04.07.2019 - 16:15 Uhr
NabburgOberpfalz

Kennametal Nabburg: Sozialplan ausgehandelt

Die 56 Stellen bei Kennametal FineMachining (ehemals Rübig) waren nicht zu retten. Aber immerhin erreichen Betriebsrat und Gewerkschaft einen Sozialplan für die Betroffenen.

56 Stellen fallen im Kennametal-Werk an der Straße „An der alten Naab“ weg. Ein Sozialplan wurde ausgehandelt.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Anfang April gab's die Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter des ehemaligen "Rübig"-Werks An der alten Naab: 56 Stellen sollen wegfallen. Betriebsrat und IG Metall wandten sich wenige Tage später an die Öffentlichkeit (wir berichteten) und machten deutlich: "Das hat nichts mit der Konjunktur zu tun". IG-Metall-Bevollmächtigter Udo Fechtner stellte seine Sicht der Dinge klar: "Die Beschäftigten sollen ausbaden, was oben verbockt worden ist." Betriebsrat und Gewerkschaft kündigten harten Verhandlungen an, und offenbar haben diese Verhandlungen die größten Härten zumindest abgefedert. "Die Zahl der betroffenen Stellen konnten wir nicht verringern", sagte Udo Fechtner auf Nachfrage der Redaktion.

Transfergesellschaft

Zwei Termine vor der Einigungsstelle waren nötig, dann stand ein Ergebnis fest. Eine Transfergesellschaft wird gegründet. Von den 56 von der drohenden Kündigung betroffenen Mitarbeitern seien 22 bereits gegangen, mit entsprechenden Abfindungen. Die weiteren 34 Mitarbeiter könnten in die Transfergesellschaft wechseln, wenn sie das wollen, sagte Fechtner. Bis zu zwölf Monate lang. Entsprechende Abfindungen gibt es trotzdem, wer die Transfergesellschaft vor Ablauf eines Jahres wieder verlässt, der bekommt ebenfalls eine Prämie. Die Gewerkschaft werde kommende Woche vor Ort sein und ihren Mitgliedern entsprechende Rechtsberatung bieten.

"Stimmung ist unten"

"Die Stimmung im Betrieb ist natürlich unten", sagte Fechtner. Kein Wunder: Seit April 2018 sind im Werk an der alten Naab 84 Stellen abgebaut worden, von einst 243. Die Geschäftsleitung von Kennametal Europa in der Schweiz ging auf eine konkrete Anfrage zum weiteren Vorgehen nicht ein. "Wir haben Anfang April unsere Belegschaft in unserem Standort Nabburg FineMachining über notwendige Kapazitätsanpassungen in Kenntnis gesetzt und unterstützen betroffene Mitarbeiter mit geeigneten Maßnahmen. Hierbei arbeiten wir eng mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretungen zusammen, um faire Lösungen zu finden", schrieb eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien - beinahe wortgleich wie schon im April.

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