17.11.2020 - 15:03 Uhr
NabburgOberpfalz

Vieles spricht für ein Corona-Impfzentrum in Nabburg

Wo wird das Covid-19-Impfzentrum eingerichtet? Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die Landkreise aufgefordert, für mögliche Anlaufstellen zu sorgen. Im Landkreis Schwandorf liegt das ehemalige Krankenhaus Nabburg heiß im Rennen.

Zunächst war im ehemaligen Nabburger Kreiskrankenhaus eines der beiden Covid-19-Testzentren des Landkreises eingerichtet. Nun kommen die Räume für ein geplantes Impfzentrum in Betracht.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Bei der Standortfrage für ein Impfzentrum hat der Landkreis Schwandorf derzeit drei Varianten auf der "Checkliste". Dass das Nabburger Gesundheitszentrum und die Asklepios-Klinik in Oberviechtach - früher Kreiskrankenhäuser - "gesetzt" sind, liegt nahe. Wie Landratsamtssprecher Hans Prechtl erläutert, wurden freie Räume in Nabburg bereits als Covid-19-Testzentrum genutzt, in Oberviechtach ist ein Behelfskrankenhaus eingerichtet. Auch über die Asklepios-Klinik Lindenlohe wurde gesprochen, doch hier müsste ein Impfzentrum in den laufenden Betrieb integriert werden, was einige Fragen zum Betrieb aufwerfen würde.

Bis Mitte Dezember

Die Zeit drängt: Im Zuge der Bayerischen Impfstrategie sollen in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt Impfstationen, ganz nach Vorbild der Covid-19-Testzentren, aufgebaut werden. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml untermauerte vor einigen Tagen den Zeitplan: Bis 15. Dezember sollen die Einrichtungen betriebsbereit sein.

Inzwischen wurde die Zeit vor Ort genutzt. Es gab bereits Gespräche zwischen der Regierung der Oberpfalz und den Landräten, berichtet Landratsamtssprecher Hans Prechtl. Die Planung müsse vom logistischen Ablauf bis hin zum PC-Programm gehen, würden doch vertrauliche, sensible Gesundheitsdaten erfasst. Im Landkreis Schwandorf wird bei der Standortfrage ganz naheliegend aufgrund der hier schon geschaffenen Infrastruktur an Nabburg und Oberviechtach gedacht. Das Testzentrum im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion entstand damals aufgrund der Synergieeffekte mit dem benachbarten Gesundheitsamt. Beim Impfzentrum ist die räumliche Nähe nicht zwingend erforderlich.

Artikel über Testzentrum im ehemaligen Krankenhaus

Nabburg

Zentral gelegen

Wenn man Nabburg und Oberviechtach in die Waagschale legt, punktet Nabburg mit der verkehrsmäßig zentralen Lage, dem Autobahnanschluss. "Es spricht einiges für den Standort," so Hans Prechtl. Der Zuschnitt habe sich schon für das Testzentrum bewährt. Die möglichen Standortvarianten werden nun einer eingehenden Prüfung unterzogen. Auch die personelle Besetzung sei zu klären. Terminvergabe, Registrierung, Identitätsprüfung, alles müsse gewährleistet sein. Und man brauche eine Raumaufteilung, mit der sich die Menschen quasi aus dem Weg gehen können. Schließlich müsse man immer im Hinterkopf haben, dass auch einer der Impfwilligen corona-positiv sein könnte.

Bis 15. Dezember soll alles stehen. Ambitioniert, doch machbar. Auch die Testzentren seien von Seiten des Landkreises schnell ans Laufen gebracht worden, erinnert Hans Prechtl. Der Betrieb sei letztendlich davon abhängig, "wieviel Impfstoff wann zur Verfügung steht. Das liegt nicht in der Hand der Landkreise." Sie könnten nur für die Infrastruktur und die Umsetzung der Impfstrategie sorgen. Es werde jedenfalls "noch viele Rundschreiben zu lesen geben".

Hintergrund:

Die Planungsschritte

  • Die ehemaligen Kreiskrankenhäuser verfügen über die nötige Infrastruktur. Nun wird geprüft, wo das Impfzentrum am besten umgesetzt werden kann. Die Verhandlungen laufen. Die Kosten der Einrichtung trägt der Freistaat Bayern.
  • Für die Erreichbarkeit des Zentrums ist verkehrsmäßig eine zentrale Lage wichtig. Zwei Impfdosen sollen innerhalb von zwei Wochen verabreicht werden.
  • Eine stationäre und eine mobile Impfeinheit - vor allem für den Einsatz in Senioren- und Pflegeheimen - ist geplant.
  • An der Zahl der täglichen Impfungen muss sich der Personalaufwand orientieren. Benötigt werden Ärzte, medizinisch-technische Mitarbeiter und Verwaltungsfachkräfte.
  • Der Impfstoff wird an acht Standorten in Bayern gelagert und auf Bestellung ausgeliefert. Er muss innerhalb von fünf Tagen verbraucht sein: Eine logistische Herausforderung.
  • Der von Biontech und Pfizer entwickelte Wirkstoff gegen das Covid-19-Virus soll schnellstmöglich eingesetzt werden. Die Landkreise sollen bis 15. Dezember auf die Impfaktionen vorbereitet sein.
  • Im Landkreis Schwandorf läuft der Aufbau eines Impfzentrums unter der Regie von Manuel Lischka (Kulturreferent und Sportbeauftragter) sowie Christian Meyer (Sachgebietsleiter Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung).
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