Die letzte Sitzung des Stadtrates der Legislaturperiode 2014 bis 2020 fand wegen Einhaltung der Corona-Abstandsregeln in der Marienkirche statt. Auf der Empore hatten sich auch einige Zuhörer eingefunden. Zunächst standen Bekanntgaben auf der Tagesordnung. "Der Mittelaltermarkt ist abgesagt", erklärte Bürgermeister Armin Schärtl.
Ratisbona-Bauantrag genehmigt
Geschäftsstellenleiter Hans Sorgenfrei informierte über die Submission für die Erschließung des Geländes für das Einkaufszentrum an der Regensburger Straße. Auf die Ausschreibung vom 18. Februar seien vier Angebote eingegangen. Als günstigster Bieter erhielt die Firma Scharnagl aus Weiden (940 418 Euro) den Auftrag. Während die Firma Ratisbona als Investor das Zentrum baut und Flächen an Läden vermietet, sorgt die Stadt Nabburg für die Grund-Infrastruktur (Erschließung und Verbesserung des Leitungsnetzes). Wie Sorgenfrei betonte, soll die Maßnahme Anfang/Mitte Mai starten. "Ratisbona hat heute vom Landratsamt die Baugenehmigung erteilt bekommen", informierte der Bürgermeister.
Weitere Vergaben betrafen die Sanierung der Mittelschule Nabburg: Fassadenelemente in Leichtmetall (Regensburger Metallbau, 126 920 Euro); Aufzug (Otis in Kürnach, 57 862 Euro); Fachraum-Einrichtung (Hemling, Ahaus für 121 161 Euro); Wärmedämmung (Dillinger und Sielaff, Sulzbach-Rosenberg für 154 104 Euro); Heizungsregelung (OPF aus Neumarkt für 54 886 Euro).
Armin Schärtl informierte, dass die Regierung der Oberpfalz aus dem Städtebauprogramm die Verbreiterung der Straße zur Mittelschule mit einer Zuwendung von 149 400 Euro fördert. Außerdem gab er bekannt, dass Ernst Bräutigam als ehrenamtlicher Organisator des Tonart-Festivals seinen Rücktritt erklärt hat. "Das Freibad Perschen bleibt im Mai und Juni geschlossen", so der Bürgermeister, "die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit". Seiner Meinung nach dürfte die Freibadsaison für heuer erledigt sein, mit allen Konsequenzen für den neuen Pächter. Für den Campingplatz gebe es ab 4. Mai eine neue Regelung: Das Gelände ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr offen und darf beschränkt betreten werden. "Aber nur um nach dem Rechten zu sehen und nicht zum campen", so Schärtl.
Investor verschönert Altstadt
Er informierte noch über Grundstücksgeschäfte der Stadt: So wurden die Gebäude Unterer Markt 4 (Notar) und Unterer Markt 6 (Jugendtreff) veräußert. "Es ist der gleiche Investor und er hat zugesagt, dass er mit der Sanierung sofort beginnen will", betonte der scheidende Rathaus-Chef. Hans-Georg Dobler (CSU) wollte wissen, welche Geschäfte ins Handelszentrum reinkommen. "Weiß ich nicht", erklärte Schärtl.
Im Tagesordnungspunkt drei fiel einstimmig der Maßnahmenbeschluss für die Errichtung einer städtischen Kindertagesstätte mit zwei Krippen- und einer Kindergartengruppe sowie zwölf Stellplätzen als Übergangslösung für den späteren Neubau. Wie Sorgenfrei erläuterte, werden neben der Grundschule in Diendorf 36 Module zusammengestellt, die einen Grundriss von rund 35 mal 20 Meter ergeben. Der Bauantrag für diese Interimslösung sei am 19. März weitergeleitet worden. Die Kostenberechnung (Erdarbeiten bis Sonnenschutz und Außenanlagen) liegt bei 990 500 Euro. Pro Jahr werden die Module mit einer Miete von 140 000 Euro zu Buche schlagen.
Der Zeitplan-Vorschlag sieht wie folgt aus: 7. Mai Submission (Module, Baumeisterarbeiten); 8. bis 11. Mai Angebote werten; 12. Mai konstituierende Sitzung mit Vergabe. Rita Holzgartner appellierte, hochwertiges Mobilar anzuschaffen, welches sich auch für die Dauerlösung eigne. Dies stellte Hans-Georg Dobler auch für die Spielgeräte fest.
Mit sieben Gegenstimmen wurde der Auftrag für eine Machbarkeitsstudie "Gestaltungskonzept zum Umfeld Bahnbrücke/Bahnübergang Nabburg" für 30 273 Euro (abzüglich 60 Prozent Zuschuss aus Städtebaufördermitteln) an ein Planungsbüro vergeben. "Der Regierung der Oberpfalz ist die frühe gestalterische Planung wichtig", so Armin Schärtl. Es gehe dabei um die Unterquerung für Radler und Rollstuhlfahrer, einen beidseitigen Radweg und den Auslauf vom Sterzenbach. Es gab eine bewegte Diskussion, nachdem Dobler den Punkt auf die Sitzung des neuen Stadtrates vertagen wollte. "Es ist keine Detailplanung, sondern nur eine Studie als Fortsetzung unserer bisherigen Beschlüsse", betonte Evi Thanheiser.
Nachtrag genehmigt
Einstimmig erfolgte der Bau- und Ausschreibungsbeschluss für die Straßenbaumaßnahme in der Ortschaft Obersteinbach. "Die Sache wird nicht billig", meinte Hans Sorgenfrei. Für rund 150 Meter Straße sei von circa 185 000 Euro Gesamtbaukosten auszugehen. Das ehemalige Sparkassengebäude heißt künftig "BGZ" (Büro- und Gewerbezentrum). Der zweite Nachtrag zu den Baumeisterarbeiten bei der Sanierung wurde in Höhe von 31 119 Euro einstimmig genehmigt. Wie Hans Sorgenfrei ausführte, war für das Plus vor allem der Brandschutz ursächlich.













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