08.08.2018 - 10:53 Uhr
NabburgOberpfalz

"Karelia" kommt mit der Trockenheit klar

Eine Kartoffelsorte ist bei der aktuellen Wetterlage klar im Vorteil. Das sehen die Landwirte, wenn sie ein Versuchsfeld bei Eckendorf besichtigen.

Theresia Addokwei präsentiert die Anzahl eines einzigen Stockes der Kartoffelsorte „Karelia“. Das Resultat kann sich sehen lassen. Auch das Kraut zeigt noch sattes Grün. Die Sorte scheint trockenheits-resistent zu sein.

Der Versuchsanbau für Speise- und Veredelungskartoffeln beim Betrieb Graf in Eckendorf bei Nabburg ist in der mittleren Oberpfalz einzigartig. Eine Führung durchs Areal brachte für Kartoffelanbauer von Erzeugergemeinschaften aufschlussreiche Erkenntnisse. Eine Kultur erweist sich als besonders trockenheits-resistent mit gutem Ertrag.

Die Mitarbeiterin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg, Theresia Addokwei, vom Fachzentrum Pflanzenbau begrüßte auf dem Versuchsareal in unmittelbarer Nähe des Hofes die zahlreich erschienenen Teilnehmer der Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln Neunburg/Nabburg, Stulln und Waldau sowie Adolf Kellermann von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft Freising, zuständig für die Kartoffel. "Was zurzeit alle bewegt - das sind die ausbleibenden Niederschläge", leitete die Fachfrau ihre Ausführungen ein.

195 Liter fehlen

Laut Aufzeichnungen der Messstationen Irrenlohe und Nabburg liegen die Werte bis jetzt unter dem Durchschnitt. Das März-Wetter war noch in Ordnung. Ab April stellt sich eine Minus-Wasserbilanz im Vergleich zum Schnitt der drei letzten Jahre ein: Im vierten Monat fielen 14 Liter auf den Quadratmeter (Durchschnitt der letzten 3 Jahre 38), im Mai 38 (44), Juni 25 (74) und Juli 25 (61). Unter Einbeziehung der extrem hohen Hitze beträgt die Minus- Bilanz in den zurückliegenden vier Monaten 195 Liter auf dem Quadratmeter.

Die Aussaat der 24 Kulturen auf dem sandigen Boden der Versuchsfläche erfolgte am 25. April bei optimalen Bedingungen mit jeweils 30 Knollen für eine Sorte in drei Reihen - versetzt nach einem bestimmten Verfahren an insgesamt vier verschiedenen Stellen in stets gleicher Anzahl. Sommergerste wurde 2017 als Vorfrucht geerntet. Zur gezielten Vorbereitung war von jeder Kultur nur ein Stock ausgegraben, die Kartoffeln übersichtlich nach der Größe angeordnet und eine Knolle halbiert worden. Die Teilnehmer erhielten eine detaillierte Übersicht zum "Landessortenversuch Speisekartoffeln mittelfrüh" mit allen 24 aufgeführten Kulturen und den Ergebnissen. Die AELF-Repräsentantin erläuterte jede Versuchskultur, darunter fünf neue Sorten und verstärkt acht für den Chips-Anbau. Dabei ging sie auf die Parameter Knollenform, Fleisch, Schalenbeschaffenheit, Ertrag, Stärkegehalt, Beschädigungen und den Schorf ein. Heuer bereitete der Kartoffelkäferbefall Probleme, betonte Addokwei. Eine zweimalige Bekämpfung war notwendig geworden.

Bewässerung fördern

Nach der Begutachtung des gesamten Sortiments konnten repräsentative Aussagen gemacht werden. Die "Karelia" (mittelfrüh) ist die Favoritin: Beste Resistenzen gegen Trockenheit, Ertrag 20 Stück in verschiedenen Größen, das Kraut noch grün. Die Stickstoffdüngung mit 163 Kilogramm auf dem Hektar ist eine Punktlandung. Der Versuchsanbau für Speisekartoffeln ist wichtig, einzigartig in der mittleren Oberpfalz und völlig unabhängig, so lautete das Fazit.

Im Anschluss streifte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Stulln, Josef Irlbacher, das Problem "Bewässerung" und verwies auf die angedachte Förderung von Beregnungsanlagen durch den Freistaat Bayern. Ein Konzept müsste großräumig ausgelegt werden, meinten die Kartoffelerzeuger.

Die Führung durch den Versuchsanbau für Speise- und Veredelungskartoffeln beim Betrieb Graf in Eckendorf bei Nabburg fiel bei den Kartoffelanbauern der Erzeugergemeinschaften Neunburg/Nabburg, Stulln und Waldau auf eine starke Resonanz. Insgesamt wurde das Resultat von 24 Kulturen präsentiert. Im Bild Adolf Kellermann (links) von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising.

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