04.05.2021 - 18:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Künstliche Intelligenz bei EMZ und Horsch

Künstliche Intelligenz zieht in die Wirtschaft ein: Die Horsch Maschinen GmbH in Schwandorf und die EMZ Hanauer in Nabburg spielen eine zentrale Rolle in einem Modellprojekt. Digitalministerin Judith Gerlach gibt den Startschuss.

Johann Neidl berichtete im Gespräch mit Judith Gerlach, wie Kunden der Horsch Maschinen GmbH vom Einsatz künstlicher Intelligenz profitieren können.
von Externer BeitragProfil

Ob automatisierter Wareneingang im Handel oder einfachere Mitarbeitereinsatzplanung: Künstliche Intelligenz (KI) kann auch für mittelständische Unternehmen bahnbrechende Vorteile bieten. Wie können gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei am besten unterstützt werden, KI für ihren Betrieb konkret nutzbar zu machen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Modellprojekts „KI-Transfer Plus – Regionalzentren für Bayerns Mittelstand“, das die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach zusammen mit der appliedAI Initiative des Gründungs- und Innovationszentrums UnternehmerTUM gestartet hat. Im Rahmen des einjährigen Modellversuchs an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg soll in der Region Oberpfalz ein Modell für „KI-Regionalzentren“ untersucht werden.

Gerlach erklärte: „Von der Optimierung von Lieferrouten bis zum Vergleich tausender unterschiedlicher Bauteile – viele Unternehmen kämpfen mit hochkomplexen Problemen, für die Künstliche Intelligenz passende Lösungen bieten kann. Gerade kleinere Betriebe tun sich aber oft schwer, einen Zugang zu dieser Zukunftstechnologie zu finden. Mit dem Modellprojekt KI-Transfer Plus wollen wir untersuchen, wie diese Betriebe auf das große Knowhow vieler bayerischer Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen zugreifen können.“

Basierend auf einem von der appliedAI Initiative konzipierten Programm, wird die OTH Regensburg mit dem Regensburg Center for Artificial Intelligence (RCAI) dazu als „Pilot“-Regionalzentrum in einem ersten Schritt drei Unternehmen bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Herausforderungen beraten, davon zwei aus dem Landkreis Schwandorf: Die Horsch Maschinen GmbH in Schwandorf und die EMZ - Hanauer GmbH & Co KGaA in Nabburg.

Die Unternehmen erhalten mit der Unterstützung durch die Regionalzentren die Möglichkeit zum Aufbau einer passenden technischen KI-Infrastruktur, der Entwicklung einer langfristigen KI-Vision sowie der Verankerung von KI in den Prozessen und der Organisation des Unternehmens.

Professor Wolfgang Baier, der Präsident der OTH Regensburg, erläuterte: „Angewandte Forschung ist typisch für unsere Hochschulart, die immer auch den Transfer im Blick hat, also den Weg von der Forschung hin zur Applikation, zur Anwendung in der Praxis. In diesem Sinne verstehen wir uns als Partner für die Region Ostbayern und arbeiten daher mit vielen Firmen und Unternehmen in ganz Ostbayern zusammen. Gerade im Bereich der KI können wir mit unserem Regensburg Center for Artificial Intelligence, in dem wir alle Forschungsaktivitäten der OTH Regensburg im Bereich der Künstlichen Intelligenz bündeln, die beteiligten Unternehmen mit unseren Kompetenzen effektiv unterstützen.“

Professor Wolfgang Mauerer, Vorsitzender Direktor des RCAI, betonte: "Das vorhandene hohe Domänen- und Anwendungswissen ist eine hervorragende Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Firmen, die ja konkrete, reale Probleme lösen müssen.“

Andreas Liebl, Managing Director appliedAI Initiative, ergänzte: „Mit der appliedAI Initiative unterstützten wir seit Jahren sehr erfolgreich große und kleine Unternehmen bei der Adoption von KI-Technologien. Der Auftrag des Staatsministeriums für Digitales ist ein wichtiger Schritt, die breite und systematische Unterstützung des Mittelstands zu untersuchen und unsere Methoden und Erfahrungen über KI-Regionalzentren noch vielen weiteren Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Mit diesem weltweit einzigartigen Konzept können wir es schaffen, KI nachhaltig im Mittelstand zu verankern.“

Die Erfahrungen des Modellprojekts werden wissenschaftlich begleitet vom Lehrstuhl für Strategic Entrepreneurship der Technischen Universität München. Besonders im Fokus steht dabei die Untersuchung organisatorischer Veränderungen in den teilnehmenden Unternehmen. Aufgrund der Erfahrungen soll dann über eine mögliche Ausweitung des Programms und den Aufbau weiterer KI-Regionalzentren entschieden werden, um künftig noch mehr Unternehmen den Einstieg in die Welt der KI zu vereinfachen.

Entwicklungsleiter Ulrich Deml stellte der Ministerin Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz bei der EMZ Hanauer in Nabburg vor.

Ernst Hanauer, der Gründer der EMZ

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Hintergrund:

KI-Einsatzgebiete

  • Die Horsch Maschinen GmbH in Schwandorf produziert Maschinen für die Landwirtschaft. Das Unternehmen muss mit einer großen Heterogenität in den Materialstammdaten und vielen ähnlichen Bauteile umgehen. KI-gestützt sollen hier Konsolidierungs- und Einsparpotenziale identifiziert werden.
  • Die EMZ - Hanauer GmbH & Co KGaA in Nabburg produziert im Bereich Environmental Technology unter anderem Abfallbehälter mit automatischer Füllstanderkennung. Die erzeugten Daten dienen der Routenplanung von Abfallunternehmen. KI-Technologie kann dabei helfen, die Touren zu optimieren.
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