Für diesen Zeitraum sollen auch die Vorräte in Nabburg reichen. "Größere Lagerbestände sind nicht sinnvoll, weil uns der Stoff sonst kaputt gehen könnte."

Der Stichtag 15. Dezember ist sportlich. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind sehr gut vorbereitet.

Christian Meyer, Sachgebietsleiter am Landratsamt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung

Christian Meyer, Sachgebietsleiter am Landratsamt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung

Hier erfahren Sie die Hintergründe zur Planung für das Impfzentrum

Nabburg
Das Nabburger Gesundheits- und Betreuungszentrums fungiert ab Mitte Dezember als Corona-Impfzentrum. Ein Einbahnstraßen-System regelt die Laufwege der Impf-Patienten – im Bild einer der zwei künftigen Ausgänge.

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