25.02.2020 - 17:53 Uhr
NabburgOberpfalz

Kindergarten-Übergangslösung in der Kritik

Die Nabburger CSU meint: Im Rathaus hat man sich zu spät Gedanken über die Kindergarten-Situation gemacht. Der Bürgermeister (SPD) reagiert: Es ist nichts verschlafen worden. Es entsteht der Eindruck: Der Wahlkampf lässt im Stadtrat grüßen.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

"Wer zahlt jetzt die Mehrkosten für die Verlegenheitslösung der Container, die sicher im siebenstelligen Bereich enden wird?", wollte sich Stadtrat Bernd Hofmann (CSU) zum Provisorium beim Kindergartenbau in Diendorf erkundigen. Er fragte am Ende der Stadtratssitzung, warum die Stadt 2016 nicht rechtzeitig gehandelt habe, als sie von den neuen Richtlinien der Diözese Regensburg bezüglich der Kindergarten-Trägerschaft erfahren habe.

"Es besteht kein Zusammenhang zwischen dem besagten Schreiben der Diözese Regensburg aus dem Jahr 2016 und der konkreten Kita-Situation in Nabburg und schon gar nicht mit der zukünftigen Kinderzahl", antwortete Bürgermeister Armin Schärtl (SPD). Vielmehr sei damit eine Richtlinie der Diözese mitgeteilt worden, nach der aufgrund der geänderten gesellschaftlichen Situation in Zukunft pro Pfarrei nur mehr eine Kita kirchlich-katholisch getragen wird - unabhängig von der Entwicklung der Kinderzahl.

Man habe 2017 über 60 Geburten in der Stadt gehabt, nachdem es vorher jeweils rund 20 weniger waren. Man habe damals vereinbart abzuwarten, ob sich diese Zahl auf so hohem Niveau stabilisiert. 2018 waren es dann 64, 2019 sogar 69. Der nun zu hörende Vorwurf, die Stadt habe geschlafen, sei nicht stichhaltig. Im Übrigen sei die Unterbringung in Modulbauweise absolut gleichwertig zu einem in Massivbauweise erstellten Kindergarten und erfülle die exakt gleichen Voraussetzungen für Kinder und Erzieherinnen, was Ausstattung und Raumprogramm anbelangt.

CSU-Sprecher Hans-Georg Dobler kritisierte dennoch, dass man sich im Rathaus zu spät Gedanken gemacht habe, so dass nun eine zwei Jahre dauernde Übergangslösung erforderlich werde, die viel Geld verbraucht. Schärtl hielt ihm vor, die CSU wolle daraus offenbar ein Wahlkampf-Thema konstruieren, weil sie sonst nichts habe. SPD-Fraktionsvorsitzende Evi Thanheiser meinte, die Brisanz im Bedarf an Kita-Plätzen sei früher nicht erkennbar gewesen. Altbürgermeister Josef Fischer (Freie Wähler) stellte laut Geschäftsordnung einen Antrag auf Schluss der Debatte. Ihm wurde stattgegeben.

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