24.01.2020 - 16:17 Uhr
NabburgOberpfalz

Komfortableres Leben für Legehennen

Der neue Eigentümer des Guts Brudersdorf bei Nabburg plant einen Ersatzneubau für die Legehennenhaltung. Über 280 Meter vom Ort entfernt sollen neue Ställe für 28 000 Hühner entstehen. Der Bauherr achtet auf das Tierwohl.

Die jetzigen Stallanlagen auf Gut Brudersdorf werden komplett stillgelegt und durch einen modernen Neubau außerhalb des Ortes ersetzt.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Antrag mit einem Umfang von rund 500 Seiten liegt beim Landratsamt. Es ist die zuständige Genehmigungsbehörde für Bau und Betrieb von zwei Stallgebäuden zur Haltung von maximal 21 000 Legehennen und zur Aufzucht von 7200 Junghennen. Dazu gehören vier Futtersilos, ein Kotlager, ein Sortier- und Lagergebäude sowie Büro- und Sozialräume. Bauherr ist die PS Vermögensverwaltung GmbH & Co KG, die das Gut erworben hat und seit November 2019 betreibt.

Verwaltungsleiter Hans Sorgenfrei berichtete den Stadträten in dieser Woche, dass die Stadt insofern am Verfahren beteiligt ist, als sie das gemeindliche Einvernehmen herstellen muss. Eine Prüfung im Rathaus ergab: Es handelt sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Bauvorhaben im Außenbereich, das weder Bauvorschriften noch andere Belange der Stadt Nabburg tangiert.

Die Anlage soll rund 280 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt entstehen. Das Herzstück bilden zwei große Stallgebäude, die zusammen eine Länge von 130 und eine Breite von 26 Metern aufweisen. Auf einem Quadratmeter Nutzfläche leben dort dann neun Hühner. Sie haben natürlichen Lichteinfall, können auf Stangen schlafen und sich auch außerhalb der Volieren in einem Wintergarten frei bewegen. In der Eierproduktion wird der Betrieb unter Bodenhaltung eingestuft. Beeinträchtigungen der Ortsbewohner durch Gerüche oder Staub sind nicht zu erwarten.

In der Sitzung bekam auch der neue Hofeigentümer Peter Schwandner, der vorher im Zuhörerraum gestanden war, die Gelegenheit zur Darstellung seines Vorhabens, das allen Vermarktungsstrategien und Kriterien des Tierwohls entspreche. Er betonte, dass das Projekt in seinen planerischen Zügen auch darauf vorbereitet wäre, auf einen Bio-Hof mit mehr Auslaufklappen umzusteigen. Die alten Ställe im direkten Umgriff des Schlosses verfügen zwar noch alle über eine Produktionsgenehmigung, seien aber nicht mehr zeitgerecht. Deshalb sei er vor der Frage gestanden, "etwas zu tun" oder die Tierhaltung einzustellen. Schwandners Entscheidung fiel zugunsten einer großen Investition in einen kompletten Neubau.

Wie steht die Ortschaft dazu? Auf diese Frage aus dem Stadtrat hatte Schwandner eine klare Antwort: "Das Dorf wird durch den Bau sicher nicht benachteiligt". Er könne zwar in die Menschen nicht rein schauen, aber bei ihm habe sich noch niemand beschwert. Er könne jedenfalls zusagen: Im Dorf wird es in Zukunft weniger streng riechen, der Betrieb werde alle vorgegeben Richtlinien sogar mehr als einhalten. An der Kapazität der Hühnerhaltung werde sich nichts ändern. Die Tiere würden sukzessive umgestallt, in der Summe werde die bisherige Anzahl gleich bleiben. Die alten Gebäude würden dann später stillgelegt, zum Teil (außerhalb des Vierseit-Hofes) auch abgebrochen.

In wenigen Redebeiträgen wurde das gesamte Vorhaben als zustimmungsfähig empfunden. Denn es sei wohl für die umliegende Bevölkerung als auch unter den Aspekten des Tierwohls vertretbar. Das gemeindliche Einvernehmen wurde deshalb einstimmig hergestellt. Mit der Genehmigung wird in Kürze gerechnet. Gleich danach soll der Baubeginn erfolgen.

Im Blickpunkt:

Win-Win-Situation

Den Hühnern auf Gut Brudersdorf geht es in Zukunft besser als vorgeschrieben. "Wir liegen über den Anforderungen des Tierschutzes", betont Betriebsleiter Florian Burth in einem Gespräch mit der Oberpfalz-Medien-Redaktion: "Sie haben im Neubau mehr Platz und ein besseres Stallklima mit erhöhtem Tageslichteinfall." Gut Brudersdorf sei weiterhin in höchstem Maße daran interessiert, die Anforderungen aus dem Lebensmittelhandel zu erfüllen. Es unterziehe sich den Prüfungen zum Gütesiegel "Kontrollierte artgerechte Tierhaltung" und werde das auch weiterhin tun. Auch für die Bewohner von Brudersdorf gibt es eine deutliche Verbesserung: Die Anlage rückt 280 Meter von der nächsten Wohnbebauung weg, im Moment sind es nur 30 Meter.

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