18.10.2019 - 15:22 Uhr
NabburgOberpfalz

Mit Kind und Kegel zum Weiher

Glitschig-zappelig ist die Ernte im Mühlental des Freilandmuseums Neusath-Perschen. Und es zeigt sich wieder einmal, dass das traditionelle Abfischen eine Attraktion ist. Auf die Besucher warten auch kulinarische Delikatessen.

Auch ein Prachtexemplar verfing sich im Netz . Der Spiegelkarpfen im Bottich ist 10 bis 15 Jahre alt, wiegt 11 Kilogramm und wird für die weitere Fischzucht als Laichfisch eingesetzt.
von Herbert RohrwildProfil
Bei strahlendblauem Himmel finden sich zahlreiche Besucher an den Mühlteichen des Freilandmuseums Neusath/Perschen zum traditionellen Abfischen ein. Ausgerüstet mit Kescher, in Gummistiefeln oder im kompletten Gummianzug sind die „Jungfischer“ unter Mithilfe Erwachsener mit Begeisterung bei der Sache.

Der erste Großeltern-Tag in Bayern bescherte einen strahlend blauen Himmel mit wohligen Temperaturen. Bereits am Vormittag füllten sich die zahlreichen Parkplätze. Familien - auch mit Omas und Opas - und andere Erwachsene schlenderten über das Gelände zum Mühlental, um sich auf den Dämmen einen günstigen Platz zum Miterleben zu ergattern. Thomas Ring von der Fachberatung Fischerei des Bezirks Oberpfalz gab kurze Hinweise zum artgerechten Fischen, zum Tierschutz, zur Teichwirtschaft früher und zum Ökosystem der Teiche.

Langsames Ablassen

Gegen 13 Uhr setzt das langsame Ablassen des Wassers mit gleichzeitigem Abfischen unter der Anleitung des gelernten Teichwirts Ferdinand Klar ein, in Zusammenarbeit mit den Museumsbeschäftigten in der Landwirtschaft, Karl Pürzer und Markus Wilhelm. Die Mädchen und Buben mussten sich gedulden, bis die großen Fische herausgeholt wurden.

Die Ausbeute aus Spiegel-, Schuppen -und Zeilkarpfen sowie Schleien und Weißfischen wurde sortiert, gewogen, gezählt, dokumentiert und brachte rund 100 Kilogramm auf die Waage. Anschließend kamen die Fische in einen Überwinterungsweiher. Auch ein Prachtexemplar verfing sich im Netz. Der rund 10 bis 15 Jahre alte Spiegelkarpfen wiegt 11 Kilogramm und wird als Laichfisch für die Fischzucht gebraucht.

Ausgerüstet mit Kescher, in Gummistiefeln oder komplettem Gummianzug, standen die Kinder bereit. Nach einer Einweisung wateten die "Jungfischer" in den schlammigen Teich, um die restlichen, kleineren Fische - auch unter Mithilfe von Erwachsenen - einzufangen und sie in Bottiche zu bringen.

Fachmann informiert

Thomas Franke vom Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie, seit Jahrzehnten für Beobachtungs- und Kontrollarbeiten an den Teichen zuständig, führte in Rundgängen die Besucher durch die Teichlandschaft und verschaffte einen Einblick in die herrschende Artenvielfalt an Amphibien, Libellen. Wasserinsekten und Wasserpflanzen; er erläutert auch die alljährlich durchzuführenden Pflegemaßnahmen.

Einen Steinwurf weit entfernt boten Matthias Bierler und Johannes Hiesl circa 150 geräucherte Karpfen aus den Museumsteichen an. Diese Delikatessen gingen reißend weg. Im benachbarten Wirtshaus Unterbürg konnten neben Oberpfälzer Schmankerln gebackene Karpfen und Forellen verzehrt werden.

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