21.10.2019 - 16:53 Uhr
NabburgOberpfalz

Lieber Holunder als Thujen

In Bayern sind insgesamtt 110 Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege angestellt, die sich in einem Verband organisiert haben. Die Oberpfälzer trafen sich im Freilandmuseum, um das 100-Jährige der Standesvertretung zu feiern.

Die Teilnehmer an der Jubiläumsveranstaltung pflanzten Obstbäume. Das Bild zeigt von links die Verbandsvertreter Manuela Pappenberger und Harald Schlöger sowie Alois Dirrigl, die beiden stellvertretenden Landräte Albert Nickl und Joachim Hanisch und die Schwandorfer Kreisfachberaterin Heidi Schmid.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Harald Schlöger aus Tirschenreuth ist Bezirksvorsitzender des Verbandes, die Schwandorfer Kreisfachberaterin Heidi Schmid seine Stellvertreterin. Sie erinnerten am Sonntag in Neusath an die Zeit der Baumwarte, die einst die Bevölkerung beim Obstanbau unterstützten. "Die Aufgaben haben sich mittlerweile gewandelt", betont Harald Schlöger. Der Klimawandel und der Erhalt der Artenvielfalt stellten die Mitarbeiter in den Ämtern vor neue Herausforderungen.

1990 verankerte der Freistaat die "Gartenkultur und Landschaftspflege" als verpflichtende Aufgaben in der bayerischen Landkreisordnung. "Damit erlangte die Kreisfachberatung eine gefestigte Position", versicherte stellvertretende Bezirksvorsitzende Heidi Schmid. Sie ist zusammen mit Petra Schmid und Wolfgang Grosser hauptberuflich am Kreisgartenamt beschäftigt und betreut von dort aus 91 Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereine im Landkreis Schwandorf mit 17 000 Mitgliedern. Dazu kommt die Vereinigung der geschulten Gartenpfleger. Sie ist mit 620 Mitgliedern die größte Interessensvertretung ihrer Art in Bayern.

Der langjährige Landesvorsitzende der Kreisfachberater, Franz Kraus (Neumarkt), gab zum 100-jährigen Bestehen eine Broschüre heraus und beschreibt darin den Wandel vom "schönen Garten mit Thujen und serbischen Blaufichten, aus dem die Schädlinge mit der chemischen Keule vertrieben wurden", hin zur Besinnung auf traditionelle Werte: "Holunder statt Thujen".

"Die Kreisfachberater sind die Mittler zwischen den Kommunen und der Bevölkerung", beschreibt stellvertretender Landrat Joachim Hanisch deren Aufgabe. Dass sich die Kulturlandschaft so schön entwickelt habe, sei mit ihr Verdienst. Der stellvertretende Landrat im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Albert Nickl, hob die vielfältigen Aufgaben der Kreisfachberater hervor, von der Beratung über die Organisation von Wettbewerben bis zur Vorbereitung von Fortbildungsveranstaltungen. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereine, Alois Dirrigl, stellte fest: "Die Kreisfachberater leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer lebens- und liebenswerten Kulturlandschaft".

Die hauptamtlichen Mitarbeiter an den Landratsämtern treffen sich einmal im Jahr zu einer Fachtagung und unternehmen regelmäßig Fortbildungsreisen. Bei der Zusammenkunft am Sonntag im Freilandmuseum Neusath-Perschen pflanzten sie auf dem Streuobstwiesengelände sieben Obstbäume. Für jeden Oberpfälzer Landkreis einen. Die Fachberater am Landratsamt Schwandorf entschieden sich für die Sorte "Nordhäuser Winterforelle", die saftige, hellgrüne bis gelbliche Birnen hervorbringt.

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