01.03.2019 - 14:22 Uhr
NabburgOberpfalz

Ein kölscher Jung auf Zeit

Nabburgs Stadtpfarrer Hannes Lorenz stürzt sich die letzten närrischen Tage voll ins Getümmel und zwar genau da, wo Prinz Karneval so richtig aufzündet - in Köln. Genug Kostüme sind mitgereist, ein ganzer Koffer voll.

Pfarrer Hannes Lorenz (rechts) bei einer seiner karnevalistischen Auszeiten in der Karnevalshochburg Köln.
von Irma Held Kontakt Profil

Stadtpfarrer Hannes Lorenz stürzt sich die letzten närrischen Tage voll ins Getümmel, und zwar genau da, wo Prinz Karneval so richtig aufzündet - in Köln. Am "narrischn Pfinsta" verlässt der Ortspfarrer mit einem Koffer voller Kostüme seine Herde, um die fünfte Jahreszeit in vollen Zügen zu genießen.

Das macht er zum 19. oder 20. Mal, da will er sich nicht ganz genau festlegen. Der Geistliche erfüllt sich alle Jahre wieder seinen Kindheitstraum. Schon als Dreijähriger habe er sich mit Begeisterung jeden Rosenmontagszug angesehen und sich gewünscht, einmal bei einem Zug dabei zu sein, erzählt er Oberpfalz-Medien am Telefon. Er ist schon auf dem Weg Richtung Köln. Zum 18. Geburtstag habe ihm sein Vater eine Fahrt zum Rosenmontagszug nach Mainz geschenkt. Sie standen am Straßenrand. Er sei auch noch ein paar Mal nach Mainz gereist. Aber: "Köln war und ist die Krönung".

Richtig in Fahrt kommt der Lorenzsche Karnevalszug 1999 oder 2000, als er mit der Blaskapelle Oberwildenau bei den Roten Funken im Zoch (kölsch für Zug) mitmarschiert. Der Bayern-Import schlägt die große Trommel und ist heute noch ganz angetan, wie es gelungen ist, dass bis ganz in die hinterste Zuschauerreihe der Stimmungsfunke übersprang.

Für die Aktiven ist der Zug nicht nur das reinste Vergnügen, er ist auch anstrengend. "Man muss furchtbar aufpassen, dass man nicht zu viel trinkt, denn man ist drei Stunden auf den Beinen und legt etwa sieben Kilometer zurück." Der Zug ist und bleibt für den Nabburger Pfarrer das wichtigste Erlebnis der fünften Jahreszeit, auch wenn er jetzt wieder an den Straßenrand "verbannt" ist. Vor sieben Jahren stiegen die Oberwildenauer aus dem Kölner Fasching aus, Hannes Lorenz hatte jedoch so viele Freundschaften geschlossen, dass er seitdem auf eigene Kappe hinfährt, von Kölnern praktisch vorübergehend adoptiert wird. Am Freitag mischte er sich in der Köln-Arena wie beim Nabburger Pfarrfasching als Hippie aus den 70er Jahren unters närrische Volk. Für den Höhepunkt am Rosenmontag trägt er ein Außenkostüm in den Kölner Stadtfarben Rot und Weiß. Außenkostüm deshalb, weil es aus einem frotteeartigen Stoff geschneidert ist und Platz lässt, um sich darunter - je nach Witterung - entsprechend warm anzuziehen. Als Insider ist er dort zu finden, wo die Einheimischen sind, in der Severinstraße. Zeit, sich da schon ein Kölsch zu genehmigen, hat er noch nicht. Da wird Stimmung gemacht, gewunken, werden Kamellen gesammelt. Erst auf der After-Zoch-Party, auf der das Außenkostüm gegen ein rot-weißes Ringelshirt und Frack eingetauscht wird, wird mit Freunden und Kölsch gefeiert. Seine Vorfreude ist schon am Telefon spürbar, und dass er "unterhopft" nach Hause kommt, erwartet niemand. Kölle alaaf, Herr Pfarrer.

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